Roadtrip nach Napier

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Foto: Marie´s Kiwi Blog (C) Marie Fuhr Es wird mal wieder Zeit für einen Wochenendausflug. Die Nordinsel Neuseelands hat noch einiges zu bieten, was ich noch nicht gesehen habe, wie zum Beispiel die Stadt Napier. Daher habe ich diesem Ort am letzten Wochenende mit ein paar Freunden einen Besuch abgestattet.
Der Wecker schellt um 5:45 Uhr. Auf einem Samstag. Sofort stelle ich mir als Morgenmuffel natürlich die Frage, warum ich mir das Ganze antue. Nach einem starken, schwarzen Kaffee sieht die Welt schon etwas anders aus und ich schleppe meinen Jutebeutel mit Schlafsachen, meinen Rucksack, sowie meine Wanderschuhe zu meinem Auto und lasse mich auf den Fahrersitz fallen. Also gut, los geht’s. Ich mache mich auf den Weg, um in Wellington und der Nachbarstadt Lower Hutt meine vier Travelbuddies einzusammeln. Allesamt Au Pairs. Nachdem alles in meinem Hondi verstaut ist, geht es auf die Autobahn und es liegen vier Stunden bis Napier vor uns. Moment, vielleicht sollte ich die „Autobahnen“ in Neuseeland noch mal etwas genauer erläutern.
Foto: Marie´s Kiwi Blog (C) Marie Fuhr Dreispurige Autobahnen gibt es hier so gut wie gar nicht. Nur ein kurzer Abschnitt des State Highway 1 nach Wellington rein ist hier dreispurig. Sobald man aber 10 km von Wellington entfernt ist, hat man nur noch einspurige Straßen, die in Deutschland vielleicht gerade mal als schlechte Landstraße durchgehen würden. Kein Wunder also dass man hier maximal 100 km/h fahren darf. Für mich als kleinen Raser auf Deutschen Autobahnen absolut nervig. Allerdings muss man auch sagen, dass der State Highway 1 durch kleine Ortschaften führt. Mit Shops, Kreiseln oder Ampeln. Auf einer Autobahn! Selbstverständlich darf man da dann noch mehr auf die Bremse treten und mit 50 km/h seinem Ziel entgegen rollen. Es dauert also über vier Stunden bis nach Napier, obwohl es weniger als 300 km sind. Als wir endlich da sind, habe ich erstmal genug von den Neuseeländischen „Autobahnen“.
Napier liegt an der Ostküste der Nordinsel in einer riesigen Bucht, der Hawkes Bay. Bekannt ist die Region hauptsächlich für seinen Wein. Die Innenstadt von Napier sieht aus, als wäre die Zeit stehen geblieben, da alles im Art-Déco Stil gehalten ist. Mit 56.000 Einwohnern ist Napier die 14. größte Stadt Neuseelands. Dieses Land hat wirklich wenig Einwohner…
Nachdem wir uns eine Pizza zum Mittag geholt und ein bisschen am Strand relaxed haben, beschließen wir zum Te Mata Peak zu fahren, einer Erhöhung, von der man einen fantastischen Blick in das grüne Innenland, sowie auf das Wasser hat. Wie überall in Neuseeland treffen wir oben angekommen ein paar Deutsche und viele Asiaten. Diese Nationen sind hier wirklich überall! Der Ausblick an sich ist wirklich schön, nur leider spielt das Wetter nicht ganz mit, weswegen wir zunächst zum Supermarkt fahren, um uns unser Abendessen zu kaufen und dann ins Hostel, wo wir uns erstmal mit den anderen internationalen Gästen über unsere Reiseerfahrungen austauschen. Danach ist es schon spät und es geht ab in die Hostelküche, um das Abendessen zuzubereiten. Viel ist nicht zu erledigen, wir haben Salat, Gemüse, Fleisch und ein paar Saucen gekauft, was wir dann alles in Wraps füllen wollen. Ich liebe Hostelküchen und schaue gerne den anderen Reisenden zu, was sie sich zubereiten. Bei Gästen aus allen Ecken der Welt ist das äußerst interessant. Nach einem leckeren Abendessen und dem nervigen Abwasch sitzen wir noch ein paar Stunden zusammen, bis wir schließlich müde ins Bett gehen.
Am nächsten Morgen wachen wir um 5:30 Uhr auf. Schon wieder so früh… Aber heute wollen wir zum Cape Kidnappers, welches nur bei Ebbe zu erreichen ist und die ist nun mal so früh am Morgen. Erneut stellt sich mir die Frage nach dem warum, aber eine Stunde später sitzen wir alle in Hondi und fahren zum Startpunkt der Wanderung zum Cape Kidnappers. Das Cape Kidnappers ist ein Kap, an dem im Sommer eine riesige Vogelkolonie nistet. Der Weg dorthin führt 8 km an einer steilen Felsküste entlang, über den Strand, der bei Flut bis zu den Felsen reicht. Der Weg ist wunderschön, vor allem weil die Sonne gerade erst über dem Meer aufgegangen ist. Nach eineinhalb Stunden sind wir angekommen und genießen in einer langen Pause den Blick auf die Felsvorsprünge im Wasser mit den tausenden Vögeln darauf, bis es die 8 km wieder zurück zum Auto geht. Den Nachmittag verbringen wir damit uns Napier genauer anzuschauen. Die Architektur, einen Markt und die kleinen Cafés. Hier weiter im Norden ist es viel wärmer als in Wellington und wir genießen unsere 24 Grad im November. Der Frühling ist endlich angekommen.
Am Nachmittag geht es wieder zurück nach Wellington. Diese sogenannten Autobahnen treiben mich mal wieder fast in den Wahnsinn. Dass mir bisher noch keine Schafherde vorm Auto lang gelaufen ist, ist reines Glück. Aber gut, alles zu seiner Zeit…
Foto: Marie´s Kiwi Blog (C) Marie Fuhr

Rugby, Strand und Feuerwerk – Ein Kiwi-Wochenende

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MFKIWI1115  1Wie sieht eigentlich so ein typisches Wochenende als Au Pair aus? Kann man überhaupt etwas mit seinem Leben anfangen, wenn man mal nicht auf die Kinder aufpassen muss? Aber klar und wie!
Erstmal vorab: Natürlich gibt es nicht das typische Wochenende, es gibt einfach immer etwas neues, was man unbedingt sehen oder machen will. Da ich unter der Woche praktisch gar nichts außer meiner Arbeit auf die Reihe bekomme, nehme ich mir meist an den Wochenenden immer viel vor, wie zum Beispiel letztes Wochenende.
Rugby, Strand und Feuerwerk – Ein Kiwi-WochenendeWie man ja vielleicht auch im 18.000km entfernten Kamen mitbekommen hat, ist Neuseelands Rugby Nationalmannschaft, die „All Blacks“, vor kurzem Weltmeister geworden. Da meine Freunde und ich uns schon beim Finale morgens um 6 Uhr (die Weltmeisterschaft fand in England statt, was die Neuseeländer nicht davon abhält um 3 Uhr aufzustehen oder die Nacht durchzumachen, damit sie das Spiel gucken können) nicht mehr vor Freude halten konnten, mussten wir natürlich zur Siegesfeier nach Wellington gehen, bei der die Spieler ihren Sieg mit einer Parade durch die Stadt feiern. Also trafen wir uns am Donnerstagabend, um Poster für die Mannschaft und besonders unseren Lieblingsspieler Dan Carter zu malen, die wir dann am Freitagmorgen mit zur Parade brachten. Wir fuhren zur viert zunächst zum Parlament, wo die Spieler von Regierungsmitgliedern und – zu unserer Überraschung und Freude – von Prinz Charles und Camilla empfangen wurden, die sich momentan auf einem Besuch Down Under befinden. Als die All Blacks schließlich auf den Vorplatz des Parlaments vor die Menschenmassen traten, kannten die Neuseeländer und die vier Au Pairs in der dritten Reihe kein Halten mehr und feierten ihre Nationalhelden. Man muss dazu sagen, dass Neuseeland Rugby noch mehr liebt als Deutschland seinen Fußball. Jeder der 4 Millionen Einwohner ist absolut verrückt nach den All Blacks und die Spieler sind beliebter als jede andere Berühmtheit der Nation, daher ist der Jubel natürlich kaum beschreibbar. Nachdem ein paar Spieler unter großem Gekreische der Menge ein paar Dankesworte gesagt hatten, begann die Parade durch die Stadt. Wir waren wirklich sehr von den Sicherheitsvorkehrungen überrascht, denn die Spieler befanden sich auf den Ladeflächen von etwa 8 Trucks, die durch eine von der Polizei geschaffenen Gasse durch die Menge fuhren. Allerdings ohne Absperrungen. Die Menschen liefen neben den Trucks her, berührten die Spieler, warfen ihnen Rugbyeier zum Signieren zu, oder drückten ihnen wie meine amerikanische Freundin ihre Handyhüllen für ein Autogramm in die Hand. Trotzdem war die Stimmung unfassbar locker und entspannt. Nach etwa einer halben Stunde hatten wir dann aber auch genug von der Feier und setzten uns mit einem Eis an den Hafen. Die Spieler schienen alle ziemlich müde und verkatert zu sein. Zudem waren wir etwas enttäuscht, da unser Lieblingsspieler trotz Schreien, Hüpfen und Winken mit den Plakaten unsererseits kaum ein Auge für die Fans hatte. Trotzdem hatten wir einen unfassbar guten Morgen.
Am Samstag danach schien endlich mal wieder die Sonne, was meine Freundin Natalie und mich auf die Idee brachte, nach unserer Thai Boxing Stunde an den Strand zu fahren. Und zwar mit unserem eigenen Auto! Ja, richtig gehört. Natalie und ich haben uns zusammen einen 18 Jahre alten Honda Odyssee für umgerechnet 1200€ gekauft, da wir damit im Januar mit zwei Freunden unseren Trip auf die Südinsel machen wollen. „Hondi“, wie wir ihn nennen, brachte uns sicher nach Titahi Bay, einer wunderschönen Bucht, von der man auf die 60km entfernte Südinsel schauen konnte. Da es leider ziemlich windig war, konnten wir es am Strand kaum aushalten, allerdings war es dort erlaubt mit seinem Auto auf den Sand fahren, weswegen wir uns in unseren Hondi setzten und den Strand einfach vom Auto aus genossen.
Am Abend stand dann das große Feuerwerk im Hafen von Wellington anlässlich des Guy Fawkes Day an. Da der Tag wegen der Verbundenheit zu England auch in Neuseeland gefeiert wird, schießen die Kiwis jedes Jahr ein riesiges Feuerwerk in den Himmel, welches sie extra von einem Experten aus Dubai inszenieren lassen. Es war wirklich ganz besonders das Feuerwerk, welches von Booten auf dem Wasser abgeschossen wurde, zu betrachten, während es sich im Wasser spiegelt.
Nach diesen vielen Eindrücken war ich dann aber auch froh am Sonntag einfach mal nur im Bett zu bleiben und gar nichts zu machen.

Ein Wochenende in Rotorua

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Foto: Ein Wochenende in Rotorua - Marie´s Kiwi Blog (C) Marie Fuhr für KamenWeb.deEs ist jetzt schon etwas länger her seit ich auf einem längeren Trip gewesen bin. Letztes Wochenende haben wir hier in Neuseeland montags einen Feiertag gehabt, da musste ich das lange Wochenende natürlich mal wieder zum Reisen nutzen. Da meine Freundin Josi und ich ja bekanntlich große Mittelerdefans sind, weil wir ja auch schon zusammen die Movie Tour in Wellington gemacht haben, wollten wir unbedingt nach Hobbiton, dem Drehort des Auenlandes. Dieser ist sechs Stunden von Wellington entfernt und in der Nähe der Stadt Rotorua, weswegen wir beschlossen haben, das Wochenende an diesen beiden Orten zu verbringen.
Foto: Ein Wochenende in Rotorua - Marie´s Kiwi Blog (C) Marie Fuhr für KamenWeb.deAm Freitag ging es abends um 22 Uhr los. Wir hatten uns für einen Bus entschieden, denn diese sind in Neuseeland noch beliebter und günstiger als die Busse in Deutschland, die durchs ganze Land fahren. Nach einer fast schlaflosen Nacht im Bus und einer Stunde Verspätung, fanden wir uns schließlich früh morgens in Rotorua im McDonalds wieder und brauchten erstmal einen Kaffee, denn Ausruhen konnten wir vergessen. Nachdem wir nämlich die Taschen kurz im Hostel abgeliefert hatten, wurden wir um 8:30 Uhr schon von einem grünen Bus mit der Aufschrift "Hobbiton" abgeholt, der uns zum Drehort brachte. Das Auenland wurde auf einer Farm im Norden Neuseelands gedreht und nachdem der Hobbit gedreht worden war, ließ man das Filmset als Touristenattraktion stehen. Und genau das ist es auch. Eine richtige Touristenattraktion. Gut, das war zu erwarten, aber dass um 10 Uhr morgens ca 20 Gruppen mit je 30 Personen gleichzeitig durch dieses kleine Filmset geführt werden, hat uns schon etwas schockiert. Davon mal abgesehen kommen Fans von Frodo und Bilbo wirklich auf ihre Kosten. Man kann in die Hobbithöhlen gehen, ein Bier im Hobbitpub trinken und die ganze Anlage ist mit ganz viel Liebe und vielen kleinen Details gestaltet. Man fühlt sich dort wirklich wie ein echter Hobbit. Nach 2 Stunden war die Tour dann vorbei und zurück in Rotorua schafften wir es vor lauter Müdigkeit nur noch uns an den See der Stadt zu setzten und uns einen Käsekuchen zu gönnen.
Den nächsten Tag verbrachten wir komplett im Polynesian Spa in Rotorua. Die Stadt liegt in einem aktiven Vulkangebiet, das heißt überall qualmt und dampft es aus der Erde und es gibt heiße Quellen mit Thermalwasser. Der Spa bietet Zugang zu diesen 40 Grad heißen Pools und gleichzeitig einen wunderschönen Ausblick auf Lake Rotorua. Nach einem ganzen Tag im warmen Wasser, umgeben von fast ausschließlich japanischen Reisegruppen, fühlten wir uns einfach nur absolut tiefenentspannt.
Am nächsten Tag mussten wir mittags wieder den Bus zurück nach Wellington nehmen, doch wir nutzen den Vormittag um nach Wai-O-Tapu zu fahren. In diesem Thermalpark ist die vulkanische Aktivität am stärksten. Die natürlichen Seen dort sind 100 Grad heiß und haben alle Farben des Regenbogens aufgrund der verschiedenen Chemikalien und Metalle, die sich im Wasser befinden. Da der Park ca 30 km außerhalb der Stadt liegt und der Shuttleservice für die Touristen auch mal eben $33 kostet (umgerechnet 20 €), was Josi und mir zu teuer war, entschieden wir uns Trampen. Wir hatten uns bei unserem Hostel ein Pappschild organisiert, auf dem wir unser Ziel drauf schrieben und nach ein paar Minuten an der meist befahrenen Kreuzung in Rotorua fanden wir uns in einem Campervan von einem jungen Paar aus der französischen Schweiz wieder, mit denen wir dann auch den ganzen Tag im Park verbrachten, bevor sie uns auch wieder zurück nach Rotorua fuhren. Der Park an sich war ein wahres Zeugnis der vulkanischen Aktivität auf der Nordinsel Neuseelands und beeindruckte uns sehr. Aber einfach überall stank es nach Schwefel! Allerdings hatten wir uns nach drei Tagen in Rotorua fast schon daran gewöhnt, als wir mittags schließlich mit vielen tollen Erinnerungen im Gepäck wieder in den Bus nach Wellington stiegen.
Foto: Ein Wochenende in Rotorua - Marie´s Kiwi Blog (C) Marie Fuhr für KamenWeb.de

Die windigste Stadt der Welt…

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Die windigste Stadt der Welt… (C) Marie FuhrJa, ich weiß, in Kamen war es die letzten Monate meistens schön warm und sonnig, während ich hier am Ende der Welt im Regen gesessen habe. Eigentlich wollte ich ja jetzt um diese Jahreszeit die Kamener mit schönen Frühlingsbildern neidisch machen und einen Vorgeschmack auf den warmen und sonnigen neuseeländischen Sommer geben. Allerdings habe ich die Rechnung da ohne den Wind gemacht…
Eigentlich ist hier seit September offiziell Frühling. Wir hatten zwar auch schon ein paar echt schöne Tage in Wellington, doch seit dem letzten Wochenende ist das Wetter einfach nur eine absolute Katastrophe. Ich habe ja schon mal erwähnt dass Wellington wegen der Lage zur Meerenge als windigste Stadt der Welt gilt und auch „Windy Welly“ heißt, aber „Stormy Welly“ würde es momentan eher treffen. Meine Gasteltern hatten mich in den ersten Wochen zwar schon vorgewarnt, dass der Frühling die windigste Jahreszeit sei, aber ich habe das natürlich wieder nicht zu ernst genommen. Windstill ist es hier ja eigentlich nie, aber so wie der Wind in den letzten Tagen an unserem Haus und den Bäumen rüttelt, hätte man in Deutschland schon drei mal eine Orkanmeldung rausgegeben. Aber die Kiwis hier nehmen das ganz gelassen, es gehört eben zu dieser Stadt. Meine schlimmste Erfahrung, die ich bisher mit dem Wind machen durfte, hatte ich am Sonntag, als ich zusammen mit sieben Freunden einen Ausflug nach Eastbourne gemacht habe.
Die windigste Stadt der Welt… (C) Marie FuhrWellington liegt ganz im Osten einer Bucht an der Südküste der Nordinsel. Wenn man einmal 30 Minuten um die Bucht herum und ganz in den Westen fährt, ist man in Eastbourne. Dort gibt es einen wunderschönen Leuchtturm an der Küste, der den Schiffen früher die Einfahrt in die Bucht erleichterte. Diesen Leuchtturm hatten wir uns als Ziel für unseren Tagesausflug ausgesucht. Als wir mittags in Wellington losfuhren, spielte das Wetter noch einigermaßen mit. Wir hatten etwas Sonnenschein im Wechsel mit Wolken und den leichten Wind, der so typisch für Wellington ist. In Eastbourne angekommen fanden wir heraus, dass der einzige Weg zum Leuchtturm über einen 8km langen Küstenweg führte, auf dem keine Autos fahren durften. Das übliche „Ich hab aber keine Lust 2 Stunden hin und 2 Stunden zurück zu wandern“ machte sich unter uns breit. Plötzlich kam jemand auf die Idee: „Hey, lasst uns doch Mountainbikes ausleihen!“ Es gab tatsächlich eine kleine Hütte an unserem Parkplatz, wo man Mountainbikes für ein paar Stunden ausleihen konnte. Während viele von uns das für eine gute Idee hielten, schrillten bei mir sofort die Alarmglocken. Meine letzte Mountainbiketour war 2013 in Spanien gewesen und ich konnte die Schmerze an meinem ganzen Körper von damals praktisch wieder aufflammen spüren. Zudem nahm der Wind immer mehr zu. Aber als der Mann vom Verleih uns auch noch ein „2 für 1“ Angebot für die Fahrräder machte und sagte, dass wir bis zum Leuchtturm mit den Fahrrädern nur eine halbe Stunde brauchen würden, war ich überstimmt und musste mich, ob es mir passte oder nicht, auch auf ein Rad schwingen.
Die windigste Stadt der Welt… (C) Marie FuhrDer Hinweg machte dann aber sogar echt Spaß, der Weg direkt am Strand entlang, mit hohen Bergen auf der anderen Seite war wunderschön und die halbe Stunde ging wirklich schnell um. Der Anblick des Leuchtturms auf dem Berg war schließlich wirklich beeindruckend und ich freute mich, dass ich mitgekommen war. Allerdings graute es mir schon vor dem Rückweg, denn auf dem Hinweg hatten wir den Wind die ganze Zeit im Rücken gehabt und dieser wurde jetzt auch noch immer stärker. Wir legten die Fahrräder an den Wegrand und machten uns auf den Weg zum Leuchtturm, den wir in 15 Minuten zu Fuß über einen kleinen Pfad zurück gelegt hatten. Oben war es kaum auszuhalten. Wenn man sich nicht mit dem Rücken fest an den Leuchtturm presste, riss einen der Wind von den Füßen, so stürmisch war es. Obwohl wir uns mit aller Kraft anzuschreien versuchten, verstanden wir kaum was die anderen sagten und so entschieden wir nach einer Minute, dass wir den schönen Blick auf die Meerenge unmöglich so genießen konnten. Wir stolperten also zurück den Berg runter und stellten fest, dass es hier unten an der Küste sogar noch einen zweiten kleinen Leuchtturm gab. Aber auch hier konnten wir nicht bleiben, denn vom Land her zogen dunkle Wolken auf und der Wind wurde immer stärker, weswegen wir uns schnell auf den Rückweg machten. Und dieser Rückweg war der Horror.
Das Gefühl noch 7,5 km bis zum warmen Auto vor sich zu haben, während man um sein Leben trampelt, der Wind aber so stark ist, dass man entweder alle paar Meter vom Rad fällt oder sogar rückwärts rollt, machte mich absolut fertig. Der Wind von vorne war so stark, dass an vielen Stellen nur noch das Absteigen in Frage kam. Das mit den Fährrädern war eben eine echt blöde Idee gewesen und die Gischt die uns nun ununterbrochen ins Gesicht schlug machte es auch nicht besser. Nach einer Stunde waren wir endlich am Auto angekommen, total durchgeschwitzt und einfach nur noch mit den Nerven am Ende. Die Radtouren an der Nordsee an einem stürmischen Tag sind eine Freude gegen einen Tag im entfesselten Wind in Wellington. Aber positiv wie die Neuseeländer sind heißt es hier: Wir kämpfen mit dem Wind, nicht gegen ihn. Um dieses Motto zu teilen bin ich dann wohl bisher doch noch zu Deutsch…

Roadtrip zum Mount Taranaki

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Roadtrip zum Mount Taranaki Natürlich bin ich nicht nur zum Arbeiten nach Neuseeland gekommen, sondern auch um dieses wunderschöne Land zu sehen. Die Südinsel wird mit zwei Freunden im Sommer (also Januar) bereist und die Nordinsel erkunde ich hauptsächlich an Wochenendausflügen. Am letzten Wochenende bin ich mit einigen Freunden zum Mount Taranaki gefahren.
MFKIWI150915 2Der Taranaki ist ein ca. 2500m hoher Vulkan, der ganz im Westen der Nordinsel Neuseelands liegt und das letzte Mal vor etwa 150 Jahren ausgebrochen ist. Es gibt eine schöne Maorilegende zu dem Taranaki und den anderen zentral gelegenen Vulkanen, die ich ja bereits bei meinem Skitrip besucht habe. Die Legende besagt, dass Taranaki einst ebenfalls unter den anderen Vulkanen im Landesinneren lebte. Doch dann entflammte ein Streit zwischen ihm und dem Vulkan Tongariro um die Liebe zu der mit grünem Wald überwachsenen Pihanga. Taranaki wurde schließlich von Tongariro in den Westen verdrängt und lebt seitdem dort einsam, beobachtet jedoch noch immer die anderen 200km entfernten Vulkane.
Am Samstagmorgen machten sich also zwölf Leute in zwei Autos auf den vier Stunden Trip zum Berg. Ich war mit drei Freundinnen aus meinem Vorort in einem gemieteten Auto, während sich die anderen acht in einem Van gequetscht hatten. Nach einer langen Fahrt, vorbei an endlosem Grün und vielen Schafen, tauchte schließlich der Taranaki in Sichtweite auf. Wir waren alle unglaublich beeindruckt von diesem völlig einsamen Berg, der Mitten aus dem Nichts und dem grünen Land ragte. Die ersten Höhenmeter legten wir noch mit dem Auto zurück, bis wir auf einen Parkplatz kamen, von dem aus wir zu Fuß weiter mussten. Im Vorfeld wollten wir „unbedingt bis zur Schneegrenze laufen“. Das Ganze war allerdings gar nicht nötig, denn bereits auf dem Parkplatz auf etwa 500 Höhenmetern lag bereits ziemlich viel Schnee. Ein paar meiner Freunde und ich blickten besorgt auf unsere Schuhe herunter. Nike Free waren bei dem Schnee natürlich nicht die beste Idee, aber irgendwie hatte keiner bereits hier mit der Menge an Schnee gerechnet. Na ja, zum umkehren war es jetzt eh zu spät, denn wir wollten unbedingt wandern gehen. Lukas, der den Trip hauptsächlich organisiert hatte, suchte eine Route für uns heraus und ging dann vor. Wir liefen durch dichtes Grün, mit moosbewachsenen Bäumen und überquerten kleine Flüsse. Ständiger Begleiter war zunächst das Schmelzwasser und danach der immer höher werdende Schnee. Nach etwa einer halben Stunde hatten wir unser erstes Ziel erreicht: ein etwa 40m hoher Wasserfall, der sich die Felswand herunterstürzte. Von dort aus konnte man auch den wunderschönen Blick über das Tal bis auf den Ozean genießen. Dann ging es weiter auf eine 1 ½ Stunden Etappe bis auf ein Plateau. Der Weg dahin war der reinste Horror. Im Schnee vor uns waren keine Fußspuren mehr zu sehen und der Weg war oftmals von vielen Pflanzen überwuchert, wodurch wir glaubten, dass diesen Weg seit Wochen niemand mehr benutzt hatte. Das kalte Schmelzwasser in unseren Schuhen machte die Sache natürlich auch nicht besser. Als wir endlich oben angekommen waren, wurden wir von einem eisigen Wind empfangen, aber auch mit einem atemberaubenden Ausblick in das Landesinnere auf die anderen Vulkane belohnt. Nachdem jeder sein Foto bekommen hatte, machten wir uns auf den eiskalten, zweistündigen Rückweg zu unseren Autos, die wir nach der Ankunft wie eine Sauna aufheizten. Wir konnten es kaum erwarten endlich heiß zu duschen und so machten wir uns sofort auf den Weg in den etwa 45 Minuten entfernten Küstenort New Plymouth, wo wir unser Hostel gebucht hatten. Nachdem sich alle etwas ausgeruht hatten, gingen wir erst in ein Restaurant und danach zurück ins Hostel, wo wir bis spät in die Nacht Tabu mit ein paar Kanadiern und einem Amerikaner spielten.
Roadtrip zum Mount TaranakiAm nächsten Morgen fühlte ich mich besser als ich es nach diesem Tiefschneewandern gedacht hätte. Wir fuhren in einen Supermarkt, um uns unser Frühstück zu kaufen, was wir dann in der Sonne am Strand aßen. Danach wollten wir unbedingt zum Black Beach, einem Strand, der vom Vulkan mit schwarzem Sand bedeckt war, was unfassbar schön aussah. Die nächsten Stunden verbrachten wir bei strahlendem Sonnenschein im Botanischen Garten in New Plymouth, der uns mal wieder zeigte, wie wunderschön die neuseeländische Natur doch ist. Am frühen Nachmittag wollten wir uns dann auf den Rückweg nach Wellington machen, aber nicht ohne einen Stopp an einem berühmten See einzulegen. Am Lake Mangamahoe hat man das perfekte Panorama. Den wunderschönen See im Vordergrund, in dessen Wasser sich der riesige mit Schnee bedeckte Taranaki spiegelt. Es war definitiv der schönste Anblick den wir auf dieser Tour, die sowieso schon voll mit schönen Anblicken war, gehabt hatten.
Erschöpft, aber glücklich kamen wir dann 4 ½ Stunden später wieder in Wellington an. Dieses Wochenende in einem der schönsten Teile der Nordinsel hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

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