Foto: Katja Burgemeister für KamenWeb.de
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Foto: Katja Burgemeister für KamenWeb.deKamen-Heeren-Werve. Das zweite Mal ist im Ruhrgebiet längst eine Tradition. So versicherte es der stellvertretende Bürgermeister Manfred Wiedemann. Und die Heerener nahmen es wörtlich, denn sie stapelten sich regelrecht in der „Heerener Mitte“ unter dem stählernen Maibaum. Auf dem thronte erneut das aufgerichtete Einhorn über dem Maikranz mit den bunten Kreppfähnchen. Am Boden ging es an ebenfalls fast drunter und drüber.
Wo genau die Schlange für die Würstchen im Brot anfing und die für die Waffeln aufhörte, war jedenfalls nicht mehr zu erkennen. Alles ging irgendwie fließend ineinander über. Mittendrin spielte der ökumenische Bläserchor, warfen Kinder mit Handbällen in Tore und zielten mit Blasrohren auf Zielscheiben. Es gab Anhänger für aus recycelten Münzen für den Tierschutzverein, Muffins gegen eine Spende für das Bläser-Ein-Horn oder eine Maibowle gegen einen Obolus beim Gesangsverein Frohsinn. Die Amateurfunker nahmen Kontakt zur großen weiten Welt auf und hatten auch so ihre Mühe. „Hier ist zu viel los – zu viele Störungen“, sagt einer und dreht an den vielen Knöpfen. Auch die Jugendfeuerwehr hatte ihre liebe Last, mitten in der Menschenmenge die Atemschutzausrüstung anzulegen und ihre Süßigkeiten unter die Leute zu bringen. Die Geschicklichkeitsspiele bei der Evangelischen Jugend verlangten manchmal sogar Ellenbogeneinsatz.
Die Stadtspitze sah es mit Genugtuung. „Dieser Platz hat es verdient, mit Leben gefüllt zu werden“, kommentierte Manfred Wiedemann, der stoisch die ungerührt vor seinem Rednerzelt vorbeiwandernden Besucher ignorierte. „Die Heerener Mitte lebt“, stellte er lächelnd fest, betrachtete die staunend vorbeifahrenden Autos und machte es mit den Worten lieber kurz. Der Frühling gab immerhin einen Hauch seines Könnens getreu der im Wind flatternden Symbolik und holte etwas höhere Temperaturen hervor. Der Dauerregen setzte erst pünktlich zum Ende des Festes ein.
Für die Heerener ist Corona mit seinem veränderten sozialen Beisammensein jedenfalls längst nur noch eine schwache Erinnerung. Dicht drängte sich alles sogar auf den Sitzflächen. Von „langsamer und behutsamer Normalität“ war hier rein gar nichts zu spüren: Es gingen alle von Jung bis Alt gleich in die Vollen. Schließlich ist der Nachholbedarf immer noch immens und in Heeren-Werve sind die Großveranstaltungen eher rar gesät. Gut, dass sich im Zeichen des Maibaums alle zusammentun und unter der Federführung der Austauschrunde „Rund ums Dorf“ und des Stadtteilmanagement etwas Stattliches auf die Beine stellen.
Der Maibaum war bereits am Morgen vom Feuerwehrverein aufgestellt werden. Ein gutes Stück erweitert, denn seit der Premiere erlebte der ausgediente GSW-Laternenpfahl eine kreative Erweiterung durch Metallbauer Sebastian Schenk. Jetzt glänzen mithilfe von Comgraph zusätzlich die Logos aller beteiligten Vereine und Gruppen am Mast in der noch etwas zu seltenen Sonne. Fotostrecke >>>





