Bei der Großübung der Feuerwehr am Samstag wurde unter anderem angenommen, dass in einem Technikraum des Hallenbades Chlorgas ausgetreten ist. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de
von Christoph Volkmer | Fotostrecke >>>
Kamen. Erst vor drei Wochen hat in Kamen der Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr stattgefunden. Am Samstag, 21. Oktober, stand eine weitere ganz besondere Trainings-Einheit an. Im und am Hallenbad an der Gutenbergstraße warteten bei einer Gesamtwehrübung gleich mehrere Aufgaben auf die Feuerwehr.
„Ein Mitarbeiter der Stadtwerke hat entdeckt, dass in einem Technikraum Chlorgas austritt. Dazu wird ein Mitarbeiter vermisst und eine Schulklasse befindet sich im Schwimmbad, die evakuiert werden muss“, beschrieb der Leiter der Feuerwehr Kamen, Volker Rost, im Gespräch mit KamenWeb.de die vorgegebene Situation.
Während das Team der hauptamtlichen Wache für den Fall der Fälle am Mersch stationiert blieb, wurden für die Übung die drei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert, die vor Ort versuchten, die Lage in den Griff zu bekommen. Rund 40 aktive Kräfte rückten nach der Alarmierung Richtung Schulzentrum aus. „Es war im Vorfeld lediglich bekannt, dass eine Übung stattfindet und wann es los geht. Das Szenario war dagegen unbekannt“, schilderte Volker Rost.
Bevor die Feuerwehr herausfinden konnte, woher das Chlorgas kam, mussten einige Hürden überwunden werden. Fotos: Christoph Volkmer für KamenWeb.de
Wegen der Annahme, dass aggressives Atemgift ausgetreten war, wurde vor Ort ein Dekontaminationsplatz aufgebaut, den Filmfreunde in ähnlicher Form unter anderem aus Blockbustern wie „The Rock“ und „Outbreak-Lautlose Killer“ kennen. Die besonders „gründliche Reinigung“ wurde am Ende den Feuerwehr-Mitgliedern zu teil, die während des Einsatzes mit Schutzanzügen im Bereich des fiktiven Gaslecks gearbeitet hatten.
Aufbau und Bedienung der Dekontaminations-Area liegt in Kamen fest in den Händen des Löschzuges aus Methler, dort ist zudem das entsprechende Fahrzeug stationiert. „Wenn wir beispielsweise einen Einsatz in Heeren mit ABC-Gefahrstoffen haben, kommt die geschulte Gruppe aus Methler, um den Bereich dort aufzubauen“, erklärte der Feuerwehrleiter. Beim Einsatz hatte die Feuerwehr überdies am Hallenbad ein sogenanntes Hydroschild installiert: eine Wassernebel-Fontäne, die das Chlorgas binden sollte.
Üben für den Ernstfall
Interessierte Zusehende des Großeinsatzes waren unter anderem Bürgermeisterin Elke Kappen und die Beigeordnete Hanna Schulze vom Dezernat V, zu dem auch Feuerwehr- und Rettungsdienst gehören. „Es ist gut, dass nach den Einschränkungen in der Coronazeit jetzt wieder Übungen in dieser Größenordnung stattfinden können“, so Hanna Schulze. Chemische, biologische oder radiologische Unfälle sind in Kamen glücklicherweise alles andere als an der Tagesordnung. „Gerade weil es sich um ein ungewöhnliches Szenario handelt, ist es wichtig, so etwas zu üben. Für uns ist das zudem eine gute Gelegenheit, sich das gesamte Material der Feuerwehr einmal anzusehen“, kommentierte Elke Kappen den Einsatz, bei dem am Ende alle Badegäste und Vermissten gerettet wurden. Das fiktive Szenario war - samt Organisation - wie gewohnt ein Ergebnis des Ressorts Ausbildung der Feuerwehr.
Viele Fotos von der Gesamtwehrübung gibt´s in unserer Galerie.
Die Darsteller der Badegäste - teilweise aus der eigenen Jugendfeuerwehr - wurden alle aus dem Hallenbad evakuiert. Fotos: Christoph Volkmer für KamenWeb.de





