Die VKU setzt künftig auf Elektrobusse. Welche Auswirkungen das für den Betriebshof in Kamen hat, erläuterte jetzt VKU-Betriebsleiter Klaus Matthies. Fotos: Christoph Volkmer für KamenWeb.de
von Christoph Volkmer
Kreis Unna. Die Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) hat angekündigt, Schritt für Schritt die derzeit genutzten Dieselbusse durch Elektrobusse zu ersetzten. Eine Maßnahme, die am Betriebshof in Kamen zu längeren Baumaßnahmen führen wird.
Seit Beginn vergangenen Jahres ist die VKU mit neuem Logo unterwegs. Ende 2023 gab es zudem personelle Veränderungen, denn Kreisdirektor Mike-Sebastian Janke ist mit der Geschäftsführung des Unternehmens betraut worden. Nun steht der nächste große Schritt an. In diesem Jahr sollen Bereiche des VKU-Betriebshofs in Kamen so umgebaut werden, dass dort schon bald Elektrobusse geladen werden können. Über die technischen und infrastrukturell erforderlichen Umbaumaßnahmen informierte die VKU am Montagabend im Rahmen einer Veranstaltung, zu der auch Anwohner eingeladen waren.
Die Unterstellhallen auf dem Gelände der VKU werden abgerissen, damit künftig in einer neuen Halle Elektrobusse geladen werden können.
„Wir haben Spannendes vor“, so Mike-Sebastian Janke bei der Vorstellung des Projekts, das dabei helfen soll, die Mobilität im Kreisgebiet neu zu definieren. „Wir wollen und wir müssen uns elektrifizieren. Das bedeutet, dass sukzessive jeder Bus auf einen Elektroantrieb umgestellt wird“, kündigte der Kreisdirektor und VKU-Geschäftsführer vor den rund 40 Gästen an. Dies sei nicht nur im Hinblick auf die Umwelt wichtig, sondern trage auch zu einer Reduzierung der Geräuschimmissionen bei.
56 Omnibusse in Kamen
56 Omnibusse sind am 1909 in Betrieb genommenen Standort der Lünener Straße derzeit positioniert. 200 der insgesamt 340 Mitarbeitenden der VKU starten dort in ihren Arbeitstag. Um eine Ladestruktur zu schaffen, müssen auf dem historisch gewachsenen Betriebshof die im hinteren Bereich befindlichen Unterstellhallen abgerissen werden, wie VKU-Betriebsleiter Klaus Matthies erklärte.
Ein reiner Umbau dieses Bestands sei nicht möglich, denn die notwendige Höhe für Elektrobusse, die von oben aufgeladen werden, bieten die Hallen nicht. Zudem sei die Statik nicht für die Aufnahme der erforderlichen Ladeeinrichtungen geeignet, schilderte Klaus Matthies. Ändern soll sich auch das Befahren der Halle, in die jetzt noch vorwärts rein und rückwärts wieder rausgefahren wird.
Start in der Werkstatt
Landrat Mario Löhr zeigte sich offen für Hinweise der Anwohner.
Beginnen sollen die Umbaumaßnahmen in der Werkstatt, die unter anderem einen neuen Stromanschluss und größere Tore bekommen wird. Zudem müssen dort Hocharbeitsstandsplätze eingerichtet werden. Das Investitionsvolumen für die gesamte Maßnahme wird laut VKU-Betriebsleiter bei „deutlich über 15 Millionen Euro“ liegen. Der Großteil soll vom Land NRW finanziert werden. Hinzu kommen die Kosten für die neuen Busse, die der Kreis auf 12 Millionen Euro beziffert.
Der Bauantrag bei der Stadt Kamen ist gestellt, die Baugenehmigung liegt noch nicht vor. Dass das Unternehmen von einer Bewilligung ausgeht, zeigt, dass bereits 19 Busse mit batterieelektrischem Betrieb bestellt sind. Die ersten drei davon werden im Juli geliefert, Ende des laufenden Jahres werden sechs weitere Busse in Kamen ankommen. Die Arbeiten sollen - nach erteilter Genehmigung - möglichst schon im Sommer beginnen und Ende 2025 beendet sein.
„Wir wollen wirklich nachbarschaftlich mit Ihnen umgehen und nehmen gern den ein oder anderen Hinweis mit auf“, unterstrich Landrat Mario Löhr. Eine Einladung, die einige der Anwohner direkt aufnahmen, die unter anderem Kritik daran äußerten, dass sie erst jetzt über die bereits sehr konkreten Umbaupläne informiert worden sind.
Großes Interesse zeigten die Anwesenden zudem bei der Frage, ob die VKU nicht auch alternative Standorte in den Blick genommen habe. Tatsächlich habe man in Unna, Oberaden und Rünthe drei andere Optionen geprüft, letztlich aber sei unter der Berücksichtigung der wirtschaftlichen Gesichtspunkte die Entscheidung für den bestehenen Standort gefallen, schilderte Klaus Matthies, der noch eine gute Nachricht für die Besucher hatte: „Es müssen zwar Bautätigkeiten vollzogen werden, aber für Sie als Anwohner dürfte es keine Einschränkungen geben.“
Etliche Anwohner waren zur Informationsveranstaltung der VKU gekommen. Einige davon fühlten sich über die bereits weit vortgeschrittenen Planungen schlecht informiert.





