Bochum. www - das World-Wide-Web - steht für unbegrenzte Information und Kommunikation. Rund 40 Millionen deutschsprachige Gesundheits-Surfer recherchieren hier nach Krankheitssymptomen, Diagnosen und Heilverfahren, tauschen sich über die Wirkungen von Therapien und Arzneimitteln aus und kaufen Gesundheitsprodukte und Dienstleistungen. Wer die Gesundheits-Surfer sind und was sie genau tun, untersucht die ePatient Studie von Prof. Dr. Mike Friedrichsen, Stuttgart Media University und Institute for Media Business GmbH Berlin, und Dr. Alexander Schachinger, Digital Healthcare Research&Consulting.
Die BKK vor Ort ist als Partner an der Studie beteiligt, mehr als zehn Prozent der Befragten sind bei der BKK vor Ort versichert. Analysiert wurden die Antworten von insgesamt rund 3100 Teilnehmern einer Online-Befragung.
- Das Durchschnittsalter der Teilnehmer beträgt 59 Jahre bei einem häufigsten Alter zwischen 44 bis 74 Jahren. Der Anteil der Frauen liegt bei 60,1%. 42,7% der Befragten sind 60 Jahre und älter.
- 86,5% der Befragten gaben an, hauptsächlich für sich selbst nach Informationen zu suchen. Davon hatten 47,5% eine chronische Erkrankung. Weitere 25% der Surfer recherchierten aus einem akuten Anlass.
- In der Gruppe der über 60jährigen nannten als häufigste Indikationen 32,3% Probleme mit dem Bewegungsapparat, 24,7% Herz-/Kreislauf-Erkrankungen und 17,9% Stoffwechselerkrankungen. Bei den unter 40jährigen waren psychische Erkrankungen mit 19,7% sowie chronische Schmerzen mit 16,4% die häufigsten Indikationen.
- Als Motivation nannten 62,1% der Surfer „grundlegend etwas über die Erkrankung zu erfahren“, 50,9% suchten gezielt nach einem Arzt oder einer Klinik. Den Austausch mit gleichfalls Betroffenen suchten 40,1% im Internet und 33,9% kauften Medikamente oder Gesundheitsprodukte.
- Chronisch kranke Teilnehmer nutzten zu 44,8% das Internet als Informationsquelle begleitend zur verordneten Therapie, 19,1% suchten online nach einer Alternativ-Therapie, eine Entscheidungshilfe bei der Therapiewahl suchten 7,1% und 6,7% informierten sich erstmalig zu Beginn einer Therapie.
- Hohe Bedeutung haben für Gesundheits-Surfer Verzeichnisse (56%) und Bewertungsseiten (51%). Foren/Communities nutzten 25% und Kommunikation mit Experten (z. B. Chats) nannten 13,4%. Die direkte Kommunikation per e-mail mit dem eigenen Arzt nutzten 8,9% der Teilnehmer.
- Zum erreichten Nutzen gaben 78,9% der e-Patienten an, ihre Krankheit jetzt besser zu verstehen und 63,1% besser mit ihrer Erkrankung im Alltag umgehen zu können. Chronisch Kranke konnten nach eigenen Angaben zu 56,9% mit ihren Medikamenten besser umgehen und nahmen sie jetzt „richtig“ ein. 62% der Chroniker befolgten durch die Online-Informationen die Therapie-Anweisungen ihres Arztes besser und 65,5% verstanden jetzt „was für Heilung und Reha wichtig ist“. Lediglich 14,4% aller Befragten fanden die Informationen im Internet nicht hilfreich.
- „Der Informationsbedarf und das Kommunikationsverhalten der Internet-Nutzer verändert immer stärker die Strukturen innerhalb des traditionellen Gesundheitswesens“, erläutert Dietrich Hilje, Pressesprecher der BKK vor Ort. “Das Internet erschließt nicht nur Informationen über die Qualität von Kliniken und Ärzten, es verändert Vertriebs- und Beschaffungswege für Arznei- und Hilfsmittel oder Dienstleistungen. Und es schafft auch neue Anwendungsbereiche in der Behandlung zum Beispiel chronisch Kranker. E-Learning und Patienten-coaching machen Kranke zu mündigen Patienten. Patienten, die ihre Erkrankung und die Therapie besser verstehen, haben eine stärkere Therapietreue und damit eine höhere Wirksamkeit der Behandlung.“







