Nach wie vor führen Muskel- und Skeletterkrankungen die Krankenstandsstatistiken der Betriebskrankenkassen an. Auf allein knapp sechs Millionen Krankheitstage addierten sich 2012 die Arbeitsunfähigkeitstage der beschäftigten Mitglieder der BKK vor Ort – davon waren 26,9 Prozent die Folge von Muskel- und Skeletterkrankungen. Damit bestätigen die Zahlen der drittgrößten BKK in der Bundesrepublik die Ergebnisse des BKK Dachverbandes auf der Bundesebene.
Trotz der Zunahme psychischer Störungen als Auslöser für Krankschreibungen stehen Muskel- und Skeletterkrankungen in der Krankenstandsstatistik der BKK vor Ort weiterhin ganz oben. Sie waren in 18,6 Prozent der Fälle Ursache der Krankschreibung und verursachten rund 27 Prozent aller AU-Tage. Im Durchschnitt dauerte ein Arbeitsunfähigkeitsfall der Mitglieder der BKK vor Ort wegen Rückenerkrankungen 20,7 Tage. Dabei sind Männer mit nahezu 24 Fällen pro 100 Mitglieder deutlich öfter betroffen als Frauen mit 18 Fällen pro 100 Mitglieder. Die Dauer eines AU-Falles bei der BKK vor Ort ist bei Frauen mit 21,3 Tagen etwas höher als bei den Männern mit 20,3 Tagen.
Da Muskel- und Skeletterkrankungen im Wesentlichen Folge dauerhafter Belastungen und fortwährendem Verschleiß sind, verändert sich die Ausprägung mit dem Alter der Mitglieder. So steigt die Zahl der Fälle bei den unter 25-Jährigen von 11,6 pro 100 Mitglieder auf 31,6 pro 100 Mitglieder bei den über 55-Jährigen. Bei den AU-Tagen wegen Muskel- und Skeletterkrankungen steigt der Anteil bei unter 25-Jährigen von 13 Prozent der gesamten AU-Tage dieser Altersgruppe auf fast ein Drittel aller AU-Tage der über 55-Jährigen an.
Die Behandlung chronischer Rückenschmerzen ist aufwendig und anspruchsvoll. Die BKK vor Ort hat hierzu schon seit längerem besondere Versorgungsverträge für Patienten geschlossen, denen in der üblichen Regelversorgung nicht mehr geholfen werden kann. Der Schwerpunkt der zusätzlichen Behandlungsangebote liegt auf der für den Patienten individuell richtigen Bewegung. Dabei werden die Patienten interdisziplinär von Orthopäden, Schmerztherapeuten sowie Physio- und Verhaltenstherapeuten betreut.
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