von Andreas Milk
Kamen. "Einfach ein dummer Scherz" sei das gewesen, was sie in der Nacht zum 20. August 2018 getan habe, sagte die junge Frau vor Gericht. Es war ein Scherz, der Feuerwehr und Polizei morgens gegen vier Uhr zur Adenauerstraße ausrücken ließ. Per Notruf 112 war ein Wohnungsbrand gemeldet worden. Diesen Brand gab es nicht - wohl aber gab es einen Wohnungsbesitzer, der recht verdattert gewesen sein muss, als da plötzlich ein Trupp von Uniformierten vor seiner Tür stand.
Angerufen worden war die Rettungsleitstelle per Handy. Die Nummer dieses Handys führte erst mal zu einer falschen Angeklagten. Die aber konnte dem Gericht seinerzeit sagen, wer tatsächlich für den Unfug verantwortlich war: Sibylle M. (Name geändert), die jetzt im Gerichtssaal saß.
Es tue ihr leid, sie könne sich nur entschuldigen, sagte sie. "Mein Handeln war unüberlegt." Weder sei sie betrunken gewesen, noch habe sie einen Groll gegen den Mann in der Wohnung gehegt. Sie seien damals Nachbarn gewesen, "ich hatte nichts gegen ihn".
Der Staatsanwalt hielt ihr nicht nur die Kosten vor, die ihr Anruf verursacht habe - er erinnerte auch daran, dass Einsatzkräfte, die böswillig alarmiert würden, womöglich dort fehlten, wo es tatsächlich brenne. Immerhin: Die Frau habe ein volles Geständnis abgelegt und sich entschuldigt - keine Selbstverständlichkeit.
Das Urteil des Richters: eine Geldstrafe. Sibylle M. muss 50 Tagessätze à 35 Euro zahlen - die Zahl der Tagessätze soll ihrer Schuld entsprechen, die Höhe der Sätze ihrem Einkommen.





