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    Musikkritik: Jubiläumskonzert 85 Jahre Posaunenchor Methler – Blech und Orgel in der Margaretenkirche

    von Dr. Götz Heinrich Loos

    Kamen.  Der 2. Advent führte nach Methler in die Margaretenkirche. Der Posaunenchor Methler feierte mit einem adventlichen Konzert seinen 85. Geburtstag, namentlich mit Werken für Blechbläser, solche für Orgel und gemischt Blech und Orgel sowie beide mit Gemeindegesang. Heinz-Herbert Holtmann, inzwischen seit 51 Jahren im Posaunenchor tätig, dirigierte. Die Orgel der Margaretenkirche spielte Sascha Möllmann. Die Leistung und Bedeutung des Posaunenchors über all die Jahrzehnte zu würdigen, würde an dieser Stelle bedeuten Eulen nach Athen zu tragen, also beschränken wir uns hier auf das Jubiläumskonzert.
    Das Konzert startete mit „The Prince of Denmark’s March“, auch bekannt als „Trumpet Voluntary“, früher Henry Purcell zugeschrieben, heute zurecht als Werk des Komponisten Jeremiah Clarke erkannt. Posaunenchor und Orgel spielten souverän und glanzvoll – ganz so, wie es dem Werk zusteht. Während in der bekanntesten Version eine Solotrompete spielt, waren hier alle Blechbläser gefordert und schafften in den hohen Lagen einen glänzenden Klang vor einer satten Kulisse der tiefen Bläser. Die Abstimmung von Bläsern und Orgeln gelang indessen nicht immer ganz perfekt. Es folgte das Adventslied „Macht hoch die Tür“ im Bläserchoralsatz des württembergischen Landesposaunenwartes Hans-Ulrich Nonnenmann, mit einem Vorspiel des fränkischen Kirchenmusikers Christoph Emanuel Seitz. Neben Bläsern und Orgel waren hier die Zuhörer gefordert, alle Strophen mitzusingen, was recht günstig gelang.

    Sascha Möllmann intonierte auf der Orgel Johann Pachelbels „Magnificat Fugen primi toni“ in einer sehr ansprechenden Interpretation mit strahlenden Registern und ausdrucksvollem Stil. Michael Schütz’ Choralfantasie über „Es kommt ein Schiff geladen“ schloss sich an, gespielt vom Posaunenchor – sehr engagiert und fast stets mit großer Klarheit, in einer gefälligen Interpretation, die die große Profession des rein ehrenamtlichen Posaunenchors unter Beweis stellte.
    Johann Sebastian Bachs Orgelchoral „Nun komm der Heiden Heiland“ (BWV 659) folgte dann, von Sascha Möllmann mit großer Detailkenntnis absolut angemessen interpretiert. Danach Johann Christian Bachs „Allegro“ (aus der 6. Sinfonie): Vom Posaunenchor wieder ausgezeichnet vorgetragen, nicht zu langsam, sondern durchaus der Tempobezeichnung entsprechend und so den ganzen Schwung herauslassend.

    Neben Bläsern und Orgel war nun wieder die Gemeinde gefragt: „Wir sagen euch an den lieben Advent“, mit einem umfangreichen Vorspiel von Hans Ulrich Nonnenmann. Indessen war Sascha Möllmann von der Orgel ans Piano gewechselt und legte eine Improvisation über das dramatische amerikanische, von Katherine K. Davis komponierte Weihnachtslied „Little Drummer Boy“ vor – überwiegend in postmodernem, jedoch vom musikalischen Impressionismus stark beeinflusstem Gewand: Sehr melodiös und fließend, Tonleitern mit vielen Vorzeichen wechselten sich mit einfacheren Passagen ab; insgesamt meinte man aber Einflüsse von Beethoven, Debussy, Ravel, Gershwin und Supertramp zu hören. Gerade noch jazzig verpackt, endete die Improvisation mit einer relativ originalgetreuen Passage des Liedes.

    Der Posaunenchor schloss das Konzert mit „Jingle Bells“ im Arrangement von Richard Roblee mit einer wiederum ausgezeichneten Leistung. Nachdem Pfarrerin Verena Mann einige Ehrungen vorgenommen hatte, folgte als Zugabe das englische Weihnachtslied „We wish you a merry Christmas“, natürlich im Blechbläser-Arrangement – und natürlich in ausgezeichnetem Vortrag.
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