von Christoph Volkmer
Kamen. Seit dem Herbst vergangenen Jahres haben sich die 20 Mädchen und drei Jungs des Leistungskurses Kunst Q1 des städtischen Gymnasiums Kamen intensiv mit Caspar David Friedrich auseinandergesetzt. Wie sich das für einen kreativen Unterricht gehört, geschah dies nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Insgesamt 22 Unterrichtsstunden hatten die Jugendlichen Zeit, sich mit von der Stadt Kamen zur Verfügung gestellter Acryl-Farbe selbst künstlerisch zu betätigen. Die Aufgabe lautete zunächst, aus dem Bild „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ - einem Selbstporträt von Caspar David Friedrich aus dem Jahr 1818 - das Vordergrundmotiv des einsamen Bergsteigers auf seinem Gipfel, dessen Blick sich in die unerreichbare Ferne der Bergwelt richtet, zu kopieren. „Der Hintergrund des Bildes und damit der überwiegende Flächenanteil sollten danach ausgetauscht und von den Schülern mit einer maximal abweichenden Bildidee gefüllt werden“, erklärt Lehrer Rainer Klarholz.
Die sonst so romantische Intention des Bildes wurde damit ganz bewusst zerstört und das Motiv mit neuen Kombinationen persifliert. Seit dem 2. Mai sind die Ergebnisse der Jung-Künstler im Haus der Stadtgeschichte ausgestellt. Hier findet sich der Wanderer nach seinem Aufstieg mal auf einem fremden Planteen, in der U-Bahn, unter Wasser, vor der Berliner Mauer oder auf Insektengröße verkleinert im Gras wieder.
Die farbenfrohen Werke der Gymnasiasten sind in den nächsten drei Wochen zu den üblichen Öffnungszeiten im Haus der Stadtgeschichte zu begutachten. Danach weicht ein Teil der Bilder im Obergeschoss der Einrichtung einer Ausstellung zu den Partnerschaftsjubiläen mit
Fotos von Stefan Wiernowolski.
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