Serie „Radfahren – Aber sicher!“ - Teil 6: Sicheres Linksabbiegen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Auto, Straßen & Verkehr

232002VBildzeile: Richtiges Linksabbiegen ist die Königsdisziplin beim Radfahren. Foto: Birgit Kalle – Kreis UnnaKreis Unna. Radfahren ist gesund, Radfahren liegt im Trend – und Radfahren ist umweltfreundlich. Auf zwei Rädern kommt man gut voran im fahrradfreundlichen Kreis Unna – und die Zahl derer, die für ihre Wege das Velo nutzen, steigt stetig an. Das hält fit und ist gut für die Verkehrswende.

Doch wo sich Wege kreuzen, gibt es auch Risiken: Im vergangenen Jahr registrierte die Kreispolizeibehörde knapp 300 Unfälle mit Radfahrer*innen oder Menschen, die auf einem E-Bike* unterwegs waren. 247 davon wurden verletzt. Häufig verursachen sie die Unfälle selbst oder haben eine Mitschuld.

Klar ist: Fahrradfahrer haben keine Knautschzone. Wenn es kracht, dann können die Folgen schlimm sein. Um das zu verhindern, frischen die Straßenverkehrsbehörden und die Unfallkommission im Kreis zusammen mit der Kreispolizeibehörde Unna in der Serie "Radfahren – Aber sicher!" das Wissen rund um wichtige Verkehrsregeln auf.

Heute: Sicheres Linksabbiegen

Richtiges Linksabbiegen ist die Königsdisziplin beim Radfahren. Sie zu beherrschen, kann gleichzeitig lebensrettend sein. Schließlich weist auch die Verkehrsunfallstatistik der Kreispolizeibehörde Unna wieder ganz klar hin: "Häufigste Unfallursache bei der Gesamtzahl der Unfälle mit Radfahrern waren 2020 Vorfahrtsverstöße und Fehler beim Abbiegen", berichtet Polizeioberkommissarin Eve Wedel. Sie ist Verkehrssicherheitsberaterin bei der Kreispolizeibehörde Unna.

Die Polizei begleitet Viertklässler bei der Fahrradausbildung und übt mit ihnen den Acht-Punkte-Weg ein, der so wichtig ist:

Umsehen (auf eventuell überholende Fahrzeuge achten)
Handzeichen geben
Zur Fahrbahnmitte hin einordnen
Vorfahrt achten (z. B. Rechts vor Links)
Gegenverkehr vorbeilassen
Nochmals umsehen (damit schnellere Fahrzeuge nicht noch überholen)
Abbiegen in weitem Bogen, damit man am rechten Fahrbahnrand ankommt
Auf Fußgänger achten.

"Unsere Viertklässler haben diesen komplexen Vorgang schnell raus und wissen, dass es sehr wichtig ist, sich daran zu halten", erläutert Eve Wedel. Doch sie weiß auch: Mit zunehmendem Alter und Selbstbewusstsein gerät der Ablauf in Vergessenheit. "Das Umsehen fällt einem vielleicht im Alter schwerer, Handzeichen werden leider häufig ganz vergessen - und eine Kurve lädt manchmal dazu ein, sie zu schneiden. Dann ist das Risiko, in den Gegenverkehr zu geraten, nicht gering."

Auch der Gehörsinn, der einen vielleicht vor von hinten kommenden Fahrzeugen warnen könnte, ist nicht sehr verlässlich: E-Fahrzeuge beispielsweise sind sehr leise.

Alternative: Indirektes Linksabbiegen
Unsichere Radfahrer sollten sich übrigens auch nicht scheuen, das sogenannte alternative Linksabbiegen anzuwenden. Hierbei passiert man die Kreuzung erst geradeaus, steigt zum Gehweg hin ab und schiebt sein Fahrrad nach links über die Fahrbahn. Das ist dann nicht der direkte, sondern der indirekte Weg. Aber der ist manchmal sicherer. PK | PKU

* Ein Fahrrad mit Tretunterstützung heißt richtigerweise nicht "E-Bike", sondern Pedelec. Doch kaum einer, der ein Pedelec fährt, sagt Pedelec. Die meisten nennen es E-Bike – obwohl ein richtiges E-Bike auch ohne Tretunterstützung fährt und sogar zulassungs-, versicherungs- und fahrerlaubnispflichtig ist. In dieser Serie wird der Begriff E-Bike so verwendet, wie er sich eingebürgert hat.

Archiv: Serie „Radfahren – Aber sicher!“

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