Es ist 22 Uhr und noch immer zeigt das Thermometer im Schlafzimmer fast 30 Grad. Kein Wunder, dass da an einen ruhigen erholsamen Schlaf kaum zu denken ist. Mit den Temperaturen in der Nacht steigen Müdigkeit und Unaufmerksamkeit am Tag. Denn ausreichender Schlaf ist für unsere Gesundheit unabdingbar. Schäfchen zählen ist da nicht das Mittel, das Abhilfe schafft. Aber was dann?
Zunächst: Morgens und abends – wenn die Temperaturen niedriger sind – viel frische Luft ins Zimmer lassen. Durchzug beschleunigt das Lüften. Wenn möglich tagsüber das Schlafzimmer verdunkeln; ist die Sonne ausgesperrt, heizt sich der Raum weniger stark auf. Bettdecke und Schlafzeug sollten möglichst aus leichten und saugfähigen Stoffen sein. Eventuell reicht lediglich ein Laken als Zudeck aus. Aus hygienischen Gründen nicht ohne Schlafanzug oder Nachthemd schlafen – der Körper gibt über Nacht bis zu einem halben Liter Flüssigkeit ab. Laken und Schlafanzug im Kühlschrank vorzukühlen hat nur eine kurze Wirkung – ist daher weniger empfehlenswert. Matratze prüfen, da viele für Sommer und Winter unterschiedliche Seiten haben. Wer bei offenem Fenster schlafen kann, sollte Zugluft vermeiden.
Hilfreich ist vor allem eine gute Schlafhygiene. Der Begriff Schlafhygiene bezeichnet Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen, die einen gesunden Schlaf fördern. Daher empfiehlt sich eine kritische Bestandsaufnahme. Zugegeben, das senkt nicht die Raumtemperatur. Dennoch, wer sich an die Tipps für eine gute Schlafhygiene hält, verbessert seine Chancen für einen erholsamen Schlaf.
- Koffeinhaltige Getränke ab dem Nachmittag möglichst meiden, auf Zigaretten verzichten. Alkohol eignet sich nicht als Einschlafhilfe - die Schlafqualität verschlechtert sich. Schlafmittel können in Ausnahmefällen helfen, sollten aber nicht regelmäßig und über längere Zeit genutzt werden. Die Gefahr sich an Schlafmittel zu gewöhnen ist sehr groß.
- Gerade, wenn man den ganzen Tag schwitzt, möchte man vor dem Zubettgehen noch duschen oder baden. Aber nicht mit kaltem Wasser - das erfrischt zwar, vertreibt aber die Müdigkeit.
- Sport ist grundsätzlich gesund, wirkt aber nicht Schlaf fördernd – daher keine körperlichen Anstrengungen vor dem Schlafen gehen.
- Die letzte vollständige Mahlzeit sollte man spätestens drei Stunden vor dem Schlafen gehen essen – etwas Leichtes, gerade bei sommerlichen Temperaturen. Auch größere Mengen Flüssigkeit vor dem Zubettgehen fördern den Schlaf nicht. Der verstärkte Harndrang führt eher zu Durchschlafstörungen. Vor allem keine Eisgetränke zu sich nehmen, weil der Körper viel Energie aufbringen muss, die Flüssigkeit auf „Normaltemperatur“ aufzuheizen.
- Wer abends müde ist, sollte sich schlafen legen – auch wenn es ihm noch früh erscheint. Wer zu Bett geht und nach einer viertel bis halben Stunde immer noch wach ist, sollte wieder aufstehen und sich mit etwas beschäftigen, das weder anstrengt noch aufregt – besser nicht im Bett fernsehen oder lesen. Nachts aufzuwachen ist nicht unnormal, daher: Ruhe bewahren, dabei können Entspannungsübungen helfen. Wer die Geduld verliert und unter Erfolgsdruck gerät, schläft selten wieder ein.
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