von Andreas Milk
Kamen. Und schon wieder: Tatort Ikea-SB-Kasse. Erst vor einer Woche waren zwei Schwägerinnen aus Bielefeld und Bönen wegen Trickserei mit Preisetiketten zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt worden. (Ikea: Klauversuch an der SB-Kasse - Haftstrafen auf Bewährung) Heute saß ein Ehepaar aus Werne wegen eines ähnlichen Falls im Kamener Amtsgericht auf der Anklagebank.
Die beiden sollen bei Ikea im Kamen Karree einen Teppich, eine Matratze und ein Backblech mit falschen Barcodes beklebt haben. Die Folge: Statt rund 940 Euro kam die Selbstscanner-Kasse auf eine Summe von bescheidenen 5,97 Euro. Denn jeder der drei Artikel war mit einem Preisschild über 1,99 Euro ausgezeichnet, genau wie bei dem Fall vorige Woche.
Die Eheleute beteuerten, unschuldig zu sein. Marta H. (Namen geändert) erzählte, sie sei an dem Tag durcheinander gewesen und habe auf das Display der Kasse überhaupt nicht geachtet. Und ihr Mann Klaus habe mit dem Bezahlvorgang sowieso nichts zu tun gehabt - er sei längst weiter gegangen, um Hotdogs zu besorgen. Erst als ein Detektiv aufgetaucht sei und sie angesprochen habe, sei ihr klar geworden, dass etwas nicht stimmte.
Eben dieser Detektiv sollte heute als Zeuge aussagen - kam aber nicht. Richter Martin Klopsch gab dem Paar den Rat, über die Glaubhaftigkeit ihrer Geschichte nachzudenken - und über ein strafmilderndes Geständnis. Denn: Es wäre schon ein verrückter Zufall, wenn sie an einem Tag in drei Abteilungen des Ikea-Hauses jeweils einen Artikel in die Hände bekommen haben sollten, den irgendein Witzbold - oder nachlässiger Möbelhaus-Mitarbeiter - falsch etikettiert hat.
Nach Beratung erklärte der Anwalt des Ehepaars, seine Mandanten blieben dabei, ja "schwören Stein und Bein", keinen Diebstahl oder Betrug begangen zu haben. Fortsetzung folgt. Anfang Juli soll es einen neuen Termin geben - mit dem Detektiv.
Die Prozesse heute und vergangenen Mittwoch waren übrigens nicht alles. Archiv: Unser Vorschlag: ein Ikea-Dezernat





