Möglichkeiten des Onlinehandels für Kamener Anbieter

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Foto: Onlinehandel von Lucas Sklorz

Kamen. „Der stationäre Einzelhandel muss sich Gedanken um ein zweites Standbein machen“, leitet Vorsitzender Bernd Wenge die Sitzung des Werbeausschusses der Kamener Interessensgemeinschaft der Gewerbetreibenden (KIG) am Dienstag (08.09.2015) ein. Im Jahr 2014 verzeichnete der Onlinehandel einen Umsatz von 43 Milliarden Euro. Hochgerechnet kauften die Bürger der Stadt Kamen Waren im Wert von 26 Millionen Euro. „Es ist notwendig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen“, führt Wenge weiter aus. Zum Abschluss ihrer Reihe zum E-Commerce wolle die KIG daher ihren Mitglieder zwei Möglichkeiten präsentieren, wie der Handel in der Zukunft gestalten werden könnte.

Eine Option bietet die Firma Happy Nations aus Dortmund. „Wir bieten den Kunden ein Kauferlebnis, das der Onlinehandel normalerweise nicht bietet“, beschreibt Happy Nations-Vertriebsleiter Michael Fleitmann die Philosophie des Unternehmens. Ein Ziel des Unternehmens sei es, das Geld, das durch Onlineshopping an den lokalen Händlern der Stadt vorbeifließt, in Kamen zu halten. Zu diesem Zweck möchte die Dortmunder Firma die Kamener Händler auf einer Online-Plattform präsentieren. Neben den unterschiedlichsten Geschäften solle diese Plattform auch Platz für Gastronomen, Handwerker und andere Anbieter zur Verfügung stellen. Fleitmann beschreibt diese Plattform als eine Art „virtuelles Einkaufscenter“ für Kamen. Somit entstehe „Traffic“ auf der Plattform und die Produkte der anderen Anbieter werden wahrgenommen. „Das ist vergleichbar mit einem Einkauf in der Innenstadt: Auch wenn Sie ein Parfum kaufen möchten, sehen sie die anderen Schaufenster“, so Fleitmann. Die Shops müssten durch die Einzelhändler befüllt, eingepflegt und bepreist werden. Über verschiedene Zahlungsdienstleister könne dann der Kauf durch den Kunden abgewickelt werden. Die Ware könnte danach sogar innerhalb eines Tages zum Kunden geliefert werden. Zusätzlich biete Happy Nations Unterstützung bei der Erstellung des Internetauftritts. Eine erste Happy Nations-Plattform sei in Dortmund derzeit in Bearbeitung.
Alternativ dazu präsentierten sich auch die Firmen JTL und bbfdesign, die bereits miteinander kooperieren. Die JTL Software ist ein Warenwirtschaftssystem, das den Händlern zur Verfügung gestellt wird. „Der Onlinehandel wird zunehmend als Konkurrent für den stationären Handel wahrgenommen“, schildert JTL-Vertriebsleiter Siegbert Emde seinen Eindruck. Durch die JTL Software sollen hingegen auch die lokalen Einzelhändler Vorteile aus dem globalen Onlinehandel ziehen können und sich dabei auch lokal im Netz präsentieren können. Von einer „Verknüpfung von stationären Handel mit dem globalen Handel“ spricht Björn Binder von bbfdesign, der die Erstellung des Onlineauftritts und die administrative Arbeit hinter dem E-Commerce als Dienstleistung anbietet. Neben dem eigenen Onlineshop könnten noch andere digitale Marktplätze erschlossen werden. Beispielsweise könne ein lokaler Einzelhändler seine Produkte auch über Amazon oder eBay anbieten und global verkaufen. Kunden könnten direkt auf den bekannteren Internetseiten das Produkt kaufen, das ein lokaler Händler anbietet. „Der Vorteil von JTL ist, dass es einen Bestand für alle Systeme gibt“, erläutert Binder. Folglich käme es nicht dazu, dass ein Produkt auf der einen Seite noch angeboten wird, obwohl es auf der anderen Seite bereits verkauft wurde.
„Mit diesen Präsentationen wollten wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich über zwei Optionen zu informieren, wie der Onlinehandel in Zukunft gestaltet werden kann“, zeigt Bernd Wenge die Ziele der Sitzung auf. „Für welche Möglichkeit sich unsere Mitglieder letztlich entscheiden, liegt bei ihnen. Sicher ist jedoch, dass der Onlinehandel ein Thema ist, das auf alle Händler zukommen wird.“

 

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