Kostenlose Annahme am Wertstoffhof
Kreis Unna. Ausrangierte Elektrogeräte dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden, sondern müssen getrennt gesammelt werden. Dies schreibt das bereits im Jahre 2006 in Kraft getretene Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) vor. Die getrennte Erfassung und Sammlung der Geräte vor Ort ist Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger. Im Kreis Unna ist die kreiseigene GWA – Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft dafür zuständig. Sie leitet die auf den Wertstoffhöfen und im Rahmen von Sperrmüllsammlungen eingesammelten Geräte zur Verwertung an die Hersteller weiter.
„Alle ausgedienten Elektrogeräte können kostenlos am Wertstoffhof abgegeben werden, sagt GWA-Abfallberaterin Stefanie Lieg. Obwohl das Gesetz schon seit fast acht Jahren gilt, gebe es hier offensichtlich immer noch Verunsicherungen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern. Dies zeige sich immer wieder bei Fragen am Beratungstelefon oder direkt an das Wertstoffhofpersonal. „Die kostenlose Annahme gilt gleichermaßen sowohl für Klein- als auch für Großgeräte“, erläutert Stefanie Lieg. Dazu gehören zum Beispiel Bügeleisen, Kaffeemaschinen, Rasierer, Stereoanlagen, Toaster, MP3-Player, Handys oder Kühl- bzw. Gefriergeräte, Geschirrspül- und Waschmaschinen, Trockner, Fernseher, Computer, Ölradiatoren etc.
Für Elektrogroßgeräte bieten die Kommunen im Kreis Unna gegen Gebühr auch eine Abholung im Rahmen der Sperrmüllabfuhr an. Elektrokleingeräte sind davon in der Regel ausgeschlossen.
Durch das ElektroG werden also sowohl Hersteller von Elektrogeräten als auch Verbraucher in die Pflicht genommen: Die Hersteller sind verpflichtet, die eingesammelten Geräte kostenlos zurückzunehmen und nach dem Stand der Technik zu verwerten. Der Verbraucher hat das Recht auf die kostenlose Abgabemöglichkeit, aber auch die Pflicht, selbst kleinere Elektrogeräte nicht mehr über die Restmülltonne zu entsorgen, sondern am Wertstoffhof abzugeben.
In 2010 wurden nach Angaben des Umweltbundesamtes 1,7 Millionen Tonnen Elektrogeräte in Verkehr gebracht. Im gleichen Zeitraum wurden etwa 780.000 Tonnen Elektroaltgeräte gesammelt. Sie enthalten unzählige verschiedene Substanzen: Neben wertvollen Rohstoffen wie Kupfer und Aluminium sind dies auch umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe wie Cadmium, Blei, Quecksilber oder Flammschutzmittel. Wichtigstes Ziel des ElektroG ist es, dass eine fachgerechte und schadlose Entsorgung der Altgeräte sichergestellt wird, indem die Rohstoffe verstärkt zurückgewonnen und recycelt, die Schadstoffe kontrolliert erfasst und entsorgt werden.
Deshalb sollten die Altgeräte auch nicht den sogenannten „fliegenden Schrotthändlern“ überlassen werden, wie die Abfallberaterin rät. Denn beispielsweise aus Kühlschränken, die achtlos transportiert und ausgeschlachtet werden, entweicht umweltschädliches Kühlmittel, das Klima und Böden schädigt. Bei einer beabsichtigten Abholung durch die Sperrmüllabfuhr sollten die Geräte immer erst am Abholtag bereit gestellt werden, damit über Nacht keine Bauteile entfernt werden.
Weitere Entsorgungsfragen beantwortet die GWA-Abfallberatung unter der gebührenfreien Telefonnummer 0 800 400 1 400 montags bis donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 15 Uhr. Infos gibt es auch unter www.gwa-online.de.





