Wundersame Wesen auf langen Beinen: Stelzenläufer in bunten Kostümen verleihen dem Frühlingsmarkt den „mystischen Touch“. Fotos: AG
Kamen. (AG) Frische Blumen wohin man schaut, Handwerkskunst und Kunsthandwerk an jeder Ecke, Folkloremusik und Jonglage, und natürlich jede Menge kulinarische Publikumsmagneten locken seit gestern morgen wieder in die Kamener Innenstadt: Der Frühlingsmarkt ist wieder da – und „Kamen blüht auf!“, wie der Titel schon sagt.
Ein Spaß für die ganze Familie ist das Becken mit dem Holzentenrennen im Bereich links der Marktbühne.
Auch das Wetter zeigte sich bisher von seiner besten Seite, schon bei der Eröffnung war der alte Markt rappelvoll mit neugierigen Besuchern, die sich die Eröffnung nicht entgehen ließen – wohlwissend, dass der „Große Bagatelli auch in diesem Jahr wieder mit Flaschen, Fackeln, Besen und Stühlen jonglierte, und dabei einen Kalauer nach dem anderen ’raushaute. Die Auftritte des Gauklers erwiesen sich, genauso wie die der moldawischen Dreimann-Combo „The Bohemian Busketeers“, auch in diesem Jahr als zuverlässiger Garant für die Aufmerksamkeit der Marktbesucher. Im Interesse des Umsatzes hatte sich der Fachbereich Kultur der Stadt Kamen dazu entschlossen, den Frühlingsmarkt ab sofort näher am Monatsanfang steigen zu lassen, Veranstalter Foad Boulakhrif, Chef der Agentur „Schöne Märkte“ kann dies nur recht sein. Er sei durchaus zufrieden mit der Resonanz auf den ersten Veranstaltungstag, sagt Boulakhrif. Jetzt hofft das Frühlingsmarkt-Team, dass das Wetter auch am Sonntag mitspielt.
Gaukler „Bagatelli“ jongliert auch in diesem Jahr wieder mit allem, was nicht niet- und nagelfest ist – einschließlich brennender Fackeln.
Veranstalter Boulakhrif weist darauf hin, dass es gerade für Freunde der Handwerkskunst viel Neues zu entdecken gibt: Ob Böttcher, Filzer, Lehmbauer oder Schmied: An diesem Wochenende wird auf dem alten Markt gearbeitet, unter anderem erstmals auch in der Schauwerkstatt von Schuhmacher Diethelm Büscher rechts hinter der Marktbühne, der dort seine Version der zurzeit schwer angesagten „Barfuß-Schuhe“ vor den Augen der Besucher anfertigt. Der Amateur-Schuster, der im wirklichen Leben Museumspädagoge in Zülpich ist, produziert seine lederne Ware eigenhändig mit einer 120 Jahre alten Dürkopp-Nähmaschine, die in der Trödel-Show „Rares für Bares“ wahrscheinlich abgeräumt hätte.
Neu auf dem Kamener Frühlingsmarkt ist auch Glaskünstlerin Ingrid Kruse aus Oldenburg, an ihrem Stand findet man Glas- und Kristallkunst, Edelstahlschmuck, selbstgezogene Glasfedern, die ähnlich funktionieren wie Tuschestifte, aber auch Ölgemälde von anderen Künstlern, mit denen Ingrid Kruse zusammenarbeitet. Begeistert sei sie insbesondere vom Ambiente auf dem alten Markt, „die Veranstalter haben das wirklich toll gestaltet“, sagt die Glaskünstlerin und kündigt jetzt schon an, dass ihr erster Standauftritt in Kamen nicht der letzte gewesen sein soll.
Der Frühlingsmarkt-Sonntag ist wie immer von 13 bis 18 Uhr verkaufsoffen und auch in diesem Jahr wird an diesem Tag wieder eine optische Attraktion auf den Platz unter der Platane locken: Die Models der ortsansässigen Einzelhändler entern wieder den Catwalk, mit dabei ist die Boutique Nova mit Optik Schulte, das Wein- und Modehaus Schulte und das Optik-Fachgeschäft Contact Optik, das die angesagtesten Brillengestelle präsentiert. Von 14 bis 16 Uhr geht es auf dem Laufsteg auf dem Willy-Brandt-Platz rund, der Frühlingsmarkt „Kamen blüht auf“ ist bis 19 Uhr geöffnet.
Bürgermeisterin Elke Kappen appellierte an die Frühlingsmarktbesucher, „nicht nur zu gucken, sondern auch zu kaufen“.





