von Jürgen Dupke
Kamen. Weitgereisten Besuch konnte Gästeführer Klaus Holzer am 13. Januar in Kamen begrüßen. Dr. Christoph Buxtorf hatte sich mit seiner Cousine Dr. Regine Buxtorf von Basel aus auf den Weg in die Sesekestadt gemacht. Beide sind, wie der Familienname schon vermuten lässt, Nachfahren des bedeutendsten Sohnes der Stadt Kamen, Johannes Buxtorf, dem Begründer der wissenschaftlichen Hebraistik. Grund für die erstmalige und hoffentlich nicht letzte Stippvisite in der Geburtsstadt ihres Vorfahren war der 450. Geburtstag von Johannes Buxtorf (*25.12.1564).
Jener Johannes B., nachdem eine Straße in der Innenstadt und das ev. Gemeindehaus in Südkamen benannt sind, verbrachte seine Kindheit in Kamen, bevor er – nach einigen schulischen und akademischen Stationen – im Alter von nur 26 Jahren ordentlicher Professor in Basel wurde. Damit begründete er eine wahre Gelehrtendynastie, denn das Geschlecht der Buxtorfs hatte den Lehrstuhl für Hebräische Sprache dort über vier Generationen, fast 150 Jahre lang, ununterbrochen inne. Auch heute noch ist der Name Buxtorf in Basel und in Frankreich verbreitet. In Kamen, wo diese Familie ihre Wurzeln hat, so wie überhaupt in Deutschland, gibt es heute keinen Buxtorf mehr, berichtete Christoph Buxtorf, der im Jahr 2000 in Basel einen Familientag veranstaltete.
Grund genug also für Ihn, sich mit Klaus Holzer auf die Spuren seines Vorfahren zu begeben. Dabei sah er auch Bauwerke, die schon sein Urahne im 16. Jahrhundert erlebt haben musste. Wie zum Beispiel die Stadtmauer, von der nur noch der Rest an der Ostenmauer übrig geblieben ist, das erste Kamener Kreuz, das aus Oststraße, Nordstraße und Weststraße bestand, der Marktplatz mit dem (alten) Rathaus, das Wohnhaus der Buxtorfs in der Weststraße (heute residiert an dieser Stelle die Commerzbank) und natürlich auch die Pauluskirche, die damals noch Severinskirche hieß. Trotz seiner 78 Jahre ließ es sich Buxtorf nicht nehmen, den Turm der Kirche zu besteigen. Das Gotteshaus hat für die Familiengeschichte eine große Bedeutung, war der Vater von Johannes doch zunächst katholischer Oberpfarrer, seit 1567 dann erster lutherischer Pfarrer und somit maßgeblich an der Umsetzung der Reformation in Kamen beteiligt.
Klaus Holzer führte seine Gäste aber nicht nur zu historischen Gebäuden und Plätzen. Er fuhr mit ihnen, der schönen Aussicht wegen, auch zum Colani-Ei (Lüntec-Tower) nach Lünen-Brambauer und zeigte Ihnen an einigen Stellen die Folgen des Strukturwandels in unserer Region
Zum Besuch der Buxtorfs in Kamen gehörte außerdem auch ein Westfälisches Abendbrot (bei Fam. Holzer zu Hause), der Besuch einer Traditionsgaststätte und natürlich die Teilnahme am Vortrag von Horst Delkus aus Unna, der - aus Anlass des 450. Geburtstages des Gelehrten Johannes Buxtorf - auf Einladung der Stadt Kamen einen entsprechenden Abend-Vortrag im Museum hielt.
Beide Gäste sind nach der Rückfahrt mit der Bahn, wie wir wissen, gut zu Hause in der Schweiz angekommen. Christoph Buxtorf hat sich nach der Rückkehr in einem Brief für die ihm und seiner Cousine zuteil gewordene Gastfreundschaft herzlich bedankt.
Wir antworten darauf: Auf Immer Wiedersehen in Kamen, liebe Familie Buxtorf!





