Durcharbeiten unter Volldampf – ohne Pause bis zum Feierabend und manchmal auch am Wochenende. Da ist schnell der Akku leer. Dauerbelastung am Arbeitsplatz ist ein erhebliches gesundheitliches Risiko. Das gilt sowohl für die physische als auch die psychische Gesundheit. Damit dies nicht automatisch zu einer Erkrankung führt, ist eine Pausenkultur unumgänglich. Im Betrieb sorgen Gesetze, Vorschriften, Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen für notwendige Erholungszeiten. Spätestens am Feierabend ist dann die Zeit für eine längere Erholungspause gekommen. Dabei sind Erholung und Abschalten sehr individuell. Für den einen sind Haus- und Gartenarbeit entspannend, für den anderen Sport oder kulturelle Aktivitäten, für den Dritten sind es Unternehmungen mit der Familie oder Freunden. Ein solch aktiver Ausgleich ist jedoch nicht für jedermann erholsam. Viele Menschen empfinden Freizeitstress und Dauerbelastung. Zunehmend erholen sich Beschäftigte daher mittlerweile passiv, indem sie die Füße hochlegen und nichts tun – so die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Landesinstituts für Arbeitsgestaltung in NRW (Gesunde Arbeit NRW 2014). Egal ob aktive Strategien zur Erholung verfolgt werden oder passive, gemeinsam ist die Suche nach Wegen, die belastenden Auswirkungen der Arbeit zu mildern und auszugleichen.
Dem Belastungsabbau stehen oft strukturelle und individuelle Widerstände entgegen. Unter den Erholungshemmnissen sind die „Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen“, „Verpflichtungen gegenüber Familie, Partnerin und Partner“ und „Gedanken an die Arbeit“ am häufigsten genannt.
Handlungsstrategien müssen daher in zwei Richtungen entwickelt werden: Strukturell bedingte Hemmnisse müssen abgebaut werden, um Beschäftigten den Zugang zur notwendigen Erholung zu ermöglichen, das betrifft z. B. Betreuungszeiten für Kinder oder pflegeunterstützende Angebote. Zusätzlich müssen verstärkt flexible Angebote entstehen, die Beschäftigten mit Mehrfachbelastungen die Teilnahme an gesundheitsfördernden Maßnahmen erleichtern – das können Kompaktangebote sein aber auch online-Angebote.
Gleichzeitig müssen Beschäftigte ihre Eigenverantwortung wahrnehmen – hier fördern Bonusprogramme die Motivation. Hilfe auf dem Weg zur Entspannung bieten Kursangebote verschiedener Anbieter. Die Kursdatenbank der BKK vor Ort hält rund 360.000 Gesundheitsangebote vor - darunter auch online-Angebote für Interessierte, die Angebote mit festen Terminen nicht nutzen können.
Die Kursdatenbank ist zu finden unter www.bkkvorort.de Stichwort „Gesundheitskurse“ (Webcode 37).
Weitere Informationen gibt es auf dem Internet-Portal des Landesinstituts für Arbeitsgestaltung in NRW unter www.lia.nrw.de/erholung. Hier kann auch getestet werden, ob man für Erholungsangebote überhaupt noch zugänglich ist.
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