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    Kamen ist (wieder) Hanse! - Eindrücke vom 30. Westfälischen Hansetag 2013

    BM Hupe und Kulturfachbereichsleiter Frieling besuchen den Stand der Gästeführer-Gilde (Maria-Luise Steffan & Hella Holtkötter) Foto Jürgen Dupke

    von Jürgen Dupke

    Kamen/Rüthen. Seit dem 7. September 2013 ist die Stadt Kamen Mitglied des Westfälischen Hansebundes der Neuzeit. An diesem (und dem Folge-)Tag fand in der sauerländischen Stadt Rüthen der 30. Westfälische Hansetag statt. Bürgermeister Hermann Hupe ist, begleitet von einigen Kamenerinnen und Kamenern, in die Berg- und Hansestadt Rüthen gereist und hat auf der offiziellen Delegiertenversammlung dort den Kamener Antrag begründet.
    Die Aufnahme in den Schoß der Hanse wurde in einem symbolischen Akt vollzogen und mit einer Urkunde, die nun im Stadtarchiv verwahrt wird, dokumentiert.

     

    Warum aber ist es sinnvoll, Mitglied eines solchen Bundes zu sein?
    Die Stadt Kamen war schon einmal Mitglied der mittelalterlichen Städtehanse. Dies geht aus historischen Dokumenten, die bis in das 15. Jahrhundert zurückreichen, zweifelsfrei hervor. Der Zusammenschluss von Städten hatte sich aus der Kaufmannshanse entwickelt. Im Mittelalter, als Kamen eine wohlhabende Stadt war, deren Kaufleute regen Handel in den Nord- und Ostseeraum trieben, schlossen sich diese Händler zum gegenseitigen Schutz und zur Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen zu Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute, eben der sog. ,Hanse‘ zusammen. Dieser Bund war aber nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein wichtiger Faktor.
    Heute lebt der Grundgedanke der Hanse, nämlich der Zusammenhalt unter den Städten, weiter, indem z.B. jedes Jahr in einer anderen Stadt der Westfälische Hansetag gefeiert wird. Und dass Kommunen gerne den Hansetag ausrichten, kann man schon daran erkennen, dass diese Veranstaltungen schon jetzt bis zum Jahr 2029 vergeben sind.

     

    Ein Soester Ritter Foto: Jürgen Dupke

     Die Hansestädte Brilon und Lippstadt in friedlicher Koexistenz Foto: Jürgen DupkeIn der kleinen Stadt Rüthen wurden an beiden Tagen, trotz durchwachsenem Wetter, insgesamt ca. 25.000 Besucher gezählt, die sich an Aktionen und Attraktionen erfreuen konnten. Die Aufführung der Carmina Burana von Carl Orff war am Samstag ein kultureller Höhepunkt, der nur noch durch die Erstürmung der Stadtmauer am frühen Abend übertroffen wurde. Eine „feindliche Kompanie rüstet sich zur Erstürmung der Rüthener Stadtmauer Foto: Jürgen Dupke
    Auch die kleine Kamener Delegation genoss den Tag und das Schauspiel des historischen ,Sturms auf Rüthen‘, der von vielen Laiendarstellern, die sich aus örtlichen Schützenvereinen rekrutierten, nachgespielt wurde. Organisiert hatte die Fahrt nach Rüthen die Kamener Gästeführer-Gilde in Zusammenarbeit mit dem Museumsförderverein. Einige Mitglieder der Gästeführer-Gilde, in historischen Gewändern, repräsentierten die Stadt Kamen mit einem Informationsstand. Dort wurden Kurzfassungen zur Geschichte der Stadt Kamen und andere Werbemittel an die Bürger gebracht. Vielleicht findet der eine andere (sauerländische) Westfale ja demnächst auch einmal den Weg nach Kamen. 

    Manfred Böse und Marlene Siekmann von der Gästeführer-Gilde Kamen machen Pause Foto: Jürgen Dupke

    Dies ist umso mehr zu wünschen, als das hansische Motto ,Stärke durch Gemeinsamkeit‘ heißt. Die Mitgliedstädte der neuen Hanse wollen beweisen, dass der alte hansische Gedanke dazu beiträgt, die Attraktivität einer Stadt zu steigern.
    In Rüthen wurde die Hansefahne an die Stadt Soest weitergegeben. In der heimlichen Hauptstadt Westfalens findet der nächste Westfälische Hansetag am 10. und 11. Mai 2014 statt. Es ist seitens der Gästeführer-Gilde geplant, die Stadt Kamen auch dort wieder zu vertreten.

    Auf Wiedersehen in Soest 2014 Foto: Jürgen Dupke

     

    Kommentar von Klaus Holzer:

    Aber es zeigte sich auch, daß sich Kamen für zukünftige Auftritte in diesem Rahmen von den etablierten Mitgliedern noch einiges abgucken kann. Für den Anfang war das schon ganz gut, wenn man aber den Auftritt von Städten wie z.B. Lemgo sieht, dann weiß man, daß da noch viel Luft nach oben ist. Reichhaltigeres Informationsmaterial über Kamen könnte dabei helfen, unsere Stadt nicht nur als Stadt des Kamener Kreuzes, sondern insgesamt besser bekannt zu machen.

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