Mit einem Gläschen „vom Besten“ läuteten diese drei Freundinnen am Weinstand von Gut Merteshof auf dem alten Markt den Frühling ein. Fotos: AG
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Kamen. (AG) „Heute war mehr los!“ – das war der Satz, der man am Sonntag seitens der Händler und Handwerker des Kamener Frühlingsmarktes auch in diesem Jahr wieder an jeder Ecke hörte, vom Wein-Pub über die Spezialitäten- und Kunsthandwerksstände bis hin zur Kinderwerkstatt am Brunnen. Die Resonanz am Samstag habe sich indessen in Grenzen gehalten.
Die Folkloreband „Bohemian Busketeers“ machten auch am zweiten Veranstaltungstag ordentlich Dampf und sorgten für Stimmung.
Der Erfolg sei insgesamt durchwachsen gewesen, berichtet Weinstand-Chefin Heidrun Gröhl vom Weingut Merteshof, die mit ihrem Sortiment aus Rosé-, Weiß- und Rotwein sowie mit Winzersekt – alles aus eigenem Anbau – eigens für den Kamener Frühlingsmarkt die lange Anreise aus dem rhein-hessischen Weinolsheim, rund 30 Kilometer von Mainz, angetreten war. Zum zweiten Mal war Familie Gröhl – Tochter Christiane war zur Unterstützung mitgekommen – bei „Kamen blüht auf!“ vertreten. Trotz der verhaltenen Resonanz am Markt-Samstag will sie nächstes Jahr wieder dabei sein – „so ein Stand muss sich auf einer Veranstaltung erst einmal etablieren“, sagt sie, schließlich sei sie mit ihrem Stand erst zum zweiten Mal hier.
In der Kinder- und Jugendwerkstatt „Flokis Falkenschmiede“ ließ sich der Frühlingsmarkt-Nachwuchs in die Künste des Schmiedens und des Lederhandwerks einweisen.
Ähnlich sieht es Daniel Luisi, der mit den Honig-Spezialitäten der Imkerei Schmidt aus Dortmund-Sölde angerückt war und ebenso zum wiederholten Mal beim Kamener Frühlingsmarkt dabei war. Schuld könnte die zeitgleich stattfindende Kirmes in der Nachbarstadt Unna sein, mutmaßt Luisi, und auch andere Konkurrenzveranstaltungen in der Umgebung zögen Publikum ab. Der Frühlingsmarkt-Samstag sei seit jeher eher von durchwachsenem Erfolg gekrönt, dafür sei der Sonntag umso ertragreicher gewesen, seine Naturprodukte aus Honig wie Brotaufstriche, Kosmetika, Met, Bier und Honigwein stießen auf reges Interesse. Vielleicht solle man über einen anderen Termin nachdenken, der sich nicht mit anderen Großveranstaltungen überschneidet, meint Luisi.
Christiane und Heidrun Gröhl vom Weingut Merteshof im rhein-hessischen Weinolsheim versorgten die Frühlingsmarktbesucher mit edlen Tropfen aus eigenem Anbau.
Schauschmied und Lederhandwerker Maik Pabel von „Floki’s Falkenschmiede“ aus Groß-Lafferde bei Peine betreibt seine Kinder- und Jugendwerkstatt mit seinem Seniorpartner Rolf Deschner seit Jahr und Tag sowohl auf dem Frühlings- als auch auf dem Hansemarkt. Seine „alte Else“, eine fast 90 Jahre alte Kohlenschmiede, hat er auch in diesem Jahr wieder dabei, und schleppt sie als nächstes auf einen Markt in Koblenz mit. Mit der Resonanz war der selbstständige Handwerkspädagoge und gelernte Streetworker, der sich und seine Arbeit ausschließlich über Spenden finanziert, insgesamt zufrieden, mehr als 500 Kinder hätten bei ihm am Amboss gestanden und sich in der Schmiedekunst unterweisen lassen oder Beutel und Armbänder aus Leder angefertigt, „die meisten davon am Sonntag“, räumt auch er ein, dass der Sonntag auf dem Frühlingsmarkt traditionell offenbar einfach besser läuft als der Samstag.
Daniel Luisi von der Imkerei Schmidt aus Dortmund-Sölde hatte eine breite Palette an Naturprodukten aus Honig im Gepäck, auch er sagt: „Am Sonntag war mehr los“.
Veranstaltungsleiter Foad Boulakhrif von der Agentur „Schöne Märkte“ ist insgesamt zufrieden mit dem Erfolg von „Kamen blüht auf“, auch wenn es noch zu früh für ein abschließendes Fazit ist. Dass am zweiten Markttag mehr los ist, sei nichts Neues, sagt er. Natürlich ziehe auch der Verkaufsoffene Sonntag viele Besucher an, die die Gelegenheit zum Shoppen mit einem Bummel über den Frühlingsmarkt verbinden. Das war etwa bei Tobias Leidecker genau andersherum, der City-Anwohner und regelmäßige Frühlingsmarktbesucher war hauptsächlich am Samstag mit Kind und Kegel auf der Veranstaltung unterwegs. Begeistert sei er über das köstliche Nass am Weinstand gewesen, auch das Angebot an den Ständen und auf der „Futtermeile“ sei klasse, und der Nachwuchs habe immer viel Spaß mit dem kindgerechten Programm der Veranstaltung. Schon jetzt freut er sich auf den Hansemarkt im September, auf dem er natürlich auch Stammgast ist.
Archiv: Verkaufsoffener Sonntag lockt Tausende in die City – Modenschau wieder Publikumsmagnet
Frühlingsmarkt öffnet seine Pforten – und „Kamen blüht auf!“





