Kamen. Einstimmig fasste der Aufsichtsrat des Klinikums Westfalen heute den Beschluss, die Geburtshilfe am Hellmig-Krankenhaus in Kamen nicht über den 1. August hinaus weiter zu führen. Geschäftsführer Andreas Schlüter: "Da es nicht möglich war, die ärztliche Betreuung sicher zu stellen, sahen die Mitglieder des Gremiums - bei allem Bedauern über diese Entwicklung - keine Alternative zu der Entscheidung." Dieses Bedauern hatten vor Beginn der Sitzung Aufsichtsratsvorsitzender Georg Greve, Gremiumsmitglied und Kamener Bürgermeister Hermann Hupe sowie Andreas Schlüter als Geschäftsführer auch den Wortführern der Kamener Unterschriftenaktion gegenüber bekräftigt. Sie nahmen mehr als 4.000 Unterschriften gegen die Schließung der Belegabteilung entgegen.
Hermann Hupe: "Dieses Echo zeigt erneut, wie wichtig den Menschen in Kamen und Umgebung das Hellmig-Krankenhaus und speziell die Geburtshilfe dort ist. Ich selbst, aber auch die Trägergesellschaft des Krankenhauses, nehmen dieses Signal sehr ernst." Man habe dennoch nicht anders entscheiden können. Stimmenthaltungen werden nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates als Nein-Stimmen gewertet.
Die Geschäftsführung stellte dem Aufsichtsrat gegenüber dar, dass in zwei Anläufen alles getan worden sei, um das Belegarztteam wieder zu ergänzen. Es sei jedoch nicht gelungen, einen dritten Gynäkologen oder eine dritte Gynäkologin für den Einsatz am Krankenhaus zu gewinnen.
Mit nur zwei Belegärztinnen gebe es keine Möglichkeit, die Geburtshilfe fortzuführen, so die Begründung des Votums des Aufsichtsrates. Eine Umwandlung der Belegabteilung in eine Hauptabteilung sei nicht genehmigungsfähig.
Die Kamener Mitglieder des Gremiums betonten erneut, wie wichtig ihnen die Zusage der Geschäftsführung sei, alle betroffenen Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. An dieser Garantie werde nicht gerüttelt, bekräftigte Andreas Schlüter erneut.
Der Geschäftsführer des Klinikums Westfalen, Andreas Schlüter, erklärte zudem, das Klinikum halte an dem Kurs fest, das Hellmig-Krankenhaus mit erheblichen Investitionsmitteln in zweistelliger Millionenhöhe auszubauen. Ziel sei es, seinen Bestand dauerhaft zu sichern und für die Menschen in Kamen und dem Kreis Unna weitere hochwertige medizinische Angebote zu schaffen. Die geplante neue onkologische Station sei dazu ein weiterer wichtiger Schritt.
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