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Bombenfunde bei Bauarbeiten: Kampfmittelsondierungen sind bei Straßen.NRW fester Baustein auf der To-do-Liste

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

Gelsenkirchen (straßen.nrw). Auch 75 Jahre nach Kriegsende werden in Nordrhein-Westfalen noch regelmäßig Blindgänger gefunden. Mögliche Konsequenzen je nach Lage der Bombe: Straßen müssen gesperrt, vielleicht sogar komplette Stadtviertel evakuiert werden. Das kann vor allem an Autobahnen und viel befahrenen Straßen zu extremen Verkehrsbehinderungen führen.

Überrascht werden die Verantwortlichen von Straßen.NRW davon in der Regel jedoch nicht. Denn in den meisten Fällen werden Bomben nicht erst während der Bauarbeiten entdeckt. "Zur Vorbereitung jeder unserer Baumaßnahmen gehört auch die so genannte Kampfmittelsondierung", erklärt Christoph Dröge, Referatsleiter Bau bei Straßen.NRW. "Das ist ein ganz normaler Baustein auf unserer To-do-Liste." Tatsächlich zieht die zuständige Bezirksregierung bereits im Vorfeld der Arbeiten Luftaufnahmen der alliierten Streitkräfte aus dem Zweiten Weltkrieg heran. Diese liegen allen Städten in Nordrhein-Westfalen vor. Anhand dieser Fotos könne man über die eventuelle Lage von Bomben zumindest Vermutungen anstellen, so Dröge: "Wenn eine Aufnahme beispielsweise einen Trichter im Boden erkennen lässt, kann man davon ausgehen, dass an dieser Stelle Bomben abgeworfen worden sind."

Bombardiert wurden im Zweiten Weltkrieg vor allem Großstädte, insbesondere entlang der Rheinschiene und im Ruhrgebiet. Auch Verkehrsknotenpunkte und Industrieanlagen waren häufig Ziele von Luftangriffen. Dementsprechend oft finden sich in diesen Gebieten auch heute noch Blindgänger. Zahlen des NRW-Innenministeriums gehen davon aus, dass während des Zweiten Weltkriegs etwa 675.000 Tonnen Sprengstoff auf das Land abgeworfen wurden. Dröge: "Wie viele Bomben tatsächlich detonierten und wie viele heute noch im Boden schlummern, lässt sich nicht sagen. Deshalb veranlasst die Bezirksregierung beim geringsten Verdacht zunächst einmal eine genauere Kampfmittelsondierung." Dass es in den vergangenen Jahren häufig Meldungen über Bombenfunde gegeben habe, liege vor allem daran, "dass wir für dieses Thema sensibilisiert sind und dass wir bei jedem Hinweis genaue Untersuchungen vornehmen."
Spezialfirmen rücken dafür mit Bohrern an, nehmen im Boden Messungen mithilfe von Metalldetektoren vor. Kommen sie zu dem Ergebnis, dass Metall vorhanden ist, bestellt die Bezirksregierung einen Kampfmittelräumdienst, der den jeweiligen Bereich großräumig aushebt. "Dabei kann es je nach Lage der Bombe zu Straßensperrungen kommen - das passiert aber höchst selten", so Dröge. "Falls es doch notwendig wird, dann bestimmt das nicht Straßen.NRW. Jeglicher Eingriff in den Verkehr muss von der Polizei, den Ordnungsbehörden der zuständigen Stadt und der Bezirksregierung genehmigt werden." Eine enge Kooperation sämtlicher beteiligter Behörden sei dabei jedoch unerlässlich. Entsprechende Sperrungen oder Umleitungen werden dann von Straßen.NRW eingerichtet.

Die Bezirksregierung ist es dann auch, die den weiteren Verlauf bestimmt. "Straßen.NRW beginnt bzw. setzt die Arbeiten in solchen Fällen erst nach einer entsprechenden Freigabe fort." Zuweilen gebe es dafür Auflagen. "Liegt der Verdacht nahe, dass weitere Blindgänger in der Umgebung zu finden sein könnten, müssen wir unter Umständen bei den Arbeiten auf größeres Gerät verzichten, um Erschütterungen im Erdreich möglichst zu vermeiden." Dies sei letztlich auch im Interesse der eigenen Mitarbeiter und der beauftragten Baufirmen. Dröge: "Wichtigstes Ziel von Straßen.NRW ist es, alle Mitarbeitenden bei jeder Maßnahme vor Ort so gut es geht zu schützen."

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