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    Großes Kino – ein Gruß zu Ostern

     Osterzeit ist Filmzeit. Oft geht es dabei um den uralten Kampf von Gut gegen Böse. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.deOsterzeit ist Filmzeit. Oft geht es dabei um den uralten Kampf von Gut gegen Böse. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de

    Osterzeit ist Filmzeit. Die freien Tage – ja die Osterferien selbst – machen es möglich, das Kino nach Hause zu holen. Und da gibt es durchaus einige Filme zu sehen, die längst zu den Klassikern dieser Tage gehören. Manche Filmtitel laden direkt ein zum Heimkinomarathon: Star Wars, Harry Potter, Der Herr der Ringe.

    So unterschiedlich jene Welten auch sind, in die wir mit epischen Bildern hineingenommen werden – ferne Galaxien, magische Internate oder mythische Landschaften –, sie alle erzählen im Kern eine doch bekannte Geschichte: den uralten Kampf von Gut gegen Böse. Die Mächte des Bösen stehen den Verfechtern der Liebe gegenüber, und stets ist es ein Ringen um die Zukunft der Welt. Zugleich kennen all diese Erzählungen das Motiv des Retters, des Auserwählten, der diejenigen anführt, die sich dem Bösen der Welt entgegenstellen. Eine Gestalt tritt hervor, scheinbar unscheinbar. Dennoch wird sie zum Hoffnungsträger für viele.

    Und mehr noch: Diese Filme erzählen immer auch von Krisen. Ganze Welten stehen am Abgrund. Ordnungen zerbrechen, Gewissheiten geraten ins Wanken. Doch gerade darin liegt wohl die eigentliche Kraft jener Filme; sie bündeln die Krise, machen sie greifbar, erzählbar, vielleicht auch verstehbar.

    Wir wiederum, wenn wir beim Filmmarathon doch einmal auf einen Nachrichtensender umschalten, erleben eine Zeit, in der die Fülle an Krisen es kaum möglich macht, wirklich zu verstehen, was gerade alles passiert. Eine Krise jagt die nächste; überall brechen neue oder alte Konflikte auf; vieles scheint miteinander zusammenzuhängen. Überblicken lässt sich dieses Knäuel an Krisen aber nicht. Und so ist es wohl auch verständlich, dass wir uns nach einer Auszeit von diesen Krisen der Welt sehnen. Es ist verständlich, dass wir uns hineinbegeben in diese fernen Welten, die auf unseren Heimkinos aufflackern. Ferne Welten, die uns in eine Geschichte führen, die von einer altbekannten Krisenerfahrung erzählt, die aber – und das wissen wir – ein gutes Ende findet.

    Eine ähnliche Geschichte liegt dem Osterfest zugrunde. Die Geschichte von Jesus, die uns in jedem der vier Evangelien erzählt wird. Die Geschichte von einem jungen Mann, der die Welt mit seiner Liebe zu umarmen versucht, der für seine Überzeugungen ans Kreuz geht und stirbt. Ostern ist nur im Lichte einer Krisenerfahrung – einer fundamentalen Krisenerfahrung – denkbar. Und dann leuchtet aber das Wunder von Ostern hell auf. Das Symbol des Kreuzes – der Krise selbst – verschwimmt im Schein des leeren Grabes. Die Krise rückt in den Horizont der Hoffnung.

    Und dass dieser Horizont alles andere als trivial ist, zeigt die Geschichte derer, die Jesus nachfolgen. Die Geschichte der frühen Christenheit ist weiß Gott keine Komödie. Sie ist ähnlich dramatisch wie die Geschichten jener Filme, die uns zu Ostern in ihren Bann ziehen; eine Krise jagt die nächste. Und doch überstehen die frühen Christen diese Zeit, die ihnen wohl wie ein Knäuel an Krisen vorgekommen sein muss. Sie führen ein Leben, das sie konsequent in den Horizont der Hoffnung rücken.

    Hoffnung ist damit weit mehr als ein Strohhalm, an den man sich in der allerletzten Verzweiflung klammert. Hoffnung ist ein Rechnen mit einer Zukunft, in der die Liebe die Welt umarmt. Und diese Hoffnung ist ein für alle Mal in der Welt, weil eben dieser Mann damals, jene unscheinbare Gestalt aus Nazareth, die Welt mit seiner Liebe umarmt hat.

    Daran erinnern wir zu Ostern; mal mit Gottesdiensten, mal mit Gemeinschaft am Osterfeuer, mal beim ausgedehnten Osterfrühstück mit der ganzen Familie, mal beim stundenlangen Filmmarathon daheim. Wir machen es uns also nicht bloß bequem in der Kirchbank, an der Bierzeltgarnitur, an der verlängerten Esstischtafel oder auf unseren Sofas. Wir rücken ganz bewusst die Krisen unserer Zeit in den Horizont der Hoffnung. Das ist österliche Hoffnung. Oder schlicht: ganz großes Kino.

    Ich wünsche uns allen frohe und hoffnungsvolle Ostern!

    Ihr und Euer Dr. Niklas Peuckmann (Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Kamen)

     

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