Mit Plakaten und bewusstem Schweigen machten Kita-Mitarbeitende und Eltern in Kamen auf ihre Kritik am KiBiz aufmerksam.
Kamen. Mitarbeitende und Eltern mehrerer katholischer Kindertageseinrichtungen in Kamen haben mit einer Protestaktion auf den aktuellen Entwurf zur Überarbeitung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) reagiert. Beteiligt waren Einrichtungen aus den Gemeinden Herz Jesu, St. Marien, Heilige Familie und St. Christophorus.
Die Aktion fand im Rahmen einer landesweiten Kampagnenwoche statt, zu der Mitarbeitervertretungen und Träger katholischer Kindertageseinrichtungen aufgerufen hatten. In Kamen machten die Teilnehmenden mit einer stillen Demonstration auf ihre Kritik aufmerksam. Mit Plakaten und begleitenden Informationen wiesen sie auf aus ihrer Sicht bestehende Probleme im Gesetzentwurf hin.
Nach Angaben der Beteiligten stehen insbesondere pädagogische und strukturelle Aspekte im Mittelpunkt der Kritik. So wird befürchtet, dass durch eine geplante stärkere Aufteilung der Betreuungszeiten in Kern- und Randzeiten häufiger wechselndes Personal eingesetzt werden könnte. Dies könne sich negativ auf die Kontinuität der Betreuung und die Bindung der Kinder auswirken.
Auch sehen Mitarbeitende und Träger die Gefahr, dass im Alltag weniger Zeit für Gespräche mit Eltern bleibt. Der regelmäßige Austausch beim Bringen und Abholen der Kinder gilt als wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit.
Darüber hinaus wird auf finanzielle Herausforderungen hingewiesen. Nach Einschätzung der Träger reicht die derzeit vorgesehene Finanzierung nicht aus, um insbesondere kleinere Einrichtungen langfristig zu sichern. Auch steigende Kosten für Energie, Instandhaltung und Ausstattung stellten die Kitas vor zunehmende Probleme.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Rolle der Kindertageseinrichtungen als Bildungsorte. Die Beteiligten betonen, dass neben der Betreuung auch die pädagogische Förderung der Kinder im Mittelpunkt stehen müsse und im Gesetzentwurf aus ihrer Sicht nicht ausreichend berücksichtigt werde.
Unterstützung kommt auch aus der Kommunalpolitik. Beigeordnete Christine Kappen erklärte, die Demonstration setze ein wichtiges Zeichen. Kindertageseinrichtungen leisteten einen zentralen Beitrag für Kinder und Familien. Voraussetzung dafür sei jedoch eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung. Aus Sicht vieler Kommunen reiche der vorliegende Gesetzentwurf dafür nicht aus. Die Stadt stehe an der Seite der Träger und Beschäftigten, so Kappen.





