Pro Mensch sucht Schüler für Filmprojekt über Flüchtlingslager Morias

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Aus den Vereinen

pro mensch1 720AGDer Bildband "Das erste Mal, als ich das Meer sah" über die Einzelschicksale der in Kamen stationierten Flüchtlinge war für Bilitis Naujoks (Foto) und ihr Team bereits im letzten Jahr ein Erfolg. Mithilfe vieler Spenden wurde die aufwändige Publikation auch kostenlos an die Schulen verteilt. Foto: Alex Grün für KamenWeb.de

von Alex Grün

Kamen. Auch der Flüchtlingshilfeverein Pro Mensch ist von der Corona-Krise in weiten Teilen seiner Aktivitäten ausgebremst worden. Ganz zur Tatenlosigkeit gezwungen ist er aber durchaus nicht.

pro mensch 2 720Dieses und viele andere anrührende Bilder sind in dem Band zu finden. Foto: Pro MenschEine Vielzahl der Vereinsprojekte sind derzeit aufgrund der Pandemie nicht durchführbar. Die Jahresvollversammlung ist kurz nach dem Lockdown abgesagt worden, ein Ersatztermin soll so bald wie möglich stattfinden. Ansonsten gut besuchte Einrichtungen wie das Café International im Jugendkulturcafé in der Poststraße sind bis auf Weiteres auf Eis gelegt, zumindest bis Hygienekonzepte entwickelt und von der Stadt genehmigt sind. Ebenso flach fallen Projekte wie das jährliche Sommerfest, die Veranstaltungsreihe "Kochen international" und das Ferienprojekt "Mosaikwelt" sowie der O-Punkt im Pfarrzentrum Heilige Familie. Auch das Projekt Möbelspende ist eingefroren worden, was aber weniger mit der Krise zu tun hat, als mit der Tatsache, dass mittlerweile einerseits der Bedarf und andererseits nach wie vor kein Lagerraum vorhanden ist.

Zu tun gibt es für die Mitglieder trotzdem noch genug, wie Vorsitzende Bilitis Naujoks berichtet. So ist etwa der Pro Mensch-Treff in der Schulstraße immerhin dienstags von 10 bis 12 Uhr für alle Interessierten geöffnet und auch der "Social Kiosk" mit Hygiene- und Pflegeprodukten zum Selbstkostenpreis findet weiterhin sonntags von 11 bis 13 Uhr im Pro Mensch-Treff statt - natürlich unter strenger Einhaltung der bekannten Maßnahmen wie Mundschutz und Abstandsregelungen. Und ein paar Projekte sind trotz der Corona-Erschwerungen trotzdem geplant. Die Beteiligung an der Erstellung des städtischen Integrationskonzepts und am laufenden Projekt des Aktionsbündnisses "Freiheit und Demokratie" läuft weiter. Darüber hinaus wird die Homepage des Vereins derzeit aktualisiert und "aufgepeppt" - eine Aufgabe, der sich der Verein in der weniger arbeitsreichen Krisenzeit verständlicherweise mit besonderer Aufmerksamkeit widmen kann, erklärt Bilitis Naujoks. Die bestehende Domain ist bis dahin weiter gültig. Die Mitgliederzahl von Pro Mensch ist indessen, Corona hin oder her, auf 110 gestiegen, von denen 50 in der Vereinsarbeit aktiv sind. Etwa die Hälfte von ihnen stammt aus der Flüchtlingsszene selbst. Der Vorstand hat sich umformatiert, sodass Vorsitzende Bilitis Naujoks, ihre Stellvertreterin Brigitte Langer und Kassierer Johannes Neute mittlerweile auch die Arbeit der Geschäftsführung des Vereins übernommen haben, der mit seiner Arbeit rund 300 Flüchtlinge auf Kamener Stadtgebiet unter seine Fittiche nimmt.

Insbesondere auf ein ganz spezielles Projekt für Schüler von 14 bis 19 Jahren, dass sich medial mit der Situation im Flüchtlingslager Morias auf der griechischen Insel Lesbos beschäftigt, weist Pro Mensch hin: Unter dem Titel "Die Wahrheit über Lesbos" soll ein Dokumentarfilm entstehen, der mit Mitteln des in diesem Jahr genehmigten Bürgerhaushaltes der Stadt Kamen finanziert werden soll. Pro Mensch-Koordinatorin Daniela Tietz, die im letzten Jahr vor Ort war, brachte eindrucksvolle Filmdokumente über die Situation auf Lesbos mit. Daraus soll von der letzten Sommerferienwoche bis zur Herbstferienwoche eine filmische Dokumentation entstehen, die von den Schülern selbst mit Interviews und anderen Beiträgen angereichert werden soll. Auf die Suche nach einem geeigneten Medienpädagogen, der das Projekt anleiten soll, werde man erst gehen, wenn eine Mindestteilnehmerzahl erreicht ist, so Naujoks. Teilnehmen können bis zu acht Schülern. Das Projekt, das nicht nur über die Flüchtlingskrise aufklären, sondern auch medienwissenschaftlich vermitteln soll, wie Filmbeiträge generiert werden, soll vom 3. bis zum 5. August zunächst als Workshop starten und dann in eine Arbeitsgemeinschaft übergehen, die sich vom 12. bis zum 16. Oktober trifft. Für das Filmprojekt anmelden können sich interessierte Schüler bis zum 15. Juli unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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