Kreis Unna. Die Zahl der Firmeninsolvenzen im Kreis Unna hat sich auf einem niedrigen Niveau eingependelt. Insgesamt mussten in den ersten sechs Monaten des Jahres 98 Unternehmen Insolvenz anmelden. „2014 gehen wir von bis zu 200 Firmeninsolvenzen aus“, prognostiziert Harald Küst, Leiter der Agentur für Arbeit Hamm.
Im Jahr 2013 gingen im Kreis Unna insgesamt 178 in die Insolvenz. Dies war der tiefste Stand seit dem Jahr 2001. Noch im Jahr 2012 wurden dagegen 284 Insolvenzen beantragt. Deshalb, so der Agenturchef, sei das jetzige Niveau nicht Besorgnis erregend.
Als Hauptursache für die stabile Situation sieht die Agentur für Arbeit Hamm die anhaltend stabile Konjunktur. Ein stabiler Arbeitsmarkt und leichte Einkommenszuwächse, verbunden mit einer niedrigen Inflation, fördere den Aufschwung des privaten Konsums. „Zudem haben die Unternehmen durch günstige Finanzierungen gute Rahmenbedingungen“, so Küst. „Darüber hinaus beobachten wir aufgrund der sinkenden Zahlen weniger Anschlussinsolvenzen, bei denen zahlungsunfähige Unternehmen andere Firmen mit in die Insolvenz reißen.“
Die Nachrichten einer Konjunkturabschwächung im zweiten Quartal 2014 haben aktuell noch keinen Einfluss auf die Zahl der Firmeninsolvenzen. „Konjunkturprognosen spiegeln die Zukunftserwartungen wider. In den Insolvenzstatistiken zeichnet sich hingegen die Entwicklung der Vergangenheit ab“, erklärt Harald Küst. Aus Sicht der Agentur sind insbesondere Unternehmen betroffen, die nur ein bis zwei Jahre am Markt aktiv waren. Arbeitslose, die sich beruflich auf eigene Beine stellen wollen, sollten deshalb zunächst Kontakt mit ihrem Arbeitsvermittler aufnehmen.





