Kupferklau auf Metro-Gelände: Prozess um 9 Tonnen Metall

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gerichtsberichte

amtsgerichtKamen AMvon Andreas Milk

Kamen. Auf dem ehemaligen Metro-Gelände an der Henry-Everling-Straße sollte Ende Januar 2019 laut Staatsanwaltschaft ein lukratives, aber kriminelles Geschäft abgewickelt werden. Es ging um neun Tonnen Kupferschrott.

Drei Männer sind vor dem Kamener Amtsgericht angeklagt. Sie sollen die Kupferrohre für 8.500 Euro einem Mann überlassen haben. Es geht erstens um Diebstahl - denn das Kupfer gehörte den Bauarbeitern nicht -, zweitens um Betrug - denn der Käufer soll von der Unrechtmäßigkeit des Geschäfts nichts gewusst haben.

Nur zwei der drei Angeklagten kamen jetzt zum Prozesstermin; der dritte hatte sich eine Magen-Darm-Grippe eingehandelt. Einer der beiden ließ über seinen Verteidiger den Anklagevorwurf einräumen. Das heißt: Er gab die Tat zu - wollte aber nichts Näheres zu Ablauf und Hintergründen sagen. Er ist immer noch bei derselben Firma beschäftigt, was sehr für ihn spreche, sagte sein Anwalt: Der Chef wisse eben, was er an seinem Mitarbeiter habe - trotz der blöden Geschichte mit dem Kupfer. Der zweite Angeklagte erklärte, er habe den Kupferschrott zum Abholen in Container verladen, weil er einen entsprechenden Auftrag hatte - und zwar von einem Subunternehmer, der auf dem Gelände tätig war.

Um die Einzelheiten zu klären, braucht es einen neuen Termin: Neben dem dritten Angeklagten soll dann unter anderem der Kupferkäufer gehört werden. Ihm müsste der günstige Preis für das Metall eigentlich aufgefallen sein: Es stellt sich die Frage nach einer Mitwisserschaft. Der Betrugsvorwurf gegen die drei übrigen Männer vom Bau wäre dann hinfällig - es bliebe "nur" der Diebstahlsverdacht.
Voraussichtlich im Herbst wird der Fall wieder vor Gericht verhandelt.

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