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    Musikkritik: Musikalische Vesper in der Margaretenkirche

    von Dr. Götz Heinrich Loos

    Kamen. Wieder einmal war die Margaretenkirche in Methler Schauplatz einer barocken Vespermusik, die der Kammermusikkreis Methler unter Leitung von Jochen Voigt  aufführte. Ein Höhepunkt war das neu angeschaffte Cembalo, das von Annegret Schulte-Altedorneburg gespielt wurde. Die Solopartien an Block- und Traversflöte übernahm – wie stets – Jochen Voigt selbst. Die Musik weckte Begeisterung und wurde bereits zwischen den Werken von der Zuhörerschaft mit Applaus bedacht, umso größer war er am Ende, so dass noch eine Zugabe als Ausblick auf die nächste Aufführung gegeben wurde.
    Doch zurück zum eigentlichen Programm. Zunächst wurde die Sonata für Blockflöte, Violine, Streicher und Basso Continuo aus Bachs Kantate „Himmelskönig sei willkommen“ BWV 182 gespielt. Dabei gelang fast von Anfang an ein eindrucksvoller Klang, der durchaus traditionsreich und angemessen wirkte. Es war zu bemerken, dass man sich durchaus mit Bachschen Aufführungspraxen auseinandergesetzt hatte, wenn auch die Instrumente freilich zumeist modernerer Art waren und so nicht in vollem Umfang der Klang so wiedergegeben werden konnte, wie er in Bachs Ohren gelegen haben dürfte. Grundsätzlich aber: Höchst beachtlich.
    Vivaldis Konzert für Blockflöte, Streicher und Basso Continuo F-Dur „La tempesta di Mare“ RV 433 folgte – und das furiose Meeresaufbäumen war sehr gut zu hören. Auch hier wurden die Tempobezeichnungen angemessen umgesetzt. Gegenüber früheren Aufführungen des Kammermusikkreises hatte man deutlich im Tempo zugelegt, ohne dass nennenswert etwas schief geriet. Die Einsätze waren erfreulich exakt und die Interpretation hörenswert. Voigts Blockflötensoli in beiden Werken waren kenntnisreich bezogen auf Werke und Interpretationsweisen
    Die erste große Stunde des neuen Cembalos mit Annegret Schulte-Altedorneburg schlug im nächsten Stück, dem Konzert für Cembalo, Streicher und Basso Continuo in g-moll von Wilhelmine von Bayreuth. Die Adelige war eine der wenigen Komponistinnen jener Epoche und wenn auch ihre Werke nicht als gewaltige Meisterstücke gelten, so sind sie doch überwiegend durchaus hörenswert. So auch dieses Stück, das dem Cembalo viel Entfaltungsraum gibt, der in dieser Interpretation gut ausgenutzt und entfaltet wurde. Die Komponistin wusste Wohlklänge günstig umzusetzen und so begeisterte das tadellos gespielte Konzert zweifellos die Zuhörerschaft ebenso wie den Rezensenten.
    Vivaldis Konzert für Traversflöte, Streicher und Basso Continuo D-Dur RV 429 war das nächste Werk, in dem leider einige Unschärfen den bisherigen Klangeindruck störten. Gleiches gilt für Telemanns Concerto Polonois in G-Dur TWV 43:G7, das zwar insgesamt noch besser herüberkam, auch die teils etwas unerwarteten und kantigen Wendungen gut nahm, aber dann vor allem im „Largo“ etwas absackte – was sich zudem im Tempo scheinbar bemerkbar machte – ein langes Dehnen ist in einem Largo nicht unbedingt immer vorteilhaft. Der Gesamteindruck beider Werke war aber insgesamt wiederum positiv, belegte auch dass die Musiker ihre Hausaufgaben gut gemacht hatten. Das Manko der Abstimmung war längst nicht mehr so groß wie in manchen früheren Aufführungen, so dass dem Publikum in seinem Applaus beigepflichtet werden kann – es war ein gelungener Abend.

     

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