In drei Monaten wird aus Bioabfall wertvoller Kompost
Kreis Unna. Im Kreis Unna wurde bereits vor 20 Jahren die Biotonne eingeführt. Seitdem wird aus Bioabfällen und Grünschnitt wertvoller Kompost gewonnen. An der Anlage der Kreisentsorgungsgesellschaft GWA in Fröndenberg-Ostbüren dauert der Kompostierungsprozess nur drei Monate. Dies ist möglich, weil die Bioabfälle optimal durchmischt und belüftet werden und nach einer ca. zweiwöchigen Intensivrotte in Boxenmodulen zu bis zu acht Meter hohen Kompostmieten aufgesetzt werden. Aufgrund der großen Menge an organischer Masse betragen die Temperaturen auf den Mieten fast durchgehend 70 °C, so dass schädliche Keime und unerwünschte Wildkräuter vernichtet werden.
Damit die Qualität des mit dem RAL-Gütesiegel ausgezeichneten Kompostes erhalten bleibt, ist es wichtig, möglichst „sauberen“ Bioabfall zu erhalten, der frei von unerwünschten Störstoffen wie zum Beispiel Plastik, Metall, Glas ist.
Um Ihre Biotonne „sauber“ zu halten, sammeln leider immer noch viele Haushalte ihre Bioabfälle entweder in Plastik- oder in sogenannten Bioplastiktüten und füllen sie samt Beutel in die Biotonne. „Das ist falsch“, weiß GWA-Abfallberaterin Doris Homann „denn die herkömmlichen Plastiktüten verrotten gar nicht und die „Bioabfalltüten“ nur teilweise. Leider gibt es immer mal wieder Berichte, in denen etwas anderes steht und die die Bürger verunsichern.“
Der kurze Zeitraum von drei Monaten reicht den vermeintlich „kompostierbaren Tüten“ aus Maisstärke, die im Handel angeboten werden, nicht aus, um sich vollständig zu zersetzen. Wie die Erfahrung aus der Praxis zeigt, bleibt mindestens die Hälfte der „Bio“-Tüten erhalten, und muss aufwendig als Störstoff gemeinsam mit den „normalen“ Plastiktüten aussortiert werden.
Im Handel gibt es mittlerweile ein großes Angebot an „Bio“-Tüten, die Qualität ist entsprechend unterschiedlich. „Optisch unterscheiden von anderen Plastikbeuteln kann man sie auch nicht“, bemängelt Doris Homann. Das macht Sichtkontrollen sowohl für die Müllabfuhr als auch für das Personal am Kompostwerk nahezu unmöglich.
Plastiktüten, gleichgültig ob aus Erdöl oder Maisstärke, stören die Kompostierung und sind am Kompostwerk in Fröndenberg-Ostbüren nicht erlaubt.
Als preiswerte Alternativen zum Sammeln der Bioabfälle empfiehlt die Abfallberaterin deshalb den Gebrauch von Tageszeitungen und Papiertüten. Sie eignen sich sehr gut, um die Bioabfälle darin einzuwickeln und sie nehmen Feuchtigkeit auf. Besonders praktisch sind nassfeste Papiertüten, die sogenannten Müllitüten, in denen der Bioabfall in der Küche gesammelt werden kann. Sie eignen sich auch als Einsatz für den Mülli, dem kleinen fünf Liter großen Eimer zum Sammeln der Bioabfälle. Die Müllitüten sind günstig an vielen Verkaufsstellen im Kreis Unna erhältlich.
Ebenfalls nicht in die Biotonne darf Kleintierstreu. Dieses enthält Tierkot und ist aus hygienischen Gründen nicht als Bioabfall, sondern als Restmüll zu behandeln und muss im Kreis Unna über die Restmülltonne entsorgt werden.
Einen Flyer zum Thema Abfallsortierung gibt es kostenfrei bei der GWA-Abfallberatung, an allen GWA-Betriebsstellen und im Internet unter www.gwa-online.de Fragen beantwortet die GWA-Abfallberatung gerne am Beratungstelefon unter 0 800 400 1 400 (gebührenfrei) – montags bis donnerstags von 8.30 bis 17.00 Uhr und freitags von 8.30 bis 15.00 Uhr.





