Konto-Chaos nach Ikea-Einkauf: Betrugsanklage

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gerichtsberichte

amtsgericht19KWvon Andreas Milk

Kamen. Claudia B. (46, Name geändert) hatte in den Augen der Staatsanwaltschaft wieder einmal einen Betrug begangen. Tatsächlich hatte sie wohl eher den Überblick über ihr Konto verloren, als sie Ende 2018 allerhand Sachen einkaufte - unter anderem einen Backofen bei Ikea. Als dafür vier Kalendertage später 125 Euro bei ihr abgebucht werden sollten, platzte die Lastschrift mangels Deckung. Folge war eine Anklage. Claudia B. hat eine Reihe von Vorstrafen wegen Betrugs.

Die Iserlohnerin bezieht Erwerbsminderungs- und Opferrente. Die Hintergründe wurden jetzt im Prozess vor dem Kamener Amtsgericht nicht näher erörtert. Ihr Verteidiger verriet, sie habe diagnostizierte ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) im Erwachsenen-Stadium.

Am Tag des Ofenkaufs, sagt sie, sei ihr Konto noch im Plus gewesen. Das war der 30. November, ein Freitag. Übers Wochenende kamen weitere Kartenkäufe dazu. Eine Gehaltszahlung, die am 3. Dezember - dem Montag - bei ihr hätte ankommen sollen, blieb aus. Am 4. versuchte dann Ikea, das Geld für den Ofen abzubuchen. Vergeblich.

Der Verfasser der Anklage bei der Staatsanwaltschaft hatte bei Claudia B. ein allzu "munteres" Einkaufsverhalten ohne Rücksicht auf Verluste vermutet. Der Vertreter in der Gerichtsverhandlung sah allerdings keinen klaren Betrugsvorsatz und beantragte Freispruch. Claudia B.s Verteidiger ergänzte, ohnehin sei niemand getäuscht worden - denn das gehe an Ikeas SB-Kasse schlicht nicht: Betrug zu Lasten einer Maschine anzunehmen, sei Unfug. Der Freispruch kam dann auch prompt. Claudia B. hat inzwischen eine App auf dem Handy, um ihre Kontobewegungen besser kontrollieren zu können.

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