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    Klimageräte richtig auswählen: Darauf kommt es bei Kauf und Betrieb an

    Verbraucherzentrale in Kamen gibt Tipps für heiße Sommertage

    Ein außen installiertes Splitgerät sorgt für die Wärmeabfuhr aus dem Innenraum. Split-Klimaanlagen arbeiten in der Regel deutlich effizienter als mobile Monoblock-Geräte.Ein außen installiertes Splitgerät sorgt für die Wärmeabfuhr aus dem Innenraum. Split-Klimaanlagen arbeiten in der Regel deutlich effizienter als mobile Monoblock-Geräte.

    Kamen. Längere Hitzeperioden und immer mehr Tropennächte machen das Kühlen der eigenen vier Wände für viele Menschen zum Thema. Entsprechend groß ist das Interesse an Klimageräten. Doch zwischen mobilem Monoblock, Split-Klimaanlage und mobilen Splitgeräten gibt es erhebliche Unterschiede bei Kühlleistung, Stromverbrauch, Lautstärke und Kosten.

    „Eine gute Planung sollte immer vor der Auswahl eines Gerätes stehen. Einer der wichtigsten Aspekte ist die grundsätzlich mögliche Kühlleistung. Ist sie zu gering und nicht angemessen für die Raumgröße, ist die oftmals schnelle und auf den ersten Blick preisgünstige Lösung nicht die beste Wahl“, sagt Astrid Lindner, Leiterin der Verbraucherzentrale in Kamen.

    Die Verbraucherzentrale NRW hat deshalb wichtige Hinweise für Auswahl und Betrieb von Klimageräten zusammengestellt.

    Monoblock oder Splitgerät – wo liegen die Unterschiede?

    Mobile Monoblock-Klimageräte vereinen die gesamte Technik in einem Gehäuse und können frei im Raum aufgestellt werden. Die warme Abluft wird in der Regel über einen Schlauch durch ein geöffnetes Fenster oder eine Tür nach draußen geführt. Die Geräte lassen sich an einer normalen Steckdose betreiben und benötigen keine Installation durch einen Fachbetrieb.

    Fest installierte Split-Klimageräte bestehen dagegen aus einer Innen- und einer Außeneinheit. Beide Teile sind über Kältemittelleitungen miteinander verbunden. Die Installation muss durch einen zertifizierten Fachbetrieb erfolgen. Ein Vorteil: Der lautere Teil der Technik befindet sich außerhalb des Wohnraums.

    Eine Zwischenlösung sind mobile Split-Klimageräte. Auch sie bestehen aus einer Innen- und einer Außeneinheit, werden jedoch werkseitig befüllt und mit geschlossenem Kältemittelkreislauf geliefert. Dadurch können sie grundsätzlich selbst aufgestellt werden. Benötigt werden ein geeigneter und sicherer Platz für das Außengerät, eine Möglichkeit zur Ableitung des Kondenswassers sowie eine Durchführung für die Leitung. Preislich liegen diese Geräte meist über klassischen Monoblocks.

    Splitgeräte arbeiten deutlich effizienter

    Beim Stromverbrauch gibt es große Unterschiede. Hinweise auf die Effizienz liefert das Energielabel. Bei Split-Geräten ist insbesondere der SEER-Wert relevant, bei Monoblock-Geräten der EER-Wert. Da unterschiedliche Bewertungsverfahren verwendet werden, lassen sich die Effizienzklassen der beiden Gerätetypen nicht unmittelbar miteinander vergleichen.

    Ein Problem bei mobilen Geräten ist zudem das geöffnete Fenster für Schlauch oder Leitung. Dadurch kann warme Außenluft in den Raum gelangen und einen Teil der Kühlwirkung wieder zunichtemachen. Eine möglichst gute Fensterabdichtung ist deshalb sinnvoll.

    Besonders ungünstig sind Monoblock-Geräte mit nur einem Abluftschlauch. Sie transportieren Raumluft nach draußen, wodurch ein Unterdruck entsteht. Warme Luft kann anschließend durch Fenster-, Tür- und andere Gebäudespalten wieder nachströmen. Zweischlauchgeräte vermeiden diesen Effekt weitgehend, sind aber deutlich seltener erhältlich.

    Vor allem in großen Räumen, bei intensiver Sonneneinstrahlung oder in schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen können Monoblocks deshalb schnell an ihre Grenzen kommen. Splitgeräte arbeiten in der Regel wesentlich effizienter.

    Die Kühlleistung muss zum Raum passen

    Entscheidend beim Kauf ist nicht allein der Preis. Die Kühlleistung muss auf den jeweiligen Raum abgestimmt sein. Einfluss darauf haben unter anderem die Raum- und Fenstergröße, die Dämmung, die Lage des Raumes, Sonneneinstrahlung sowie Wärmequellen wie Personen oder Elektrogeräte.

    Ein zu schwaches Klimagerät läuft möglicherweise dauerhaft, ohne die gewünschte Temperatur zu erreichen. Ein überdimensioniertes Gerät kann dagegen häufig ein- und ausschalten und dadurch unnötig Energie verbrauchen.

    Geräte mit Inverter-Technik können ihre Leistung dem tatsächlichen Kühlbedarf anpassen und dadurch effizienter arbeiten.

    Auch die Lautstärke sollte vor dem Kauf berücksichtigt werden. Das gilt insbesondere für Geräte in Schlafzimmern. Bei Split-Klimaanlagen spielt zusätzlich das Außengerät eine Rolle, wenn sich beispielsweise Nachbarwohnungen in unmittelbarer Nähe befinden. Angaben zur Geräuschentwicklung finden sich auf dem Energielabel.

    Auch auf das Kältemittel achten

    Ein weiterer Punkt ist das verwendete Kältemittel. Empfehlenswert sind Geräte mit einem möglichst niedrigen Treibhauspotenzial, dem sogenannten GWP-Wert. Die Europäische Union schränkt den Einsatz besonders klimaschädlicher fluorierter Kältemittel schrittweise ein. Ein Gerät mit einem Kältemittel mit niedrigem GWP ist daher auch mit Blick auf zukünftige Vorgaben die bessere Wahl.

    Damit die Stromkosten nicht unnötig steigen, sollte eine Klimaanlage außerdem nur dann laufen, wenn tatsächlich Kühlung benötigt wird. Beispielsweise kann es ausreichen, das Schlafzimmer einige Zeit vor dem Zubettgehen herunterzukühlen.

    Fenster und Türen sollten während des Betriebs geschlossen bleiben. Bei Monoblocks empfiehlt es sich zudem, den Abluftschlauch möglichst kurz zu halten und gegen Wärmeabgabe zu dämmen. Split-Klimageräte sollten regelmäßig gewartet werden. Dazu gehören vor allem die Reinigung der Filter und die Kontrolle des Kondenswasserablaufs.

    Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen

    Ein fest installiertes Splitgerät ist zunächst teurer als ein Monoblock. Zusätzlich entstehen Kosten für die fachgerechte Montage.

    Für ein Gerät, das ausschließlich der Kühlung dient, gibt es grundsätzlich keine Heizungsförderung. Technisch können reversible Splitanlagen jedoch als Luft-Luft-Wärmepumpen arbeiten und sowohl kühlen als auch heizen. Unter bestimmten Voraussetzungen können solche Anlagen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig sein. Entscheidend sind dabei die jeweils geltenden Förderbedingungen und technischen Anforderungen.

    Oft geht es auch ohne Klimaanlage

    Bevor ein Klimagerät angeschafft wird, lohnt sich ein Blick auf andere Möglichkeiten. Am wirksamsten ist es, die Hitze möglichst gar nicht erst in die Wohnung gelangen zu lassen.

    Außenliegender Sonnenschutz wie Rollläden, Jalousien oder Markisen ist dabei besonders wirksam. Auch richtiges Lüften kann helfen: In den kühleren Nacht- und Morgenstunden kann die Wohnung durchgelüftet werden, während Fenster und Sonnenschutz tagsüber möglichst geschlossen bleiben.

    Eine preiswerte Alternative ist der Ventilator. Er senkt zwar nicht die tatsächliche Raumtemperatur, die bewegte Luft wird auf der Haut aber als kühler empfunden. Gleichzeitig ist der Stromverbrauch wesentlich geringer als bei einem Klimagerät.

    Weiterführende Informationen:

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