Jüngst sind viele Trecker der Landwirte im Rahmen der Lichterfahrten unterwegs gewesen. Jetzt soll es zum Start einer Aktionswoche auf die B1 gehen. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de
von Christoph Volkmer
Hans-Heinrich Wortmann bereitet sich auf die Sternfahrt am kommenden Montag vor. Foto: wlv/Drees-HagenKamen. Der Deutsche Bauernverband ruft gemeinsam mit den Landesbauernverbänden ab Montag, 8. Januar, zu einer Aktionswoche auf, an der sich auch viele heimische Landwirte beteiligen werden. Zum Auftakt soll es eine regionale Sternfahrt auf der Bundesstraße 1 geben.
Das Vorhaben der Ampel-Koalition, den Agrardiesel für die Land- und Forstwirtschaft zu streichen und landwirtschaftliche Zugmaschinen zu besteuern, hat kurz vor Weihnachten bei vielen Landwirten das Fass zum Überlaufen gebracht. Mitte Dezember waren Landwirte aus ganz Deutschland mit ihren Traktoren zu einer Demo nach Berlin gekommen, um gegen die Sparpläne der Bundesregierung zu protestieren. Bauernpräsident Joachim Rukwied drohte dabei für Januar größere Proteste an, wenn die „unzumutbaren Vorschläge“ nicht komplett zurückgenommen würden.
Aktionswoche der Landwirtschaft
Daraus wird nun eine bundesweite Aktionswoche der Landwirtschaft ab dem 8. Januar, an der sich auch viele Landwirtsfamilien aus der Region Ruhr-Lippe beteiligen. Zum Abschluss ist am 15. Januar in Berlin eine Großdemo geplant. Das bedeutet aber nicht, dass sich die hiesigen Landwirte mit dem Trecker auf den Weg nach Berlin machen müssen. Statt dessen organisiert der Landwirtschaftliche Kreisverband Ruhr-Lippe (WLV) derzeit eine Bus-Tour in die Hauptstadt. Der Start der Aktionswoche erfolgt am Montag in Form einer regionalen Sternfahrt auf der B1 - gemeinsam mit dem Kreisverband Soest.
Kreisverbandsvorsitzender Hans-Heinrich Wortmann informierte auf Anfrage über den aktuellen Stand der Planungen: „Die Sternfahrt ist genehmigt worden. Das heißt, dass aus den umliegenden Regionen unseres Kreisverbandsgebietes - von Dortmund über Holzwickede, Hamm, Schwerte bis Fröndenberg - Trecker auf die B1 fahren werden. Ein Großteil davon trifft sich um kurz vor 11 Uhr an der Geschäftsstelle des WLV an der Marie-Curie-Straße in Unna, um dann gemeinsam in Richtung Werl und Soest zu starten.“
Geplant ist die Tour in beide Richtungen, daher werden sich auch Landwirte aus dem Bereich Soest in Richtung Werl und zudem nach Paderborn auf den Weg machen. Wie viele landwirtschaftliche Maschinen dabei sein werden, stand am Mittwoch noch nicht fest. Wortmann rechnet aber mit über 100 Teilnehmenden. „Wir haben im vergangenen Jahr als Branche so viele Auflagen bekommen, das ist schon unvorstellbar. Jetzt noch Agrardiesel zu streichen und landwirtschaftliche Zugmaschinen zu besteuern, ist inakzeptabel. Da ist es klar, dass die Landwirte aufgebracht sind.“
Proteste starten am Montag
Nachdem der Bauernpräsident im Dezember in Berlin für den 8. Januar Aktionen angekündigt hatte, „wie es das Land noch nicht erlebt hat“, distanzierte sich der Verband Ende 2023 in einem Statement von „Schwachköpfen mit Umsturzfantasien, Radikalen sowie anderen extremen Randgruppen und Spinnern, die unsere Aktionswoche kapern und unseren Protest für ihre Anliegen vereinnahmen wollen.“
Das wird von den heimischen Landwirten befürwortet, wie der Methleraner Wortmann unterstreicht: „Wir wissen tatsächlich nicht, wer sich anhängt. Das sind Dinge, die nicht vom Verband kommen und das sehen wir mit Sorge, denn wir wollen uns als Landwirtschaft nicht instrumentalisieren lassen.“ Nicht zuletzt wegen der jüngst durchgeführten Lichterfahrten genieße die Landwirtschaft ein gutes Image, dieses gelte es zu erhalten, so Wortmann weiter.
Wie lange die Sternfahrt am Montag dauern wird, steht aufgrund der ungewissen Teilnehmerzahl noch nicht fest. Eine Blockade der Bundesstraße 1 sei dabei nicht angedacht, so Wortmann. Im Laufe der Aktionswoche stehen zudem eine Vielzahl an Gesprächen mit Vertretern aus der Politik an.





