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    Kinder fördern: Kritik an geplanten ABC-Klassen

    Kreis Unna. Im nordrhein-westfälischen Landtag steht die Verabschiedung des 18. Schulrechtsänderungsgesetzes bevor. Bestandteil des Gesetzes ist die Einführung sogenannter ABC-Klassen zur Sprachförderung. Während CDU und Grüne dem Gesetzentwurf im Ausschuss für Schule und Bildung zugestimmt haben, lehnt die SPD-Landtagsabgeordnete Silvia Gosewinkel die Pläne ab.

    Nach Ansicht Gosewinkels sei Sprachförderung für Bildungserfolg und Chancengleichheit zwar unverzichtbar. Sie kritisiert jedoch die Ausgestaltung des Konzepts. Dabei verweist sie auf die Anhörung im Landtag, in der mehrere Sachverständige Zweifel an der Wirksamkeit der ABC-Klassen geäußert hätten.

    Kritisch sieht die SPD-Politikerin insbesondere die geplanten Förderstrukturen. Vorgesehen sind zwei 90-minütige Fördereinheiten pro Woche in Gruppen mit bis zu 20 Kindern, die von den Schulen organisiert werden. Nach ihrer Einschätzung bleibe zudem offen, welches Personal die Förderung angesichts des Lehrkräftemangels übernehmen solle.

    Auch die Finanzierung bewertet Gosewinkel kritisch. Sie verweist darauf, dass für die Beförderung der Kinder zu den ABC-Klassen mehr als 100 Millionen Euro vorgesehen seien, während viele Kindertagesstätten weiterhin unter Personalmangel und finanziellen Engpässen litten. Aus ihrer Sicht wäre eine direkte Investition in die Kitas sinnvoller.

    Als Alternative verweist die SPD-Fraktion auf ihr Konzept eines „Chancenjahres“. Dieses setzt nach Angaben der Fraktion auf frühzeitige Diagnostik und gezielte Förderung direkt in den Kindertagesstätten.

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