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Verbraucherzentrale Kamen stellt Jahresbericht vor

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

Vz40jahreagElvira Roth, Leiterin der Kamener Verbraucherzentrale, Bürgermeisterin Elke Kappen, Umweltberaterin Jutta Eickelpasch und Beraterin Karin Baumann im Oktober 2019. Foto: Alex Grün Archiv KamenWeb.de

Kamen. Elvira Roth, Leiterin der Beratungsstelle, Karin Baumann, Verbraucherberaterin und Jutta Eickelpasch, Umweltberaterin stellen die Zahlen und Themenschwerpunkte aus dem Jahr 2019 vor: Ihrem Jubiläumsjahr, denn im letzten Jahr konnte die Verbraucherberatung ihren 40. und die Umweltberatung ihren 30.Geburtstag feiern. Besonders erfreulich ist es, dass seit Januar 2019 Karin Baumann zusätzlich das Team verstärkt.

2019 im Blick: Prepaid-Kreditkarten, die sich nach der Bestellung via Internet nicht als finanzielle Soforthilfe, sondern als kostenträchtiges Zahlungsmittel entpuppten. Energieversorger, die Kunden mit unzulässigen Preiserhöhungen überrumpelten. Haustürverkäufer, die angesichts der bevorstehenden Fusion von Unitymedia und Vodafone zum Abschluss überflüssiger Verträge für den Fernsehempfang drängten.

Bei rund 3.700 Verbraucheranliegen war die Verbraucherzentrale in Kamen im vergangenen Jahr Ansprechpartnerin. Dazu kamen noch über 4800 Kontakte bei Aktionen, Vorträgen und Bildungsveranstaltungen. Hier hat die Umweltberatung mit fast 90 Aktionen ihren Schwerpunkt gelegt.

Mit rund 1330 Rechtsberatungen und -vertretungen hat sich die Beratungsstelle zumeist erfolgreich für die berechtigten Ansprüche von Ratsuchenden eingesetzt.
So sollte eine Familie aus Kamen 3560 € zahlen, weil der Sohn während eines Urlaubes ausgiebig "In-Game-Käufe" über das Handy getätigt hatte. Die Verbraucherzentrale in Kamen hat erreicht, dass der Anbieter den Betrag zurückerstattet hat.

Viele Ratsuchende kamen mit Anliegen und Problemen rund um das Thema Telekommunikation in die Beratungsstelle. Neben den Klassikern – nicht nachvollziehbare Posten auf der Telefonrechnung, Stolperfallen beim Anbieterwechsel oder Frust, wenn vertraglich zugesicherte Internetgeschwindigkeiten und die Übertragungsraten beim tatsächlichen Surfen im Alltag meilenweit auseinanderlagen – sorgte mangelhafte Information beim Vertragsabschluss in Telefon-Shops für Ärgernisse. „So berichteten Verbraucher, dass sie überrumpelt wurden und Verträge unterschrieben hatten, deren Konditionen und Kosten sie erst im Nachhinein überblicken konnten“, erläuterte Elvira Roth. Bei einer landesweiten Stichprobe hatte die Verbraucherzentrale festgestellt, dass neun von zehn Shops ihren gesetzlichen Informationspflichten vor Abschluss eines Handyvertrages nicht nachgekommen waren. Danach müssen Kunden die wesentlichen Vertragsinhalte im Produktinformationsblatt vor der Unterschrift ausgehändigt werden. Zum Weltverbrauchertag hat die Beratungsstelle nicht nur gezeigt, wie Kunden darauf pochen können, die vorgeschriebenen Informationen vom Verkäufer auch ausgehändigt zu bekommen. Die Verbraucherzentrale NRW hat zudem ein 14-tägiges Widerrufsrecht bei solch komplexe Vertragskonstellationen gefordert.

Nach TelDaFax, FlexStrom und Care Energy war mit der Bayerischen Energieversorgung BEV erneut ein Energieversorger mit fragwürdigem Geschäftsmodell Pleite gegangen. Die Umweltberatung informierte betroffene Ratsuchende über das Insolvenzverfahren und zeigte auch Wege auf, um offene Forderungen wie Boni und Guthaben gegen die BEV durchzusetzen und gegebenenfalls anzumelden.

Das warm-trockene Klima des letzten Sommers hatte mit seinen tierischen Begleitern auch Abzocker aus der Deckung kommen lassen. Denn ob gesundheitsgefährdende Raupen des Eichenprozessionsspinners, das Wespennest im Rollladenkasten oder Ungeziefer in Küche oder Keller – ungebetene Gäste wollten Betroffene möglichst schnell wieder loswerden. Und in ihrer Not waren sie dann auf unseriöse Anbieter ohne Sachkunde, aber mit überzogenen Rechnungen reingefallen.

Ob Warenbestellungen über Shopping-Plattformen oder Abos für Streaming-Dienste: Einmal mehr hatten Kriminelle mit Hilfe gestohlener Daten im Internet auf Kosten ihrer Opfer eingekauft oder auf deren Namen Verträge abgeschlossen. Betroffene erfuhren vom Identitätsdiebstahl meist erst, wenn sie Rechnungen oder Inkassoschreiben erhielten oder unbekannte Abbuchungen auf ihrem Konto vorfanden. In der Rechtsberatung hat die Beratungsstelle dubiosen Forderungen einen Riegel vorgeschoben und auch präventiv Tipps gegeben, um Datendiebstahl vorzubeugen.

Das Thema "(Einweg)Plastik" vermeiden, war 2019 ein Schwerpunkt der Umweltberatung. Nicht zuletzt weil die Umweltberatung im Mai das"Aktionsbündis gegen Plastik" initiierte. Zusammen mit dem Klimaschutzmanger der Stadt Kamen und der Abfallberaterin der GWA sowie rund achtzig Unterstützerinnen und Unterstützer wurden Workshops, Vorträge, ein Kreativwettbewerb sowie regelmäßige Austauschtreffen durchgeführt.

Die Umweltberatung hat mit vielen Aktivitäten Anstöße fürs Vermeiden von Verpackungsmüll für die Unterwegs-Verpflegung gegeben. Denn wild entsorgt vermüllen die Kunststoffverpackungen nicht nur Städte und verursachen zusätzliche Entsorgungskosten, sondern zerfallen in Mikroplastikteilchen, die Luft, Böden und Gewässer belasten. Ein Schwerpunkt dabei in 2019: Wasser trinken ohne Abfall.

„Auch wenn wir wegen der Corona-Pandemie einige Wochen keine persönliche Beratung anbieten konnten, waren wir per Telefon und EMail weiter mit Ratsuchenden in regem Austausch und Kontakt. Dabei hat sich gezeigt, dass gerade in unsicheren Zeiten der Schutz vor Übervorteilung durch unseriöse Geschäftspraktiken besonders gefragt ist“, erklärte Beratungsstellenleiterin Elvira Roth bei der Vorstellung. "Ab sofort bieten wir wieder persönliche Beratung nach vorheriger Terminvereinbarung an."

Statement Bürgermeisterin Elke Kappen zur Arbeit der Verbraucherzentrale

28. Mai 2020

Die Zahlen, die die Verbraucherzentrale in Kamen zum 40. Jahr ihres Bestehens in Kamen vorlegt, sind beachtlich und sprechen für sich: Die Einrichtung war Ansprechpartnerin bei rund 3.700 Verbraucheranliegen. Hinzu kommen 4.800 Kontakte bei Aktionen, Vorträgen und Bildungsveranstaltungen sowie rund 1.330 Rechtsberatungen und –vertretungen. Hinter diesen Zahlen und Daten stehen Menschen, die Rat gesucht haben, um ihre Ansprüche als Verbraucher durchzusetzen. Komplexe Vertragskonstellationen etwa beim Abschluss eines Handyvertrages machen deutlich, dass dies alles andere als selbstverständlich ist. Wo Verbraucher zu Verträgen überredet werden, die sie erst im Nachhinein verstehen, ist es wichtig, Experten an der Seite zu haben, die ihnen helfen. Insofern bin ich sehr froh darüber, dass mit der Verbraucherzentrale diese Experten in Kamen vor Ort zur Verfügung stehen. Dass die Umweltberatung im vergangenen Jahr ihren 30. Geburtstag feierte, rundet das Jubiläumsjahr ab.

Archiv: Verbraucherzentrale und Umweltberatung ziehen zu Geburtstagen Bilanz: 428.000 Beratungen in 40 Jahren

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