Prügel in Obdachlosenunterkunft: Sechs Monate Haft

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gerichtsberichte

amtsgericht19KWvon Andreas Milk

Kamen. In einer Unterkunft der Stadt für Obdachlose hatte es am frühen Abend des 16. August 2020 erst einen Streit gegeben - dann einen Polizeieinsatz. Jetzt kam ein Gerichtstermin dazu. Angeklagt war der 43-jährige Murat M. (Name geändert), es ging um Körperverletzung. Das Urteil für den 25-fach vorbestraften Mann: sechs Monate Haft.

An jenem Sommerabend war er in der Unterkunft mit einem Mitbewohner zusammengerasselt. Der habe immer wieder grundlos mit den Türen geknallt. Im selben Zimmer wohnte zu der Zeit noch ein dritter Mann. Er bestätigte, was in der Anklage stand: dass Murat M. dem Türenknaller Faustschläge verpasst habe. M. selbst hatte behauptet, es sei bloß eine leichte Ohrfeige gewesen. Auch der Geprügelte selbst kam beim Gerichtstermin zu Wort; zur Zeit in Bochum inhaftiert, war er von Justizbeamten nach Kamen gebracht worden. Drei, vier Faustschläge habe er abgekriegt, es habe Schwellungen gegeben, zum Arzt habe er aber damit nicht gehen müssen.

Keine allzu große Sache also - wenn bloß nicht die gut zwei Dutzend Vorstrafen M.s gewesen wären. Seine ersten Geldstrafen zahlte M. noch in D-Mark. "Eine günstige Zukunftsprognose sehe ich nicht", erklärte der Richter. M. kann gegen das Urteil in Berufung gehen. Das Landgericht Dortmund würde dann nochmal über den Fall verhandeln.

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