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    Elke Kappen bleibt Bürgermeisterin, AfD wird drittstärkste Kraft im neuen Rat

    CDU-Kandidat Ralf Eisenhardt gratulierte Elke Kappen zu ihrem knappen Wahlsieg von gerade einmal 50,2 Prozent. Sie wird auch die nächsten fünf Jahre an der Spitze des Rathauses stehen. Fotos: AGCDU-Kandidat Ralf Eisenhardt gratulierte Elke Kappen zu ihrem knappen Wahlsieg von gerade einmal 50,2 Prozent. Sie wird auch die nächsten fünf Jahre an der Spitze des Rathauses stehen. Fotos: AG

    Kamen. (AG) Elke Kappen bleibt mit hauchdünner Mehrheit Bürgermeisterin und die AfD ist künftig die drittstärkste Kraft im Kamener Rat, der aufgrund zahlreicher Überhangmandate in der kommenden Legislaturperiode von 40 auf 56 Mitglieder wächst - so könnte man die  entscheidenden Ergebnisse der gestrigen Kommunalwahl zusammenfassen.

    Wahl des der Buergermeisters in 14.09.2025 Stadt KamenSo wählten die Kamener bei der Bürgermeisterwahl. Grafik: votemanager.de / Kreis Unna

    Die Reihenfolge bei der Auszählung stand vorn vornherein fest: zuerst der Landrat, dann der Kreistag, dann die Regionalverbandskandidaten und erst dann Bürgermeister und Rat – aber nicht nur das Verfahren, sondern auch andere Faktoren trugen ihren Teil dazu bei, dass sich die Wartezeit für die Endergebnisse wie ein Kaugummi hinzog. Dementsprechend gelangweilt war die Stimmung zum Ende der städtischen Wahlparty in der Stadthalle, wo am Sonntagabend keine wirklichen Emotionen aufkamen – Jubel gab es bis ganz zum Schluss gar keinen, noch nicht einmal von der künftigen AfD-Fraktion, aber auch keine übermäßigen Unmutsbekundungen. Stattdessen wurde der Wahlabend zur Hängepartie, weil die Briefwahlergebnisse der Wahlkreise 520 und 507 erst nach 22 Uhr feststanden.

    So wählten die Kamener bei der Ratswahl. Grafik: votemanager.de / Kreis UnnaSo wählten die Kamener bei der Ratswahl. Grafik: votemanager.de / Kreis Unna

    Um 22.15 war klar: die SPD stellt weitere fünf Jahre ihre Bürgermeisterin Elke Kappen – allerdings mit knapper Mehrheit, gerade einmal 50,2 Prozent der berechtigten Kamener Wahlteilnehmer wählten sie wieder. Ihr Gegenkandidat Ralf Eisenhardt kam auf 33,56 Prozent. Er hätte durchaus eine Stichwahl erwartet, sagt Eisenhardt, der der alten und neuen Bürgermeisterin zu ihrem knappen Ergebnis herzlich gratulierte. Als „großen Verlierer“ kann man die CDU bei dieser Wahl trotzdem nicht bezeichnen, denn gegenüber der letzten Ratswahl 2020 hat sie sich immerhin um 0,46 Prozent verbessert, während die SPD gegenüber 2020 beachtliche 5,57 Prozent verloren hat – „von uns können die vielen Neuzugänge bei den AfD-Wählern also nicht kommen“, kommentierte CDU-Ratsfrau Susanne Middendorf, die bei 14 Sitzen auf Reservelistenplatz 12 beste Aussichten hat, ihr Mandat in die nächste Ratsperiode mitzunehmen. Verschlechtert haben sich indessen die Grünen, die künftig statt neun nur noch fünf Sitze im Rat haben werden, und während die Linke, ebenso wie die Wählergemeinschaft, ein Ratsmandat dazu gewinnt und eine Dreierfraktion bilden kann, schrumpft die FDP von zwei auf nur noch ein Mandat - genauso viel wie Die Partei, die erstmals in Kamen zur Wahl antrat.

    So sieht die voraussichtliche Zusammensetzung des künftigen Rates aus, der um 16 Mitglieder wachsen wird.So sieht die voraussichtliche Zusammensetzung des künftigen Rates aus, der um 16 Mitglieder wachsen wird. Grafik: votemanager.de / Kreis Unna

    Trotzdem: „Das einzig Positive am Ausgang dieser Wahl ist, dass insgesamt rund 84 Prozent der Kamener die demokratische Mitte gewählt haben“, räumt Ralf Eisenhardt ein. Dennoch ist die AfD mit 16,68 Prozent künftig die drittstärkste Oppositionspartei im Rat und wird voraussichtlich neun Mitglieder stellen. Die AfD, sagt Eisenhardt, habe „dieses Ergebnis nicht verdient, weil sie keine Konzepte hat“. Dabei ging die AfD letztendlich als der eigentliche und einzige Gewinner aus der Kommunalwahl hervor, und das nicht nur in Kamen. Streckenweise war der Schrecken bei vielen groß, als gegen 19 Uhr die Bürgermeisterkandidaten von CDU und AfD mit jeweils exakt 27,56 Prozent gleich auflagen. Zwar reduzierte sich das AfD-Ergebnis schon etwa eine halbe Stunde später auf rund 18 Prozent, aber immerhin: von 2,66 Prozent im Jahr 2020 steigerte sie sich auf 16,68 Prozent und stellen künftig neun Ratssitze. Im Problem-Wahlbezirk 515, der den Technopark und Teile der Lüner Höhe einschließt, lag die AfD streckenweise sogar vor der SPD, aber letztlich sicherte sich SPD-Kandidat Martin Jelonek mit 27,43 Prozent das Direktmandat.

    Damit dürfte die Arbeit im Rat und in den Ausschüssen demnächst nicht gerade leichter werden. Die alte und neue Bürgermeisterin freute sich indessen, dass ihre Partei sämtliche Direktmandate geholt hat und über „den großen Rückhalt der Bürger gegenüber der SPD“, so Elke Kappen. Besonders wichtig sei ihr, „die gute Zusammenarbeit mit den anderen Ratsparteien in den nächsten fünf Jahren fortzusetzen“, wobei die gestärkte Position der AfD diese parlamentarische Zusammenarbeit künftig wohl nicht gerade leichter machen werde. Immerhin gratulierte auch AfD-Kandidat Ulrich Lehmann der Bürgermeisterin zur Wiederwahl, er freue sich „auf lustige fünf Jahre“, so Lehmann. Eine dringend gebotene Basis auf gegenseitigem Respekt scheint also zumindest auch für die künftige Rats- und Ausschussarbeit schon einmal da zu sein – das macht Hoffnung. Bis der Wahlausschuss das Ergebnis bestätigt hat, gilt es offiziell als vorläufig.

    Wahlhelfer Heinrich Behrens und das Team in der Volksbank konnten sich nicht über zuviel Arbeit beschweren, die Wahlbeteiligung lag in diesem Stimmbezirk bei geraden einmal 33,38 Prozent, insgesamt lag sie bei mehr als 57 Prozent.Wahlhelfer Heinrich Behrens und das Team in der Volksbank konnten sich nicht über zuviel Arbeit beschweren, die Wahlbeteiligung lag in diesem Stimmbezirk bei geraden einmal 33,38 Prozent, insgesamt lag sie bei mehr als 57 Prozent.

    Archiv: Kommunalwahl Kamen: Erste vorläufige Ergebnisse liegen vor

    Kommunalwahl 2025: Wahllokale in Kamen geschlossen – Auszählung läuft

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