Standortdefizite bei Wirtschaftskraft, Lebensqualität und Entwicklung – Aufruf zu wirtschaftspolitischer Neuausrichtung
Blick vom Rathaus über Kamen: Die Stadt schneidet im Kommunalranking NRW 2025 unterdurchschnittlich ab.
Kamen. Kamen gehört laut dem aktuellen Kommunalranking NRW 2025 zu den Kommunen mit den größten Herausforderungen im Land. Die vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag von unternehmer nrw erstellte Studie bewertet alle 396 Kommunen in Nordrhein-Westfalen in vier Kategorien: Wirtschaft, Arbeiten, Wohnen und Lebensqualität. Kamen landet dabei im Gesamtvergleich auf einem der hinteren Plätze und fällt insbesondere beim Zugang zu naturnahen Flächen sowie bei wirtschaftsbezogenen Indikatoren auf.
Auch die Dynamik, also die Entwicklung seit Beginn der laufenden Wahlperiode 2020, zeigt kaum Fortschritte. Während andere Kommunen im selben strukturellen Umfeld an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen konnten, stagniert Kamen laut Studie in vielen Bereichen. Besonders im Regierungsbezirk Arnsberg, zu dem Kamen gehört, stechen nur wenige Städte positiv hervor – das Gros der Kommunen zeigt Schwächen, darunter auch Kamen und Bergkamen.
Handlungsbedarf auf kommunaler Ebene
Die Autoren der Studie und die nordrhein-westfälischen Unternehmensverbände fordern eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung auf kommunaler Ebene. Arndt G. Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen, erklärte bei der Vorstellung der Ergebnisse am 16. Juni in Düsseldorf, dass die Kommunalpolitik in NRW stärker auf Standortfaktoren achten müsse. Besonders die bevorstehende Kommunalwahl am 14. September 2025 sei eine entscheidende Weichenstellung für die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort.
„Wir müssen den Kandidaten wirtschaftspolitisch auf den Zahn fühlen“, so Kirchhoff. Gute Kommunalpolitik könne auch in strukturschwachen Regionen neue Dynamik entfachen – etwa durch moderate Gewerbesteuersätze, gezielten Wohnraumausbau und den Ausbau digitaler Infrastruktur. Laut Studie gibt es gerade bei der Breitband- und 5G-Versorgung große Unterschiede zwischen den Kommunen, die sich unmittelbar auf die Ansiedlungschancen von Unternehmen und auf die Attraktivität für Fachkräfte auswirken.
Vergleichbare Städte zeigen: Es geht besser
Dass andere Kommunen mit ähnlichen Ausgangsbedingungen erfolgreicher sind, zeige laut IW-Studie die hohe Spreizung innerhalb einzelner Regionen. So liegen selbst benachbarte Städte im Ranking teils weit auseinander. Als Beispiele für positive Entwicklungen werden unter anderem Monheim am Rhein und Schalksmühle genannt, die durch konsequente Standortpolitik bessere Ergebnisse erzielen konnten.
Fazit: Kamen fällt im Niveau zurück – leichte Dynamik, aber anhaltender Aufholbedarf
Im aktuellen Kommunalranking NRW 2025 belegt die Stadt Kamen im Niveau-Ranking Platz 363 von 396 Kommunen – eine Verschlechterung um 14 Plätze gegenüber dem Jahr 2020. Damit zählt Kamen weiterhin zu den strukturell schwächsten Städten Nordrhein-Westfalens. Im bundesweiten Vergleich liegt Kamen bei der aktuellen Lage sogar nur auf Rang 9.127 von 10.648 Kommunen.
Etwas besser schneidet die Stadt im Dynamik-Ranking ab, das die Entwicklung seit Beginn der Legislaturperiode betrachtet. Hier erreicht Kamen Platz 217 – nach Platz 126 im Jahr 2020 allerdings mit einem deutlichen Rückschritt um 91 Plätze. Im Bundesvergleich steht Kamen in der Entwicklung auf Platz 4.990.
Die Studie macht deutlich: Zwar sind in Teilen leichte positive Entwicklungen erkennbar, doch reicht die Dynamik nicht aus, um den Rückstand bei Wirtschaftskraft, Infrastruktur und Lebensqualität aufzuholen. Die Stadt braucht gezielte Impulse, insbesondere im Bereich der Standortattraktivität und wirtschaftlichen Entwicklung. Die Kommunalwahl 2025 bietet die Chance, hier neue Prioritäten zu setzen.
Kamen gehört laut der aktuellen IW-Regionalstudie 2025 zu den Kommunen mit deutlichen Schwächen bei wirtschaftsrelevanten Standortfaktoren – insbesondere beim Zugang zu naturnahen Flächen. Die Studie, die im Auftrag von unternehmer nrw erstellt wurde, zeigt: Auch benachbarte Kommunen wie Werl und Soest schneiden schlecht ab.
Arndt G. Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen, betonte bei der Vorstellung der Studie am 16. Juni in Düsseldorf die Bedeutung der bevorstehenden Kommunalwahl am 14. September. Diese sei „extrem wichtig“ für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. „Wir müssen den Kandidaten wirtschaftspolitisch auf den Zahn fühlen“, forderte Kirchhoff. Gute Kommunalpolitik könne selbst in strukturschwachen Regionen neue Dynamik entfachen – schlechte Entscheidungen hingegen lähmten Wachstum und Beschäftigung.
Unternehmer nrw ruft die Politik vor Ort auf, jetzt entschlossen zu handeln – unter anderem durch attraktive Gewerbesteuersätze, solide Infrastruktur und den direkten Dialog mit der Wirtschaft. NRW habe weiterhin zu viele Städte auf den hinteren Plätzen des Rankings. Das müsse sich ändern, so Kirchhoff: „Kommunale Wirtschaftspolitik muss zur Chefsache werden.“
Kommunalranking 2025: Im Auftrag der unternehmer nrw vergleicht die IW Consult alle 396 Kommunen in NRW anhand von 17 Indikatoren in den vier Themenbereichen Wirtschaft, Arbeiten, Wohnen und Lebensqualität. Für zwölf dieser Indikatoren wird auch die Entwicklung seit Beginn der aktuellen Legislaturperiode im Jahr 2020 bis heute analysiert.





