von Andreas Milk
Kamen. Was sich Kevin P. (26, Name geändert) erlaubt hatte, sei schon dreist, fand der Richter: Nur ein paar Monate nach einer Verurteilung wegen Betrugs und mitten in der laufenden Berufung verkaufte er im Netz Konzertkarten für den Rapper Pitbull, die er gar nicht hatte. Das war im November 2024. Zwei Frauen überwiesen ihm insgesamt rund 400 Euro für die - nicht existierenden - Tickets.
Inzwischen hat ihnen P. das Geld zurückerstattet. Dieser Umstand und die Tatsache, dass er vor Gericht reinen Tisch machte, bewahrten ihn nun vor Schlimmerem. Eigentlich spricht seine Vorgeschichte gegen ihn: Es gab Verurteilungen wegen Betrugs schon seit Herbst 2022. Bereits zwei Mal wurden Freiheitsstrafen gegen Kevin P. verhängt. Derzeit "sitzt" er - wenn man das so nennen kann. Der junge Mann ist im offenen Vollzug mit maximaler Lockerung. Heißt: Er darf am Wochenende zuhause schlafen, bei seiner Freundin in Kamen. Er hat eine handwerkliche Ausbildung begonnen. 2029 läuft die Haftzeit ab.
Die - wenn auch vergleichsweise komfortable - Hafterfahrung hat bei P. wohl zu einer Art Sinneswandel geführt. Eloquent und einsichtig gab er sich vor Gericht, entschuldigte sich auch bei den beiden Frauen. Vier Monate Freiheitsstrafe gab es für die neuen Taten nun obendrauf. Am Ende dürfte dieser "Nachschlag" für Kevin P. nicht mehr viel ausmachen. Wenn seine Zeit in der JVA rum ist, will er endgültig sauber bleiben.






