Bochum. „Nach dem Klo und vor dem Essen – Hände waschen nicht vergessen.“ Eine der wichtigsten Lebensweisheiten, die leider allzu gerne nicht befolgt wird. Das ist nicht nur ekelig, sondern auch gesundheitlich äußerst bedenklich. Denn eine ausreichende Handhygiene ist ein notwendiger und wirksamer Schutz vor Infektionskrankheiten.
Nicht nur Erkältung und Grippe haben im Winter Hochsaison. Auch die so genannte „Magen- und Darmgrippe“ grassiert jetzt wieder. Zwischen Oktober und März erreicht sie Jahr für Jahr ihren Höhepunkt. Wen es erwischt, der leidet unter heftigen Brech-Durchfällen. Hervorgerufen wird diese Infektion meistens durch das Norovirus. Noroviren sind hochansteckend. Daher bilden sich oft schnell regionale Schwerpunkte etwa in Schulen, Kindertageseinrichtungen oder Altenheimen und – besonders unschön – auf Kreuzfahrtschiffen. Auch für 2014/2015 wird ein neuer Infektions-Rekord vorhergesagt.
Am häufigsten werden Ausbrüche durch Übertragungen von Mensch zu Mensch verursacht, zum Beispiel durch Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die im Rahmen des schwallartigen Erbrechens entstehen. Oder das Virus wird buchstäblich von Hand zu Hand weitergegeben. Übertragungen können aber auch durch verunreinigte Lebensmittel, Flüssigkeiten oder durch Kontakt mit Oberflächen ausgelöst werden, die auch von Erkrankten benutzt werden.
Ansteckung vermeidet man am besten durch konsequente Hygiene, vor allem beim Kontakt mit Erkrankten. Besonders wichtig, dass auch Erkrankte die Hygieneregeln einhalten, Pflegende sollten darauf achten. Immer gründlich die Hände mit Seife und warmem Wasser waschen – auch zwischen den Fingern und die Fingerkuppen, danach die Hände gründlich abtrocknen. Möglichst nicht mit den Händen durchs Gesicht wischen, da das Virus über die Schleimhäute aufgenommen werden kann. Gemeinsam genutzte Gegenstände (z. B. Türklinken, Treppengeländer, Wasserhähne etc.) regelmäßig reinigen und desinfizieren. Um Hautkontakt zu vermeiden, sollten Sie dabei Handschuhe benutzen.
Die heftigen Brech- und Durchfallattacken verursachen einen starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlust, der unbedingt ausgeglichen werden sollte. Eine spezielle Therapie bei Magen- und Darmgrippe gibt es nicht. In der Regel ist der Spuk nach wenigen Tagen vorbei – Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle nehmen wieder ab. Dauert die Erkrankung jedoch länger an und kommt Fieber hinzu oder der Betroffene ist ohnehin geschwächt, ist die Magen- und Darmgrippe ein Fall für den Arzt.
Ansteckend ist der Patient noch einige Tage nach Abklingen der Symptome. Daher: Keinesfalls mit der Hygiene nachlassen!





