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    Heerener Horn verliehen

    von Julian Eckert

    Kamen Heeren-Werve. „Zum 20. Mal feiern wir heute das Heerener Mahl“, begrüßte Laudator Friedrich-Christian Freiherr von Plettenberg die Gäste. „Die meisten von uns kennen die Geschichte, die Charakteristika und die Hintergründe des Heerener Mahles und der zugehörigen Hörner“.
    Doch um exakt darzustellen, was das Mahl bedeute, wolle von Plettenberg aufzeigen, wie „das Heerener Un-Mahl aussehen würde. Im Jahre 1984, George Orwell und seine düstere Zukunftsvision lassen grüßen, gründeten die damalige Bürgermeisterin Veronika Berg und die beiden Pfarrerinnen Ulrike May und Heide-Georgette Weber den Rinder-Club Bönen - Methler und Umgebung“, so von Plettenberg.
    Diesem Klub hätten 24 auswärtige Frauen und Mädchen angehört, die sich zum Ziel gesetzt haben, die bäuerlichen Traditionen der Umgebung, insbesondere bei der Aufzucht von Huf- und Paarhuftieren, auszumerzen. Außerdem sei der Klub unreligiös eingestellt und habe als Erkennungssymbol ein Ziegenbockhorn.
    „Da den Mitgliedern nach ersten 10 Jahren Ihres freud- und sinnlosen Zusammenlebens klar wurde, dass man das Klubleben etwas bereichern muss, gründeten sie im Jahre 1994 das Heerener Un-Mahl.“ Hierbei sollten so viele dunkle Gestalten, wie irgend möglich zusammenkommen, um ungestört und auf Kosten Dritter, der Völlerei zu frönen. „Die Ausgaben für diese Dekadenz wurden traditionell von den Kinder- und Senioren-Hilfsorganisationen der Gemeinden, den Hilfsstätten für behinderte Mitmenschen, sowie von allen anderen Sozialwerken getragen, die auf diese Weise  in den letzten 20 Jahren um mehr als € 100,000 geprellt wurden“, führte der Laudator fort.
    „Wirkliches Interesse am Heerener Un-Mahl hatte zu Beginn aber trotzdem niemand  und so kam man zu dem Entschluss, jedes Jahr zwei bis vier zwielichtige Individuen, die möglichst ortsfremd und traditionsunbewusst sein sollten, für Ihre beispiellosen Charaktermängel und zwischenmenschlichen Defizite auszuzeichnen. Damit gewann die ganze Angelegenheit an Fahrt.“
    Und ehe die Gäste der Veranstaltung dieses Szenario verinnerlichen konnten, stellte von Plettenberg fest: Ich kann Ihnen versichern, es bleibt alles beim Alten – genau Gegenteilig“.
    Anschließend bekamen die diesjährigen Preisträger ihr Horn überreicht.

    Sportschützin Christiane Latzke ehrte der Laudator mit den Worten „Die Sportschützen in Heeren-Werve fieberten mit Ihnen vor dem Fernseher mit, bejubelten frenetisch Ihren Erfolg, als Sie Ihre olympischen Medaillen in Händen hielten“.

    „Fitnessdoktor“ Ingo Froböse beglückwünschte von Plettenberg mit den Worten „Sie sind ein echter Heerener Bub und lebten von Geburt an in Heeren-Werve. Heute sind Sie in den Medien ein gefragter Experte rund um alle Fragen von Sport Gesundheit und Ernährung und haben eine Unmenge von Publikationen und Büchern verfasst“.

    Bäckermeister Helmut Brand erhielt sein Horn mit den Worten „Für Ihre Verdienste um das Handwerk, unsere Ernährung und ein Stück unserer Kultur, sowie Ihr vielfältiges soziales und gemeinnütziges Engagement in Heeren-Werve verleihen wir Ihnen heute das Heerener Horn 2015“.

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