• Zeche Monopol
  • Kamener Kreuz
  • Kamener Kirchen
  • Kamen-Methler
  • Schloss Heeren

Letzte Nachrichten

    Werbung

    Tränen vor Gericht: Geldstrafe nach schwerem Unfall am Karree

    amtsgericht25

    von Andreas Milk

    Kamen. Ein Tag, der das ganze Leben verändert: Was klischeehaft klingt, trifft für den Fall der 23-jährigen Sophie F. (Name geändert) wohl zu. Nach dem Besuch eines Weinfestes setzte sie sich am frühen Morgen des 31. Mai 2025 hinters Steuer eines BMW. Der Wagen gehörte ihren Eltern. Zwei Leute fuhren noch mit: ein 20-Jähriger aus Holzwickede und ein 19-Jähriger aus Unna. Auf Mönninghoffs Feld an der Stadtgrenze Kamen/Unna krachte Sophie F. mit dem BMW gegen einen Werbepylon. Das Ergebnis: drei Menschen mit teils lebensgefährlichen Verletzungen, ein demoliertes Auto, 12.000 Euro Schaden am Pylon. Die Feuerwehr brauchte eine Weile, Sophie F. aus dem Wrack des Wagens zu befreien. Den Unnaer, der auf dem Rücksitz gesessen hatte, traf es allerdings am schlimmsten. Und der Holzwickeder wurde leicht verletzt.

    Nun saß die junge Frau im Verhandlungssaal des Kamener Amtsgerichts, angeklagt wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässiger Körperverletzung. 1,41 Promille Blutalkohol - das war seinerzeit das Ergebnis einer Untersuchung kurz nach dem Unfall. Mit 84 Kilometern pro Stunde war Sophie F. frontal in den Pylon gefahren. Erlaubt sind an der Stelle 100 Kilometer pro Stunde.

    Im Gericht war der Dortmunderin anzumerken: Sie hat weiter an dem verhängnisvollen Ereignis zu knacken. Immer wieder brach sie in Tränen aus. Sie habe sich beim Einsteigen ins Auto fahrtüchtig gefühlt, beteuerte sie. Nicht nur, dass sie ihren Führerschein einige Zeit nach dem Unfall freiwillig bei den Behörden abgab: Sie zahlte seitdem auch für Bluttests, die Alkohol noch Tage nach dem Konsum nachweisen. Denn sie wollte zeigen: Von Alkohol lässt sie seit dem 31. Mai die Finger. Sowohl das Flensburger Verkehrssündenregister als auch das Straftatenregister von ihr sind leer. Sie bat ihre beiden Mitfahrer um Verzeihung. Kurz: "Sie hat alles in die Waagschale geworfen" für ein mildes Urteil, sagte ihr Verteidiger. Auch um psychologische Hilfe bemüht sich Sophie F., um, wie sie sagt, "Bilder im Kopf" los zu werden.

    "Sie haben aus dem Vorfall gelernt", war der Richter überzeugt. Er verurteilte Sophie F. - Verkäuferin, 1.400 Euro monatlich netto - zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 25 Euro. Dazu kommt ein sechsmonatiges Fahrverbot, das dank der frühen Führerscheinabgabe schon abgegolten ist. Sophie F. darf also wieder hinters Steuer, weil sie bewiesen habe, dass sie zum Führen eines Fahrzeugs charakterlich nicht (mehr) ungeeignet sei.

    Werbung

    Suche

    Werbung