Die OGS-Mitarbeiterinnen Susanne Materna, Angela Meyer-Arndt und Jasmin Tischler (von links nach rechts) haben aus der Fortbildung viel neuen Input mitgenommen, den sie in ihrer täglichen Arbeit sehr gut gebrauchen können. Foto: Stadt Kamen
Kamen. Die Arbeit in den offenen Ganztagsschulen (OGS) stellt hohe Anforderungen an die Mitarbeiter – viele von ihnen kommen jedoch aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern. Um sie gezielt zu unterstützen, setzt die Stadt Kamen gemeinsam mit den Trägern auf eine pädagogische Grundqualifizierung.
Ein Beispiel dafür sind Angela Meyer-Arndt, Jasmin Tischler und Susanne Materna. Ihre beruflichen Werdegänge könnten kaum unterschiedlicher sein, doch sie eint die Freude an der Arbeit mit Kindern. Durch die Fortbildung erhalten sie nun wichtiges pädagogisches Handwerkszeug für ihren Alltag im Ganztag.
Die Bedeutung der OGS ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Sie ist nicht nur Lernort, sondern auch Lebensraum für Kinder – ein Ort zum Spielen, für Hausaufgaben und soziale Begegnungen. Gleichzeitig unterstützt sie Familien dabei, Beruf und Alltag besser zu vereinbaren. Trotz dieser wichtigen Rolle gilt der Bereich strukturell als unterversorgt, insbesondere im Hinblick auf qualifiziertes Personal.
Hier setzt die neue Qualifizierungsreihe an, die von der Stadt Kamen gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO), dem Evangelischer Kirchenkreis Unna und dem Kreissportbund Unna entwickelt wurde. In insgesamt 45 Unterrichtseinheiten werden grundlegende Themen wie pädagogische Haltung, kindliche Entwicklung sowie Spiel und Bewegung vermittelt.
Im Auftaktmodul „Pädagogische Grundhaltung“, das von AWO-Dozentin Heike Kostarellis geleitet wurde, erhielten die Teilnehmer wertvolle Impulse für den Umgang mit Kindern. Ein zentraler Ansatz: Kindern im Alltag bewusst Aufmerksamkeit zu schenken, um ihre Entwicklung positiv zu beeinflussen.
Teilnehmerin Susanne Materna, die ursprünglich als Friseurin gearbeitet hat, fühlt sich durch die Weiterbildung in ihrer Tätigkeit bestärkt. Auch Angela Meyer-Arndt bringt vielfältige berufliche Erfahrungen mit und arbeitet heute unter anderem mit geflüchteten Kindern. Für sie ist die OGS ein wichtiger Ort der Stabilität. Jasmin Tischler, gelernte Bürokauffrau, hebt vor allem den Austausch mit anderen Teilnehmern als Gewinn hervor.
Neben der Arbeit mit den Kindern spielt auch die Stärkung der Mitarbeiter selbst eine wichtige Rolle. „Wenn ich gestärkt bin, kann ich auch Kinder besser unterstützen“, lautet ein zentraler Gedanke der Fortbildung. Der aktuelle Kurs ist der erste Durchgang der Qualifizierungsreihe. Perspektivisch sollen alle neuen OGS-Mitarbeiter in Kamen ohne pädagogische Ausbildung dieses Angebot nutzen können.





