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"KAMEN die schnelle Stadt" - unser Slogan hat jetzt eine neue Bedeutung bekommen. | Aus einer Veröffentlichung der Stadt Kamen anlässlich der Verkehrsfreigabe im Jahre 1977Kamen, die Stadt, die niemals schläft – außer wenn es um Straßenbau geht! Willkommen zu einer bahnbrechenden Stadtrundfahrt, bei der Stillstand nicht nur eine Option ist, sondern eine lebensverändernde Erfahrung. Treten Sie ein in die Welt der Baustellen, Absperrungen und verkehrsbedingten Nervenzusammenbrüche – willkommen zur Baustellenstadtrundfahrt in Kamen!
Schon beim Betreten des exklusiven Tourbusses spüren Sie die Aufregung in der Luft – oder ist es nur der leicht süßliche Duft von frisch aufgebrochenem Asphalt? Wer weiß, und wer kümmert sich darum? Die Baustellenstadtrundfahrt verspricht ein Abenteuer, das so spannend ist wie eine dreistündige Vorlesung über Straßenbeläge.
Unser fachkundiger Guide, ein wahrer Meister im Jonglieren mit Verkehrskegeln und im geschickten Ignorieren von aufgebrachten Autofahrern, wird Sie durch ein Netz aus Absperrungen und Baustellen leiten. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, während der Fahrt einen Blick auf eine beeindruckende Sammlung von Gräben und Schlaglöchern zu erhaschen – die Wahrzeichen der Stadt, sozusagen.
Die atemberaubende Aussicht auf zermürbte Pendler und verzweifelte Fußgänger wird Ihnen den Atem rauben. Ein Panorama von Menschen, die versuchen, sich einen Weg durch die Wirren der Baustellenlogik zu bahnen. Es ist wie ein Ballett des Stillstands, bei dem jeder eine Hauptrolle spielt – vor allem die Baustellenampeln, die nach Belieben ihre Launen ausleben.
Die Baustellenstadtrundfahrt verspricht ein unvergessliches Abenteuer im Stillstand, das Ihnen eine ganz neue Perspektive auf Verkehrsbehinderungen ermöglicht. Also, schnallen Sie sich an und machen Sie sich bereit für die Fahrt Ihres Lebens – oder zumindest für die Fahrt, die Ihnen das Gefühl gibt, dass Ihr Leben an den Schranken einer Baustelle festhängt. Kamen: Die Stadt, in der Stillstand nicht nur ein Verkehrszustand ist, sondern eine Lebenseinstellung!
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von Andreas Milk
Kamen. Nichts gegen Smartphones und andere digitale Endgeräte. Aber "ohne" ist auch mal schön. Drum hatte ich im Frühjahr das Deutschlandticket bei der VKU in Papierform bestellt. Die Idee: Das Handy bleibt daheim; ich bleibe unerreichbar und gondele mit Bus und Bahn durch die Gegend. Ende April kam der erste Umschlag mit den ersten drei Deutschlandtickets für Mai, Juni, Juli. Die Tickets waren im DIN-A-4-Format mit einem recht üppig dimensionierten Barcode, der - natürlich - nicht geknickt werden durfte. Mit reichlich Falterei machte ich die Ausdrucke für meine schmale Brieftasche passend. Fachleute nennen das: ÖPNV-Origami.
Für die Monate August und September hat die VKU nun etwas Neues ausklamüsert: Der Ausdruck hat zwar immer noch DIN-A-4-Format, aber das eigentliche Ticket nimmt nur noch einen kleinen Teil der Fläche ein und ist zum Ausschneiden. Der Barcode ist deutlich kleiner als bei der ersten Ticketversion. Zweimal falten an den eingedruckten Linien - schon ist das D-Ticket hosentaschenkompatibel.
Jetzt heißt es: Warten. "Perspektivisch" will die VKU Smartphone-Allergikern das Ticket als Chipkarte zur Verfügung stellen, wohl gegen Ende des Jahres. Aber wer weiß: Vielleicht kriegt sie bis dahin noch das Oktober-Deutschlandticket im Briefmarkenformat hin?
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Diese selbstgebastelte Parkscheibe ist nicht erlaubt - dafür gab es kurz vor Weihnachten einen Strafzettel. Foto: André Sroka
von Christoph Volkmer
Kamen. Die Tage vor dem Fest haben eine Vielzahl an Kunden in die Innenstadt gelockt. Nicht alle kamen, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. KamenWeb.de-Leser André Sroka besuchte das kleine thailändische Restaurant an der Adenauerstraße - und erlebte hinterher eine wenig weihnachtliche Überraschung.
„In Kamen gibt es einen der ganz wenigen Thai-Imbisse in der Region“, schwärmt André Sroka von dem dort frisch zubereiteten Essen. Deshalb ist Sroka am 22. Dezember nach der Arbeit in die Stadt gefahren, um dort vorbeizuschauen. „Ich habe in der Nähe geparkt und eine Parkscheibe ins Auto gelegt, die mir meine Tochter mir im Kindergarten gebastelt hat“, berichtet der Freund thailändischer Küche.
Nach dem Mittagessen gab es dann einen unerwarteten Nachschlag in Form eines Knöllchens. Sroka soll nun ein Verwarnungsgeld von 20 Euro bezahlen. Der Grund: Die Parkscheibe entspricht nicht der Straßenverkehrs-Ordnung. Der Vater war verdutzt, immerhin ist für das Bastelwerk seiner Tochter unübersehbar eine echte Parkscheibe als Grundlage verwendet worden.
Auch für Parkscheiben gibt es Regeln
Tatsächlich aber darf bei einer selbst gestalteten Parkscheibe der Kreativität kein freier Lauf gelassen werden. Auch in diesem Bereich ist in Deutschland alles bis ins letzte Detail geregelt. In der aus dem Jahr 1981 stammenden Verkehrsblattverlautbarung Nr. 237 sind die entsprechenden Vorgaben nachzulesen, denen eine Parkscheibe in Deutschland genügen muss. Das Kunstwerk aus dem Kindergarten genügte den Anforderungen, die unter anderem vorschreiben, dass die Parkscheibe 11 Zentimeter breit und 15 Zentimeter hoch sein muss, leider nicht. Auch Farbton und verwendete Schriftart sind streng festgelegt: Parkscheiben müssen den gleichen Blauton wie die übrigen Verkehrszeichen tragen, schließlich haben die Karten doch den Status von Verkehrszeichen.
Der Vater hat wenig Verständnis für den erhaltenen Strafzettel und hätte sich etwas mehr Verständnis gewünscht: „Ich weiß wohl, dass auch die netten Menschen vom Ordnungsamt meistens einen wichtigen Job erfüllen. Aber 20 Euro, weil die Parkscheibe, die genau so funktioniert wie jede andere Parkscheibe, die falsche Form hat?“
Dem Vernehmen nach sind besonders in den vergangen Tagen vermehrt Kontrollen - unter anderem im Bereich der Innenstadt - durchgeführt worden. Ein Verwarnungsgeld kann zum Beispiel bei einem Parkverstoß verhängt werden. Zweifelsfrei sind diese Kontrollen wichtig, denn Falschparker behindern Rettungsdienste und gefährden Radfahrer. Beim verhängten Strafzettel wäre aber - nicht zuletzt so kurz vor Weihnachten - etwas mehr Fingerspitzengefühl angebracht gewesen.
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Westfalenstadion in Dortmund. Foto: Archiv KamenWeb.de
von Heinrich Peuckmann
Der 8:2-Sieg von Bayern München gegen den FC Barcelona, der alles andere als eine Feld-, Wald und Wiesenmannschaft ist, verdient großen Respekt. Doch, das war Klasse, da ist eine ehemals großartige Mannschaft mit dem noch großartigeren Weltstar Messi nach allen Regeln der Kunst demontiert worden. Auf den Respekt folgt bei weiterdenkenden Fußballfans aber schnell das Erschrecken. Im September beginnt die Bundesligasaison und die Frage stellt sich, wer diese Bayern schlagen soll. Achtmal hintereinander waren sie schon Deutscher Meister, der neunte Titel ist doch so gut wie vergeben. Eine Sportart beginnt seinen Wettbewerb und von allem Anfang an ist klar, wer am Ende gewinnen wird. Was ist da mit Spannung, mit Unwägbarkeiten, neuhochdeutsch Kontingenzen, von denen gerade der Sport seinen Reiz bezieht? Alles ausgehebelt, alles reduziert auf eine nicht erfüllbare Hoffnung.
Die finanzielle Überlegenheit der Bayern erinnert an das Monopolyspiel. Wer die Parkstraße und die Schlossallee mit allen Hotels darauf besitzt, ist nicht zu schlagen. Irgendwann landet jeder Gegner auf einem der beiden Felder und dann ist es aus. Der Fußballer Ansgar Brinkmann, der „weiße Pele“, hat es vor zwei Jahren treffend in einem Bild beschrieben. „Bayern sechsmal hintereinander Deutscher Meister, da ist doch für die Sechsjährigen schon die Kindheit versaut.“ Stimmt. Für diese Kinder hat die Bundesliga keine Spannung zu bieten. Die Klimmzüge der Fußballreporter, aus irgendeiner noch so kleinen Überraschung Spannung zu konstruieren, wirken lächerlich. Aber sie müssen das, denn sie spüren auch, dass ihnen die Felle davonschwimmen und sie bald zum Minderheitenprogramm schrumpfen könnten. Der Reiz, der den Fußball immer ausgezeichnet und der auch meine Begeisterung in der Kindheit ausgelöst hat, ist verschwunden. Der Kapitalismus schafft eben Monopolstrukturen, die nicht zu knacken sind.
Das ist die erste Baustelle, die der Profifußball hat, nämlich Seriensieger, wie etwa auch in Italien und Frankreich. Die zweite besteht in den unglaublichen Ablösesummen und atemberaubenden Gehältern. Da spielt einer unten auf dem grünen Rasen, für den 120 Millionen Euro als Ablöse verlangt werden. Und es gibt Vereine, die diese Summe wirklich zahlen wollen. Gut, der Mann ist nicht schlecht, aber der Verteidiger, der ihm gerade zweimal den Ball abgejagt hat und der schlappe 5 Millionen wert ist, auch nicht. Wer soll solche Summen verstehen? Der Zeitarbeiter etwa oder der Hartz-4-Empfänger, der sich das Eintrittsgeld mühsam absparen musste? Das sind Verhältnisse, die nicht zu begreifen sind. Unter den Fans hat längst ein Grummeln eingesetzt, aber sich deshalb vom Fußball zu trennen, das haben bis jetzt die wenigsten geschafft. Es ist wie bei einem Karussell in voller Fahrt. Wer will da aussteigen?
In diese Stimmung hinein kamen nun Corona und der Lockdown, durch den wochenlang keine Fußballspiele stattfanden. Manch einer hat sich anfangs gefühlt wie ein Alkoholiker auf Entzug. Was soll man mit dem langen Wochenende anfangen? Aber dann setzte langsam, ganz unmerklich ein Umdenken ein. Tatsächlich, es geht auch ohne Fußball mit seinen Riesensummen und seinen vorhersehbaren Ergebnissen. Manche waren erstaunt, was sie alles am Wochenende mit Familie und Freunde machen konnten. Und wie viele schöne Orte es im Umfeld gibt, die man besuchen kann.
Die Geisterspiele toppen das alles noch. Ein leeres Stadion, die Rufe der Spieler, überall zu hören wie bei einem Spiel der Kreisliga C. Und dann bekam das Ganze auch noch lächerliche Züge, wenn nämlich die Spieler nach einem Sieg zur leeren Fankurve liefen und winkten. Bei den Fernsehübertragungen wurden Zuschauergeräusche aus Konserven eingespielt. Höhepunkt war, dass bei einem Spiel von Bayer Leverkusen Fangesänge von Fortuna Düsseldorf eingespielt wurden. Da wurde das Spiel schon wieder interessant, wenn auch unfreiwillig. Und genau in jener Zeit hörte ich erstmals Stimmen selbst von Hardcorefans, die meinten, das alles sei doch nicht mehr der Fußball, für den sie sich interessierten. Eine Entfremdung trat ein. „Du, es geht auch ohne Fußball. Vielleicht bleibe ich langfristig ganz weg.“ Nicht irgendwelche Leute sagten das, sondern Fans, die seit Jahrzehnten kein Spiel ihres Vereins auslassen haben. Haben die Vereinsfunktionäre, die bereit sind, wahnsinnige Summen für einen Spieler auszugeben, das inzwischen gespürt? Ist daher ihr Kampf, wenigstens ein paar Zuschauer zum Spiel zuzulassen, erklärbar, damit die Entfremdung nicht allzu groß wird? Doch, bei einige schon. Ein Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt hat genau diese Sorge formuliert. Die monatelange Trennung der Fans von ihren Stadien könne Spätfolgen haben, prognostizierte der Mann. Sie könnten feststellen, dass ein Wochenende ohne Fußball auch schön sein kann. Gut gedacht. Und, wird sich was ändern? An den Seriensiegen bei den Meisterschaften bestimmt nicht. Die Seriensieger sind es doch, die dank ihrer Rücklagen vergleichsweise glimpflich aus der Krise kommen. Bis jetzt jedenfalls. Die Spaltung zwischen reichen und armen Vereinen hat sich durch Corona sogar noch vertieft. Riesenablösesummen werden im Moment nicht gezahlt. Woher soll das Geld auch kommen bei Millionenverlusten? Pro Geisterspiel verliert Borussia Dortmund beispielsweise 4 Millionen Euro an Zuschauereinnahmen, kann aber manches doch auffangen durch Merchandising, also Trikotverkauf überall in Deutschland usw, was Vereine aus den unteren Bereichen der Tabelle nicht können.
Aber die Gefahr im Hintergrund ist nicht unterschätzen. Was zählt für Bayern München noch die fünfzehnte oder zwanzigste Meisterschaft in Folge, wenn sich nur noch ein paar Hardcorefans dafür interessieren?
Corona bringt etwas zutage, was schon vorher da war, aber eben unterschwellig, nicht wirklich sichtbar. Aber werden die Fußballfunktionäre die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen? Diese eitlen Typen, die gewohnt sind, wie Staatsgäste behandelt zu werden? Zweifel sind angebracht.
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Fans des FC Heidenheim bei einem Gastspiel ihrer Mannschaft in Paderborn. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de
von Christoph Volkmer
Der 1. FC Heidenheim hat erstmals die Relegationsspiele um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga erreicht. Nach dem Motto „Die Tabelle lügt nicht“ steht der Klub dort völlig verdient. Noch beeindruckender sind die Hintergründe des Erfolgs, denn beim Verein von der Ostalb stehen nicht Millionen-Transfers, sondern konstante Arbeit und personelle Konstanten im Mittelpunkt. Im Gegensatz zu manchem Verein aus dem Ruhrpott ist der FCH zudem ein echter Malocher-Klub.
Da sind zum Beispiel Trainer Frank Schmidt oder Kapitän Marc Schnatterer. Letzterer ist jetzt 34 Jahre alt und spielt schon seit 2008 für den Klub, noch ein Jahr länger ist Trainer Schmidt beim Verein im Osten von Baden-Württemberg tätig. Beide hatten Angebote von anderen Klubs, doch sie blieben, weil ihnen Kontinuität wichtiger als ein schneller Karrieresprung war. Beständigkeit steht auch an der Vereinsspitze im Mittelpunkt. Vorstandschef Holger Sanwald durchlebte in den vergangenen 26 Jahren mit dem FCH insgesamt sechs verschiedene Ligen.
„Heidenheim ist Malochen und Arbeiten“, sagt der Coach, der auch in Heidenheim geboren wurde. Glanz, Gloria und Spektakel sucht man hier ebenso vergeblich wie Skandal-Kicker á la Aubameyang und Sancho, auch einen russischen Investor gibt es nicht, statt dessen unterstützen den Klub mittelständische Unternehmen aus der Region.
So ist dem „kleinen gallischen Dorf“ mit bescheidenden Mitteln eine einzigartige Entwicklung gelungen. Diese könnte in den beiden Duellen mit Werder Bremen jetzt seine Krönung finden. Und wenn nicht? Dann wird in Heidenheim einfach weiter gearbeitet, mit dem Ziel, die bisher erfolgreichste Spielzeit 2019/20 dann vielleicht in einem anderen Jahr noch einmal zu übertreffen. Schön, dass es solche Vereine im Profi-Fußball noch gibt!





