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Der Arbeitsmarkt im Kreis Unna: Herbstbelebung unter Corona-Bedingungen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

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Erster Rückgang der Arbeitslosigkeit im Gesamtbezirk seit sechs Monaten

Kreis Unna. Im Kreis Unna sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 514 auf 17.031. Im Vergleich zu September 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 2.912 (+20,6 Prozent) an. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,2 Punkte auf 8,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,6 Prozent.

„Erstmals seit Ausbruch der Pandemie und nach fünf Monaten steigender Arbeitslosenzahlen hat die Arbeitslosigkeit im Kreis Unna im September nun wieder abgenommen, und zwar deutlich“, resümiert Agenturchef Thomas Helm die Entwicklung der vergangenen vier Wochen. Dabei betont er: „Dieser Trend erreicht viele Personengruppen, Langzeitarbeitslose konnten jedoch bisher nicht davon profitieren. Dennoch zeigt sich Thomas Helm optimistisch: Der Arbeitsmarkt folgt auch trotz andauernder Ausnahmesituation den üblichen saisonalen Gesetzen.“
Laut Helm wird dies mit einem Blick auf die Stellenseite noch deutlicher: „Wir haben es wieder mit steigenden Stellenmeldungen und steigendem Stellenbestand zu tun – Arbeitgeber blicken nicht mehr so pessimistisch und ängstlich in die Zukunft, sondern versuchen, ihre Stellung am Markt wieder neu zu behaupten.“ Entsprechend appelliert der Arbeitsmarktexperte an Arbeitslose, Beschäftigte und Arbeitgeber, der lebenslangen Qualifizierung einen hohen Stellenwert beizumessen: „Corona zeigt uns, wie schnell sich Branchen, Betriebskonzepte und damit Erwerbsbiografien verändern können. Ein erlernter Beruf ist wichtig, reicht aber in aller Regel nicht mehr für ein Erwerbsleben aus. Umso wichtiger ist, sich innerhalb des eigenen Berufs kontinuierlich weiterzubilden oder sich alternativ neue Tätigkeitsfelder zu erschließen, um entsprechend abgesichert zu sein vor arbeitsmarktlichen Veränderungen.“ Der Arbeitsagentur stünden verschiedene Möglichkeiten zur Förderung von Qualifizierungen zur Verfügung.

Kurzarbeit

Bislang sind seit Anfang März insgesamt 3.664 Anzeigen auf Kurzarbeit für 71.762 Beschäftigte eingegangen. Damit sind oder waren gut die Hälfte (53,8 Prozent) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Unna von Kurzarbeit betroffen.
Mittlerweile liegen erste Hochrechnungen für die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit für März und April vor. Im April, dem ersten vollständig von den Folgen des Shutdowns betroffenen Monats, wurde Kurzarbeitergeld im Kreis Unna an 37.918 Beschäftigte aus 2.333 Betrieben ausgezahlt.
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2009, also während der Wirtschafts- und Finanzkrise, zeigten knapp 780 Betriebe für rund 16.600 Menschen im Agenturbezirk (Hamm und Kreis Unna) Kurzarbeit an.

Entwicklung in einzelnen Personengruppen

Im Kreis Unna leben derzeit 1.369 Arbeitslose, die das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Die Anzahl der jungen Arbeitslosen sank um 151 (-9,9 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist der Bestand um 328 Jugendliche (+31,5 Prozent) gestiegen.
Ein Fünftel aller Arbeitslosen hat das 55. Lebensjahr überschritten. Im September wurden 3.471 ältere Arbeitslose in den Arbeitsagenturen und dem Jobcenter im Kreis Unna gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang um 50 Personen gegenüber dem Vormonat (-1,4 Prozent). Vor zwölf Monaten gab es 435 ältere Arbeitslose (-14,3 Prozent) weniger.
Aus der Statistik geht hervor, dass 4.652 Arbeitslose keinen deutschen Pass haben. Das sind 91 Arbeitslose (-1,9 Prozent) weniger als im Vormonat. Im September 2019 waren 1.072 ausländische Arbeitslose (-29,9 Prozent) weniger gemeldet.
Die Langzeitarbeitslosigkeit erhöhte sich im Berichtsmonat um 80 Personen (+1,3 Prozent) auf 6.200. Im Vorjahresvergleich sind das 1.000 Personen (+19,2 Prozent) mehr.
Im Berichtsmonat sank die Anzahl der Arbeitslosen mit Behinderung um 87 (-5,8 Prozent) auf 1.405. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Bestand um 75 (+5,6 Prozent).

Entwicklung in der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II)

Auch der SGB II-Bereich kann im September einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen. Insgesamt 318 (-2,8 Prozent) Menschen sind weniger arbeitslos gemeldet als noch im August. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es dennoch 853 Arbeitslose (+8,5 Prozent) mehr. Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Unna, hofft in diesem Jahr insbesondere noch auf die saisonbedingte Arbeitskräftenachfrage aus der Logistikbranche: „Der Standort Kreis Unna ist stark von der Logistikbranche geprägt – erfahrungsgemäß haben viele regionale Unternehmen im letzten Quartal einen Mehrbedarf an Arbeitskräften. Ich hoffe, damit finden in diesem Jahr noch viele Menschen einen (Wieder-)Einstieg in den Job.“ Aktuell sind 3.030 Arbeitsstellen im Kreis Unna gemeldet. Bereits jetzt ist ein Großteil dieser Stellen (37,6 Prozent) der Branche Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit zuzuordnen.

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises

Während die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat in Selm bei 976 stagnierte, reduzierte sie sich in allen anderen Kommunen des Kreises Unna. Den höchsten Rückgang verzeichnete Holzwickede (-6,9 Prozent bzw. 41 auf 552). Danach folgen Unna (-6,2 Prozent bzw. 145 auf 2.178), Schwerte (-3,6 Prozent bzw. 62 auf 1.658), Kamen (-3,4 Prozent bzw. 67 auf 1.919), Werne (-3,2 Prozent bzw. 30 auf 899), Bergkamen (-3,1 Prozent bzw. 80 auf 2.529), Bönen (-2,5 Prozent bzw. 20 auf 769), Lünen (-1,2 Prozent bzw. 62 auf 4.916) und Fröndenberg (-1,1 Prozent bzw. sieben auf 635).

 

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