Ausraster in SB-Waschanlage bringt Spende für gute Sache

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amtsger19NKWvon Andreas Milk

Kamen. Sozusagen auf der Zielgeraden begann die SB-Waschanlage nahe der B233 in Bergkamen rumzuzicken. Nach und nach hatte ein 52-jähriger Autofahrer Münzen für verschiedene Reinigungs- und Pflegeprogramme eingeworfen; es klappte auch alles problemlos. Zum Schluss hakte es aber bei der Klarspülung: Trotz Geldeinwurfs versagte die Anlage den Dienst.

Was dann geschah, ist auf einem Überwachungsvideo zu sehen - und brachte den Mann vors Kamener Amtsgericht. Er trat und schlug auf die Apparatur ein. Zwischendurch verschwand er kurz, tauchte Sekunden später wieder auf - und das Klarspülen kam immer noch nicht in Gang. Der Betreiber der Anlage stellte Strafanzeige wegen Sachbeschädigung.

Zerknirscht saß der Mann nun auf der Anklagebank. Gut ein Jahr liegt der Vorfall zurück. Per Zivilverfahren ist längst die Zahlung von 1.000 Euro Schadensersatz an den Betreiber vereinbart worden. Offen ist nach wie vor, welchen Schaden der Mann mit seinen Attacken konkret angerichtet hat. Denn einen Defekt muss die Anlage ja wohl sowieso gehabt haben - sonst wäre es zu dem Ausraster nicht gekommen.

Die Tochter des Mannes bat um Verständnis für den Vater: Der habe familiären und beruflichen Stress, der Job sei in Gefahr. Strafrechtlich ging die Sache jetzt so zu Ende: Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt. Endgültig erledigt ist es, sobald der 52-Jährige 400 Euro Buße an den gemeinnützigen Verein "Wohnen ohne Handicap" in Dortmund überwiesen hat. Bis Mitte des Jahres kann er sich mit den Raten Zeit lassen. Der Verein ist eine Elterninitiative mit dem Ziel, Wohnraum für junge Menschen mit Behinderung zu schaffen.

Auf Marihuana-Fund folgt Vaterschaft: Geldstrafe für 23-Jährigen

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amtsgerichtKamen AMvon Andreas Milk

Kamen. Am Vormittag des 25. Juli 2020 war Dominik H. (23, Name geändert) mit einem Tütchen Marihuana in der Tasche in Kamen unterwegs. Er wollte nach Hause. Auf dem Schulhof des Gymnasiums stoppten Polizisten den jungen Mann und fanden bei ihm die illegale Droge. Nicht mal ein Gramm soll es gewesen sein, für den Eigengebrauch.

Folge war eine Anklage, über die jetzt der Strafrichter am Kamener Amtsgericht verhandelte. H. hatte schon mehrfach mit der Justiz zu tun: Acht Eintragungen umfasst sein Register seit dem Jahr 2013, unter anderem wegen Diebstahls und Schwarzfahrens, aber auch ein Verstoß gegen das Waffengesetz war dabei. Bis Anfang 2019 verbüßte H. eine 15-monatige Jugendstrafe.

Vor gut einem halben Jahr ist er Vater geworden. Für den Richter ein Anlass zu hoffen, "dass Sie die Kurve doch noch kriegen". Dominik H., der derzeit einen 450-Euro-Job hat, muss 600 Euro Strafe zahlen: 60 Tagessätze à 10 Euro. Und was seinen Drogenkonsum angeht: Da empfahl ihm der Richter zu überlegen, "ob Sie was anderes finden".

Süßlicher Geruch bei Begegnung mit der Polizei

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amtsgericht19KWvon Andreas Milk

Kamen. Als der 26-jährige Steffen K. (Name geändert) in einer Nacht Anfang Juli 2020 mit einem E-Scooter im Schwesterngang unterwegs war, fiel Polizeibeamten ein süßlicher Geruch auf. K. hatte viereinhalb Gramm Marihuana in einer Umhängetasche bei sich - und, wie sich später zeigte, auch verbotene Substanzen im Blut. Der E-Scooter - für den Heimweg nach einer Party von einem Kollegen geborgt - war nicht zugelassen. Und schon ein Vierteljahr vorher war K. auf der A2 am Steuer eines Ford Transit geblitzt worden - ohne Führerschein, mit einem Handy am Ohr.

Allerhand zu besprechen also für seinen Termin diesen Mittwoch vor dem Kamener Strafrichter. K. gab zu, er habe "Scheiße gebaut". Alles andere, so der junge Mann, "wäre Heuchelei". Die Fahrt auf der A2 sei dienstlich gewesen. Und was die Sache mit dem E-Scooter angehe: Dass der nicht das geeignete Gefährt für ihn war, habe er schon gemerkt, bevor die Polizei ihn stoppte. Da habe er ihn auch längst schon geschoben, nicht mehr gefahren. Aber es war zu spät: Die Beamten hatten ihn fahren sehen. Und das Marihuana war eben auch noch da.

Mit Vorstrafen wegen Betrugs und Fahrens ohne Fahrerlaubnis wäre K. diesmal ein Kandidat für eine Haftstrafe auf Bewährung gewesen, sagte der Richter. Aber: Diese Vorstrafen waren Ergebnisse von Strafbefehlen, also Verfahren nach Aktenlage ohne Termin vor Gericht. Der "Auftritt" jetzt war K.s Premiere. Dazu kamen das Geständnis und die Tatsache, dass bei der E-Scooter-Geschichte nur weiche Drogen im Spiel waren.
Ergebnis: eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 30 Euro. K. muss also 2.100 Euro zahlen - bekommt aber 180 Euro zurück. Mit dieser Summe waren per Bußgeldbescheid das zu hohe Tempo und die Handynutzung auf der A2 geahndet worden. Das Gerichtsurteil wegen der Straftat "Fahren ohne Fahrerlaubnis" schließt eine Buße wegen der zugleich begangenen Ordnungswidrigkeiten aus: Den Bußgeldbescheid hob der Richter auf.

Rassismus an der Haltestelle: Acht Monate Haft

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amtsgericht19KWvon Andreas Milk

Kamen. Im November 2019 hat Markus T. (alle Namen geändert) an der Hochstraße in Bergkamen die damals 15-jährige Schülerin Süher U. rassistisch beleidigt und bedroht - das stand für den Kamener Amtsrichter am Schluss der Verhandlung heute Vormittag fest. Das Urteil: acht Monate Gefängnis.

Zusammen mit ihrer Freundin Lisa M. hatte Süher U. auf den Bus gewartet. Die Mädchen vertrieben sich die Zeit mit dem Aufnehmen eines TikTok-Videos. Die Bewegungen, die sie dabei machten, haben Markus T. gestört. Er versuchte gerade, seinen Hund abzurichten. Dass er beleidigend geworden sei, gab er vor Gericht sogar zu - er habe wohl so etwas wie "Schlampe" gerufen. Aber rassistisch? Nein! - Süher U. und Lisa M. schilderten die Sache anders - und nach Überzeugung des Richters glaubwürdig. Markus T. habe Süher U. eine "Scheiß-Dreckskanakin" genannt und erklärt, er wolle sie "abschlachten". Dabei griff er in seine Jackentasche. Laut Süher U. stand er kaum eine Armlänge von ihr entfernt. Lisa M. ließ er in Ruhe.

Markus T. hat mit Gerichten zu tun, seit er strafmündig wurde - das heißt: seit dem Jahr 2003. Es gibt 13 Eintragungen über ihn im Bundeszentralregister. Die ersten vier, fünf Male sahen Jugendrichter noch von einer Verfolgung ab. T. machte weiter: Bedrohung, illegaler Waffenbesitz, Hausfriedensbruch und vieles mehr.

Als die Sache an der Bergkamener Bushaltestelle passierte, lief aus einer früheren Verurteilung noch eine Bewährungsfrist. Und die nächste Anklage liegt schon beim Schöffengericht Unna: Es geht um eine scharfe Schusswaffe, die T. bei sich gehabt haben soll.

Prügel in Obdachlosenunterkunft: Sechs Monate Haft

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amtsgericht19KWvon Andreas Milk

Kamen. In einer Unterkunft der Stadt für Obdachlose hatte es am frühen Abend des 16. August 2020 erst einen Streit gegeben - dann einen Polizeieinsatz. Jetzt kam ein Gerichtstermin dazu. Angeklagt war der 43-jährige Murat M. (Name geändert), es ging um Körperverletzung. Das Urteil für den 25-fach vorbestraften Mann: sechs Monate Haft.

An jenem Sommerabend war er in der Unterkunft mit einem Mitbewohner zusammengerasselt. Der habe immer wieder grundlos mit den Türen geknallt. Im selben Zimmer wohnte zu der Zeit noch ein dritter Mann. Er bestätigte, was in der Anklage stand: dass Murat M. dem Türenknaller Faustschläge verpasst habe. M. selbst hatte behauptet, es sei bloß eine leichte Ohrfeige gewesen. Auch der Geprügelte selbst kam beim Gerichtstermin zu Wort; zur Zeit in Bochum inhaftiert, war er von Justizbeamten nach Kamen gebracht worden. Drei, vier Faustschläge habe er abgekriegt, es habe Schwellungen gegeben, zum Arzt habe er aber damit nicht gehen müssen.

Keine allzu große Sache also - wenn bloß nicht die gut zwei Dutzend Vorstrafen M.s gewesen wären. Seine ersten Geldstrafen zahlte M. noch in D-Mark. "Eine günstige Zukunftsprognose sehe ich nicht", erklärte der Richter. M. kann gegen das Urteil in Berufung gehen. Das Landgericht Dortmund würde dann nochmal über den Fall verhandeln.

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