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    Von der Praktikantin zur Fachkraft

    Foto von links nach rechts: Daniel Berglar (Arbeitsvermittler, Jobcenter Kreis Unna), Katrin Berwing (frisch examinierte Fachkraft), Veronika Born (Geschäftsleitung und Bereichsleitung ambulante Pflege), Elke Willingmann (Stellv. Bereichsleiterin ambulante Pflege)Katrin Berwing schafft den langen Weg zur examinierten Altenpflegerin

    Kreis Unna/Bergkamen. Als alleinerziehende Mutter ohne Schulabschluss und Ausbildung stehen die Chancen erwartungsgemäß nicht gut, einen dauerhaften und existenzsichernden Arbeitsplatz zu finden. Der 27-jährigen Katrin Berwing aus Kamen war das bewusst. Sie meisterte Ihre Lebenslage sehr vorbildlich: Sie holte ihren Schulabschluss nach und lies sich von der Praktikantin über die Altenpflegehelferin bis hin zur examinierten Fachkraft ausbilden.
     
    Nach der neunten Klasse verlies sie die Schule und verdiente ihren Lebensunterhalt mit Minijobs – mal als Servicekraft, dann in der Bäckerei oder im Einzelhandel. „Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich mit solchen Jobs meinen Lebensunterhalt niemals dauerhaft sichern kann“, sagt die inzwischen 27-jährige Katrin Berwing heute. Sie entschied sich mit 19 Jahren für die Abendschule, wurde aber noch währenddessen schwanger. „Meinen Schulabschluss habe ich aber trotzdem gemacht!“
     
    Von der Praktikantin zur Fachkraft
    Mit dem Schulabschluss in der Tasche und einem Kleinkind daheim sprach sie dann im Jobcenter in Bergkamen vor. „Noch während der Elternzeit hat Frau Berwing Beratung im Jobcenter gesucht“, berichtet Arbeitsvermittler Daniel Berglar. „Sie wollte eine klare Perspektive für ihre Zukunft.“ Nach einen vierwöchigem Praktikum, welches sie bereits bei der AuK Alten- und Krankenpflege GmbH in Bergkamen absolvierte, stelle sich heraus, dass ein Pflegeberuf für die junge Mutter genau das Richtige war. „Der vorerst mögliche Bildungsweg für Frau Berwing war dann die einjährige Ausbildung als Altenpflegehelferin“, erklärt Berglar. Aber das war ihr noch nicht genug – sie absolvierte noch die zweijährige Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin und ist nun als Fachkraft in ihrem damaligen Praktikumsbetrieb tätig.
     
    „Gelernt habe ich nachts“
    „Hätte ich meine Mutter nicht im Rücken gehabt, die oft für die Betreuung meines Kindes gesorgt hat und einen Arbeitgeber, der mir nicht hier und da entgegengekommen wäre, dann wäre das alles nicht möglich gewesen“, so Berwing. Doch Geschäftsführerin Veronika Born weiß: „Dazu gehört aber auch eine gut Portion Disziplin! Schließlich blieb zwischen Schule, Kind und Arbeitsplatz kaum Zeit für die eigene Freizeit oder gar zum Lernen.“ „Das stimmt“, räumt Berwing ein. „Für die Schule habe ich immer nachts gelernt.“
     
    Eine große Prüfung vor dem Einstieg in die ambulante Pflege
    Als familienfreundliche Arbeitgeberin hatte Veronika Born Verständnis für die Lage der jungen Frau: „Ich bin Frau Berwing natürlich mal mit kürzeren Touren entgegengekommen, damit sie alles unter einen Hut bringen konnte. Und zu den Dienstbesprechungen hat sie den Kleinen einfach mitgebracht.“ Das sei überhaupt kein Problem. Vor Einstieg in die ambulante Pflege musste Frau Berwing allerdings noch eine andere große Prüfung bestehen - die Führerscheinprüfung. „Die Einstellungszusage war natürlich an die Bedingung geknüpft, dass Frau Berwing flexibel einsetzbar ist und den mobilen Pflegedienst unterstützen kann“, erläutert Arbeitsvermittler Daniel Berglar, der seine Kundin in ihrem Vorhaben unterstützte. „In diesem individuellen Fall konnte wir sogar die Kosten für den Führerschein übernehmen“, erklärt der Jobcenter-Mitarbeiter.

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