von Andreas Milk
Kamen. Beleidigung, versuchte Nötigung, Fahren ohne Führerschein: Der 33-jährige Mario K. (Name geändert) aus einer Gemeinde im Kreis Soest soll anderthalb Jahre in Haft. Das hat der Strafrichter in Kamen entschieden.
K. war unter anderem am 14. Juli 2025 in einem BMW auf der Unnaer Straße unterwegs. Er fuhr hupend so dicht auf einen anderen Wagen auf, dass dessen Fahrer die Scheinwerfer des BMW schon nicht mehr im Rückspiegel sehen konnte. An der Ampel in Höhe des Kamen Karrees nannte K. seinen "Gegner" Idiot und Arschloch und reckte den Mittelfinger. Fast schon nebensächlich mutet dagegen an, dass Mario K. trotz Fehlens einer Fahrerlaubnis auch in Bönen, Fröndenberg und Holzwickede im BMW gesichtet wurde.
Sein Geständnis im Prozess fiel eher halbherzig aus. "Gewisse Sachen" aus der Anklageschrift in Sachen Unnaer Straße seien richtig - die Beleidigungsvorwürfe träfen allerdings nur zum Teil zu. Hintergrund ist, dass der andere Fahrer - ordnungswidrig - während der Fahrt ein Handy ohne Freisprecheinrichtung benutzt haben soll. Dass ausgerechnet Mario K. sich zum Einschreiten berufen sah, löste in der Verhandlung Verwunderung aus.
K.s Vorstrafenregister ist lang. Das Besondere: Aus früheren Verurteilungen wegen Fahrens ohne Führerschein sind gleich zwei Bewährungsfristen offen. Eine läuft im März 2028 ab - die andere zwei Monate später.
Der Richter in Kamen äußerte denn auch den "Verdacht, dass Sie's nicht verstanden haben". Kleiner Lichtblick: Mario K., der voriges Jahr unter Einfluss von Cannabis unterwegs war, hat eine Entgiftung gemacht, sich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen und steht auf Wartelisten von Psychotherapeuten. Er hat obendrein einen Job - zu dem er mit dem Fahrrad fahren kann.
Trotz alledem sei es nun Zeit fürs Gefängnis, fand der Richter. Er wurde in der Urteilsbegründung drastisch: "Sie haben auf die Rechtsordnung geschissen", sagte er zum Angeklagten. Als Tatwerkzeug gehöre eigentlich auch der BMW eingezogen. Allerdings hatte den Wagen nicht K. bezahlt, sondern eine Freundin, und bislang hat K. den Preis bei ihr abgestottert. Nun steht er zum Verkauf.






