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    Schulausgangsuntersuchung 2013 - Fast 25 Prozent sind zu dick

    Dr. Petra-Winzer-Milo hat die Schulausgangsuntersuchung ausgewertet. (C) Kreis UnnaKreis Unna. Gut ist, wenn es uns gut geht. Deshalb setzt der Kreis schon bei Kindern und Jugendlichen auf Vorsorge. Doch das Angebot kommt nicht überall an. Mehr noch: Die Gesundheit des Nachwuchses könnte besser sein.

    Das ist zusammengefasst das Ergebnis einer 2013 vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Kreises durchgeführten Schulausgangsuntersuchung. Untersucht und befragt wurden dabei 357 Schülerinnen und 458 Schüler der neunten Jahrgangsstufen in Förderschulen (122 Schüler), Hauptschulen (290) und Gesamtschulen (403) in allen Städten und Gemeinden (außer Bergkamen).

    Die J1, eine Vorsorgeuntersuchung für Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren, gibt es seit 1998. "Aber trotz zwischenzeitlich positiver Tendenzen und intensiver Werbung hat 2013 nur jeder dritte Schüler das kostenlose Angebot der Krankenkassen genutzt", berichtet Dr. Petra Winzer-Milo, die Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes beim Kreis.

    Probleme beim Sehen
    Die Medizinerin geht davon aus, dass die Schulärztinnen deshalb bei fast jeder vierten Untersuchung (193) zu behandlungs- bzw. kontrollbedürftigen Befunden kamen. Zusätzlich dazu wurde 167 Jugendlichen (20,5 Prozent) der Besuch beim Augenarzt und 13 Jugendlichen eine Überprüfung der Hörfähigkeit beim HNO-Arzt empfohlen.

    Zu viele dicke Schüler
    Auch das Körpergewicht bereitet zunehmend Sorgen. So hatten 113 Kinder und Jugendliche (13,8 Prozent) Übergewicht, 87 (11 Prozent) waren sogar adipös. "Insgesamt brachten also 25 Prozent der Schüler zu viel Gewicht auf die Waage, wobei die Mädchen mit fast 30 Prozent mehr betroffen waren als die Jungen mit 21 Prozent", informiert Dr. Petra Winzer-Milo.

    Impfschutz nicht vollständig
    Die Schulärztinnen haben sich auch die Impfbücher der 815 untersuchten Kinder und Jugendlichen angesehen. Insgesamt wurden 546 (67 Prozent) Impfbücher ausgewertet. Hierbei handelte es sich teilweise um Ersatzimpfbücher, in denen nicht alle Impfungen dokumentiert worden waren. Bei

    16 Prozent fehlte die vierte Impfung gegen Polio
    4 Prozent hatten keine Masernimpfung
    6 Prozent hatten nur eine Impfung gegen Masern
    48 Prozent hatten keine Impfung gegen Meningokokken
    19 Prozent hatten keine Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten
    64 Prozent der Mädchen hatten keinen Nachweis für einen Impfschutz gegen humane Papillomaviren (HPV), eine Mitursache von Gebärmutterhalskrebs
    nur knapp 50 Prozent der Jugendlichen hatten nachweislich einen altersentsprechenden Impfschutz (gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Pertussis, Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis B und Meningokokken)

    143 ließen sich spontan impfen
    Es gab aber auch spontane Erfolge. "143 der untersuchten Schüler und Schülerinnen erhielten mit Einverständnis der Eltern während der Untersuchung eine oder mehrere Impfungen durch die Schulärztin", freut sich Dr. Winzer-Milo.

    Verhalten in der Freizeit erfragt
    Die Ärztinnen des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes beim Kreis fragten bei der Schulausgangsuntersuchung auch nach dem Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen.

    43 Prozent waren nach eigenen Angaben im Sportverein organisiert (39 Prozent Mädchen | 46 Prozent Jungen)

    "Jugendlichen mit Problemen wie etwa Rückenschmerzen haben die Schulärztinnen Vereinssport oder ambulanten REHA-Sport mit Unterstützung der Krankenkasse und nach Verordnung durch niedergelassene Ärzte empfohlen", so Dr. Winzer-Milo.

    20 Prozent der Mädchen zwischen 12 und 14 Jahren nahmen nach eigenen Aussagen die Pille

    Rauchen - Alkohol - Drogen
    Noch vor zehn Jahren gab es bei einer ähnlichen Befragung zumeist zustimmende Antworten zum Zigarettenkonsum, zum Alkoholgenuss und auch zum Drogenkonsum. "Auch wenn wir davon ausgehen, dass nicht alle wahrheitsgemäß geantwortet haben, können wir hier kreisweit eine deutliche und erfreuliche Trendwende verzeichnen", weist Dr. Petra Winzer-Milo auf ein positives Ergebnis der Schulausgangsuntersuchung hin.

    20 Prozent der Mädchen gaben an zu rauchen
    15 Prozent der Jungen griffen regelmäßig zum "Glimmstengel"
    38 Prozent der Jungen räumten gelegentlichen Alkoholkonsum ein
    32 Prozent der Mädchen tranken nach eigenem Bekunden ab und an
    13 Kinder und Jugendliche bezeichnen sich selbst als regelmäßige Trinker
    16 Kinder und Jugendliche hatten nach eigenem Bekunden Drogenerfahrungen

    Computer - Spielkonsole - Handy - Fernseher
    Während klassische Süchte eher rückläufig sind, nimmt das technikgebundene Suchtverhalten bei Mädchen und Jungen deutlich nach Auswertung der stichprobenartigen Befragung unter den 12- bis 14Jährigen deutlich zu.

    70 Prozent verbringen mindestens zwei Stunden täglich mit technischen Geräten
    50 Prozent davon sitzen sogar fünf Stunden und mehr an PC und Co.
    80 Prozent surfen mit dem Handy im Internet
    Nur 4 Prozent der Befragten nutzen privat weder PC noch Spielkonsole oder Handy

    "Der reine Fernsehkonsum geht im Vergleich zu Vorjahren wohl eher zurück. Oft läuft der Fernseher nebenbei als Geräuschkulisse, wobei die Sendung selbst nicht wirklich gesehen wird", schließt die Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes aus der Umfrage.

    Mehr als 40 Prozent gaben an, täglich maximal zwei Stunden fern zu sehen
    Nur 24 Prozent schauen täglich länger in "die Röhre"

    Großer Beratungsbedarf
    "Die Einzelgespräche mit den Kindern und Jugendlichen haben gezeigt, dass ein großer Bedarf im Hinblick auf Beratung und auch bei der medizinischen Betreuung besteht", zieht Dr. Petra Winzer-Milo ein Fazit der Schulausgangsuntersuchung für 2013.
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