Kamen. Martin T. (60, Name geändert) war früher selbst bei den Servicebetrieben der Stadt Kamen beschäftigt. Am 22. August 2024 wollten deren Mitarbeiter auf dem Markt "klar Schiff" machen für die bevorstehende Altstadtparty. Mittendrin: Martin T. - leider auf unrühmliche Weise. Er habe die Leute vom Bauhof als "faule Schweine" beschimpft und obendrein die Hose runter gelassen; dazu sei der Satz gefallen: "Komm, blas mir einen!" So steht es in der Anklage gegen T., mit der sich jetzt ein Strafrichter am Kamener Amtsgericht zu befassen hatte.
T. war an dem besagten Vormittag betrunken - das steht fest. Er selbst sagt, er habe beim Großreinemachen für die große Party helfen wollen. Die Sache mit der Hose? Kurz vorher habe er zehn Kilo abgenommen. Da sei die zu weite Hose wohl schlicht ein wenig gerutscht.
Bei einem früheren Gerichtstermin hatte ein - gehörloser - Stadtmitarbeiter erklärt, seinem Eindruck nach habe die Situation auf dem Marktplatz einen eher lustigen Charakter gehabt. Das mag auch daran gelegen haben, dass Martin T. ein Baustellenhütchen als "Flüstertüte" benutzte. Bei dem Folgetermin gab nun aber ein Kollege zu Protokoll: Für ihn habe sich die Angelegenheit kein bisschen witzig dargestellt. In aller Öffentlichkeit als Faulenzer geschmäht zu werden, sei nicht komisch. T. habe obendrein mit entblößtem Glied herumgestanden und nicht - wie von T. selbst behauptet - wenigstens in Unterhose.
Der Ex-Stadtbedienstete hat zwei Vorstrafen in Zusammenhang mit Trunkenheit. Für die Nummer auf dem Markt gab es Urteil Nummer drei: eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 15 Euro wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und Beleidigung. T. nahm die Entscheidung an.







