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Weihnachten. Man sitzt gemütlich mit seiner Familie in Kamen vor dem Kamin, draußen schneit es (okay Kamen, netter Versuch dieses Jahr) und es gibt ein typisch deutsches Weihnachtsessen wie immer… Falsch! Da ich ja noch bis zum Mai in Neuseeland bleibe, habe ich dieses Weihnachten bei 28 Grad mit meiner Gastfamilie gefeiert.
Die Vorweihnachtszeit verbrachte ich in Wellington, hauptsächlich mit meinen Freunden und hauptsächlich am Strand. Der Sommer lässt in Wellington zwar am manchen Tagen nicht viel von sich sehen, aber es sind auch ein paar tolle Strandtage dabei. Dabei kommt für mich absolut gar keine Weihnachtsstimmung auf. Unter anderem weil nicht ich, sondern Charlie diejenige war, die jeden Tag meinen KamenWeb-Adventskalender öffnen durfte, was aber gerade dadurch immer ein kleines Highlight war. Des Weiteren sind mein Gastmädchen und ich zum Plätzchenbacken bei einer Freundin gewesen, wir hören non-stop „All I Want For Christmas Is You“ und in Charlie´s Schule gab es ein Weihnachtssingen, trotzdem ist es aber überhaupt nicht besinnlich oder besonders. Das könnte auch daran liegen, dass Neuseeländer ihre Innenstädte nicht so schön schmücken wie Deutsche und es statt des Weihnachtsmarktes nur die „Santa-Parade“ gibt, ein Umzug mit vielen weihnachtlichen Gestalten. Dafür gibt es aber in Wellington ein Geschäft, wo man bereits geschmückte Plastikweihnachtsbäume kaufen kann.
Wenn es zu meiner Gastfamilie kommt, haben wir zwar schon am 1. Advent den Weihnachtsbaum aufgestellt, ein paar Lichter am Haus aufhängen oder einen Weihnachtsfilm auf der Couch gucken ist allerdings Fehlanzeige. So traurig bin ich aber gar nicht darüber. In Deutschland war ich ein absoluter Weihnachtsmensch, aber hier versuche ich das ganze Gefühl auch etwas zu verdrängen, mal abgesehen davon, dass es eben kaum vorhanden ist. Denn vermutlich würde es mich nur traurig machen, wenn ich mir bewusst vor Augen führen würde, dass meine richtige Familie dieses Jahr nicht bei mir ist.
Aber dafür habe ich ja eine große Gastfamilie gewonnen. Am 23. Dezember fuhr ich mit meinen Gasteltern und Charlie nach Palmerston North, was zwei Stunden nördlich von Wellington ist, da dort die Eltern von Mum und Dad wohnen. Wir wohnten bei Mum´s Eltern, gleichzeitig war auch noch ihre Schwester und deren Partner da.
Der 24. war wohl der seltsamste Heiligabend aller Zeiten. Morgens geht man einkaufen, den Rest des Tages wird zu Hause rumgegammelt und am Abend ein großes Dinner gekocht. Wie es sich für Kiwis gehört, gibt es natürlich Lamm. Danach geht man entweder in die Mitternachtsmesse oder in den Pub. Oder beides. Da ich nicht sonderlich in Stimmung für die Kirche war und auch nicht unbedingt im Pub mit meinen Gasteltern enden wollte, entschied ich mich für ein deutsches Magazin und den Sessel.
Am nächsten Morgen gibt es bei den meisten Familien in Neuseeland dann Bescherung, aber wir mussten uns beeilen in die Kirche zu kommen, um dort Dad´s Eltern und Geschwister zu treffen. Nach der Messe ging es dann zu Dad´s Eltern nach Hause, wo es (welch Überraschung) Lamm gab. Schließlich konnte es Charlie kaum noch erwarten zurück zu ihren anderen Großeltern zu kommen und endlich ihre Geschenke auszupacken. Von mir gab es das neuste Buch ihrer Lieblingsserie und ein paar Kindertattoos, worauf sie mit freudigem Kreischen reagierte. Scheinbar alles richtig gemacht, Marie. Ich bekam von ihr einen Nagellack und von meinen Gasteltern eine Reisetasche, die laut Mum „jedes Kiwi-Girl hat“. Aus gutem Grund, denn diese Tasche gefiel mir ausgesprochen gut. Zum Glück freuten sich meine Gasteltern auch über mein Geschenk: Ein Fotokalender mit Familienbildern aus meinen bisherigen 5 Monaten Neuseeland. Nach der Bescherung gab es noch mal ein großes Dinner und ich fiel mit einem „Foodkoma“ ins Bett.
Der 26. Dezember, hier auch Boxing Day genannt, ist in Palmerston North für zwei Dinge bekannt. Zum einen sind wie in ganz Neuseeland fast alle Dinge in den Geschäften um 50 bis 75% reduziert, zum anderen für die Palmerston Pferderennen. Da ich in letzter Zeit genug Geld für Klamotten ausgegeben hatte und ich an meinen schweren Koffer auf dem Rückflug nach Deutschlanddenken musste, entschied ich mich dazu meinen Hostdad zu den Rennen zu begleiten. Ich war noch nie zuvor bei einem Pferderennen und machte mir daher nicht viele Hoffnungen bei den Wetten den großen Gewinn zu machen, setzte aber nach kurzer Einweisung meines Dads doch ein paar Dollar auf Pferde mit lustigen Namen. „Anders mache ich es auch nicht und damit habe ich schon mal $250 gewonnen“, strahlte mein Dad. Also gut, für etwas anderes reicht es bei mir eh nicht, dachte ich. Nach fünf Pferderennen mussten mein Dad und ich feststellen, dass keiner von uns auch nur einen Cent gewonnen hatte. Immerhin hat es viel Spaß gemacht die meist stark betrunkenen Kiwis zu beobachten oder sich das „Undies-Rennen“ der Männer auf der Pferderennstrecke und nur mit Unterhosen bekleidet anzuschauen. Als ich nach diesem Tag in den Spiegel blickte, merkte ich, dass mir das Kiwi Christmas bei 28 Grad eine ordentliche Bräune verpasst hatte.
Dieses besondere Weihnachten werde ich auf jeden Fall nie wieder vergessen.
Jetzt heißt es erstmal für vier Wochen Urlaub vom Au Pair Job und ab auf die Südinsel und reisen, reisen, reisen. Und das größtenteils ohne Internet, also bis in vier Wochen!
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Seit ich in Neuseeland bin, habe ich auf das letzte Wochenende hingefiebert. Noch in Deutschland hatte ich mir Karten für das Konzert von Ed Sheeran in Auckland bestellt und nun war das Wochenende endlich gekommen.
Am Freitag ging es abends vom Busbahnhof in Wellington los. Ich hatte eines der $1 Tickets für einen Bus nach Auckland ergattern können, daher habe ich eine 11 Stunden Fahrt im Bus auch einem angenehmeren, aber teurerem 50 Minuten Flug vorgezogen. Keine Ahnung wie die Busgesellschaften das finanzieren, aber wenn man Glück hat, zahlt man für die Fahrt in den Bussen, die durchs ganze Land fahren eben nur einen einzigen Dollar.
Nach einer Nacht ohne viel Schlaf kam ich dann morgens in Auckland an. Ich war noch mit ein paar anderen Au Pairs unterwegs, aber die waren zuvor schon einmal in Auckland gewesen und wollten sich daher lieber vor dem Konzert im Hostel entspannen. Das kam mir aber erst gar nicht in die Tüte! Unbedingt wollte ich Auckland erkunden und nachdem ich mein Gepäck im Hostel abgeliefert hatte, lief ich zum Sky Tower.
Der Fernsehturm ist mit seinen 328 Metern der höchste Fernsehturm der südlichen Hemisphäre, ist höher als der Eifelturm in Paris und das Wahrzeichen Aucklands. Die Fahrt nach oben kostet normalerweise 28 NZ$, Studenten kommen aber für 20 hoch. Ich hatte die Hoffnung, dass ich irgendwie als Student oder Schüler durchgehen würde, hatte aber nur meinen alten Schülerausweis vom Städtischen Gymnasium Kamen dabei, der 2012 abgelaufen war. Aber hier in Neuseeland kümmert es wohl niemanden, wenn auf dem Ausweisbild ein 13 jähriges Mädchen in der schlimmsten Phase der Pubertät mit Zahnspange und Brille zu sehen ist, wenn vor ihnen offensichtlich eine junge Frau (endlich ohne Zahnspange und Brille) steht. Hier sieht man eben alles nicht so eng und so stieg ich fröhlich mit meinem Studententicket in den Aufzug.
Da es noch so früh am Morgen war, war ich fast allein auf den beiden Aussichtsplattformen in 190 und 220 Metern Höhe. Auckland sieht von oben fantastisch aus! Die Stadt ist von Wasser umgeben und es gehören viele kleine und größere Inseln zum Großraum Auckland, die mit Fähren zu erreichen sind. Ein toller Ausblick.
Nach einer Stunde auf dem Sky Tower schlenderte ich dann durch die Stadt runter zum Hafen, um vielleicht eine Hafenrundfahrt zu machen. Ich kam unter anderem an den Booten der Neuseeländischen Mannschaft des America´s Cup vorbei. Ziemlich beeindruckend diese großen Segelboote (ähm, kann man da überhaupt noch „Segelboote“ sagen?) zu sehen. Ich musste schnell herausfinden, dass diese Hafenrundfahrten ganz schön teuer sind und ich war fast schon zu geizig, als ich an einem Jet Boat vorbei kam. Diese Boote sind mit die schnellsten der Welt, wurden in Neuseeland erfunden und werden hier landesweit auf großen Seen als Touristenattraktion eingesetzt. Da diese Biester über 100km/h schnell sind und die Videos, die ich schon davon gesehen hatte nach reichlich Spaß ausgesehen hatten, buchte ich mir kurzerhand eine Tour durch Aucklands Hafen. Action und ein bisschen Sightseeing auf einmal. Perfekt! Mit mir waren noch 24 andere Gäste an Bord, aber ich hatte echt etwas Muffensausen, als unser Fahrer den Motor anschmiss. Aber es machte wirklich einen Riesenspaß! Wir sausten über das Wasser, drehten scharfe Kurven und ich hatte mir natürlich wieder den allerbesten Platz ausgesucht, da ich nach einer Stunde als einzige klatschnass aus dem Boot sieg und unser Fahrer mich hämisch angrinste. Da es in Auckland aber immer furchtbar warm und schwül ist, war das halb so schlimm. Der Beach Wave Hairstyle ist ja bekanntlich momentan angesagt und Salz und Wasser hatte ich nun wirklich genug in meinen Haaren.
Nach einer Mittagspause ging ich zurück ins Hostel, machte mich fertig und traf mich wieder mit den anderen Au Pairs. Es ging endlich zum Ed Sheeran Konzert! Das Stadion, in dem das Konzert stattfand, lag eine etwa halbstündige Shuttlebusfahrt außerhalb des Stadtzentrums. Um die 19.000 Menschen passten in das ausverkaufte Stadion, was für neuseeländische Verhältnisse schon nicht schlecht ist für ein Stadion, in dem keine Rugbyspiele stattfinden. Nach Foy Vance, Passenger und Rudimental als Vorbands betrat schließlich Ed Sheeran die Bühne. Da wir die Karten nicht zusammengebucht hatten, saß ich leider nicht bei meinen Freunden, aber die Leute um mich herum waren zum Glück genauso Ed Sheeran-verrückt wie ich und so tanzten, lachten und weinten wir zusammen. Nach zwei Stunden verabschiedete sich der britische Sänger mit „I See Fire“, einem seiner bekanntesten Songs, von seinem Publikum und ich konnte rückblickend auf einen der besten Tage zurückblicken, an die ich mich erinnere. Im Bett realisierte ich, dass ich tatsächlich in Neuseeland war und wie sehr ich mich in dieses Land verliebt hatte.
Ein Post über meinen zweiten Tag in Auckland und meinen folgenden Kurzurlaub im äußersten Norden Neuseelands folgt morgen!
Abschließend noch einen schönen 4. Advent aus dem sonnigen, 25 Grad warmen Auckland. Aber auch hier, 18.000 km entfernt, am anderen Ende der Welt kommt einem zu Ohren, dass Kamen mit seinen Temperaturen momentan da ja fast mithalten kann. In diesem Sinne einen schönen Start in die Ferien!
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Es wird mal wieder Zeit für einen Wochenendausflug. Die Nordinsel Neuseelands hat noch einiges zu bieten, was ich noch nicht gesehen habe, wie zum Beispiel die Stadt Napier. Daher habe ich diesem Ort am letzten Wochenende mit ein paar Freunden einen Besuch abgestattet.
Der Wecker schellt um 5:45 Uhr. Auf einem Samstag. Sofort stelle ich mir als Morgenmuffel natürlich die Frage, warum ich mir das Ganze antue. Nach einem starken, schwarzen Kaffee sieht die Welt schon etwas anders aus und ich schleppe meinen Jutebeutel mit Schlafsachen, meinen Rucksack, sowie meine Wanderschuhe zu meinem Auto und lasse mich auf den Fahrersitz fallen. Also gut, los geht’s. Ich mache mich auf den Weg, um in Wellington und der Nachbarstadt Lower Hutt meine vier Travelbuddies einzusammeln. Allesamt Au Pairs. Nachdem alles in meinem Hondi verstaut ist, geht es auf die Autobahn und es liegen vier Stunden bis Napier vor uns. Moment, vielleicht sollte ich die „Autobahnen“ in Neuseeland noch mal etwas genauer erläutern.
Dreispurige Autobahnen gibt es hier so gut wie gar nicht. Nur ein kurzer Abschnitt des State Highway 1 nach Wellington rein ist hier dreispurig. Sobald man aber 10 km von Wellington entfernt ist, hat man nur noch einspurige Straßen, die in Deutschland vielleicht gerade mal als schlechte Landstraße durchgehen würden. Kein Wunder also dass man hier maximal 100 km/h fahren darf. Für mich als kleinen Raser auf Deutschen Autobahnen absolut nervig. Allerdings muss man auch sagen, dass der State Highway 1 durch kleine Ortschaften führt. Mit Shops, Kreiseln oder Ampeln. Auf einer Autobahn! Selbstverständlich darf man da dann noch mehr auf die Bremse treten und mit 50 km/h seinem Ziel entgegen rollen. Es dauert also über vier Stunden bis nach Napier, obwohl es weniger als 300 km sind. Als wir endlich da sind, habe ich erstmal genug von den Neuseeländischen „Autobahnen“.
Napier liegt an der Ostküste der Nordinsel in einer riesigen Bucht, der Hawkes Bay. Bekannt ist die Region hauptsächlich für seinen Wein. Die Innenstadt von Napier sieht aus, als wäre die Zeit stehen geblieben, da alles im Art-Déco Stil gehalten ist. Mit 56.000 Einwohnern ist Napier die 14. größte Stadt Neuseelands. Dieses Land hat wirklich wenig Einwohner…
Nachdem wir uns eine Pizza zum Mittag geholt und ein bisschen am Strand relaxed haben, beschließen wir zum Te Mata Peak zu fahren, einer Erhöhung, von der man einen fantastischen Blick in das grüne Innenland, sowie auf das Wasser hat. Wie überall in Neuseeland treffen wir oben angekommen ein paar Deutsche und viele Asiaten. Diese Nationen sind hier wirklich überall! Der Ausblick an sich ist wirklich schön, nur leider spielt das Wetter nicht ganz mit, weswegen wir zunächst zum Supermarkt fahren, um uns unser Abendessen zu kaufen und dann ins Hostel, wo wir uns erstmal mit den anderen internationalen Gästen über unsere Reiseerfahrungen austauschen. Danach ist es schon spät und es geht ab in die Hostelküche, um das Abendessen zuzubereiten. Viel ist nicht zu erledigen, wir haben Salat, Gemüse, Fleisch und ein paar Saucen gekauft, was wir dann alles in Wraps füllen wollen. Ich liebe Hostelküchen und schaue gerne den anderen Reisenden zu, was sie sich zubereiten. Bei Gästen aus allen Ecken der Welt ist das äußerst interessant. Nach einem leckeren Abendessen und dem nervigen Abwasch sitzen wir noch ein paar Stunden zusammen, bis wir schließlich müde ins Bett gehen.
Am nächsten Morgen wachen wir um 5:30 Uhr auf. Schon wieder so früh… Aber heute wollen wir zum Cape Kidnappers, welches nur bei Ebbe zu erreichen ist und die ist nun mal so früh am Morgen. Erneut stellt sich mir die Frage nach dem warum, aber eine Stunde später sitzen wir alle in Hondi und fahren zum Startpunkt der Wanderung zum Cape Kidnappers. Das Cape Kidnappers ist ein Kap, an dem im Sommer eine riesige Vogelkolonie nistet. Der Weg dorthin führt 8 km an einer steilen Felsküste entlang, über den Strand, der bei Flut bis zu den Felsen reicht. Der Weg ist wunderschön, vor allem weil die Sonne gerade erst über dem Meer aufgegangen ist. Nach eineinhalb Stunden sind wir angekommen und genießen in einer langen Pause den Blick auf die Felsvorsprünge im Wasser mit den tausenden Vögeln darauf, bis es die 8 km wieder zurück zum Auto geht. Den Nachmittag verbringen wir damit uns Napier genauer anzuschauen. Die Architektur, einen Markt und die kleinen Cafés. Hier weiter im Norden ist es viel wärmer als in Wellington und wir genießen unsere 24 Grad im November. Der Frühling ist endlich angekommen.
Am Nachmittag geht es wieder zurück nach Wellington. Diese sogenannten Autobahnen treiben mich mal wieder fast in den Wahnsinn. Dass mir bisher noch keine Schafherde vorm Auto lang gelaufen ist, ist reines Glück. Aber gut, alles zu seiner Zeit…
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Wie sieht eigentlich so ein typisches Wochenende als Au Pair aus? Kann man überhaupt etwas mit seinem Leben anfangen, wenn man mal nicht auf die Kinder aufpassen muss? Aber klar und wie!
Erstmal vorab: Natürlich gibt es nicht das typische Wochenende, es gibt einfach immer etwas neues, was man unbedingt sehen oder machen will. Da ich unter der Woche praktisch gar nichts außer meiner Arbeit auf die Reihe bekomme, nehme ich mir meist an den Wochenenden immer viel vor, wie zum Beispiel letztes Wochenende.
Wie man ja vielleicht auch im 18.000km entfernten Kamen mitbekommen hat, ist Neuseelands Rugby Nationalmannschaft, die „All Blacks“, vor kurzem Weltmeister geworden. Da meine Freunde und ich uns schon beim Finale morgens um 6 Uhr (die Weltmeisterschaft fand in England statt, was die Neuseeländer nicht davon abhält um 3 Uhr aufzustehen oder die Nacht durchzumachen, damit sie das Spiel gucken können) nicht mehr vor Freude halten konnten, mussten wir natürlich zur Siegesfeier nach Wellington gehen, bei der die Spieler ihren Sieg mit einer Parade durch die Stadt feiern. Also trafen wir uns am Donnerstagabend, um Poster für die Mannschaft und besonders unseren Lieblingsspieler Dan Carter zu malen, die wir dann am Freitagmorgen mit zur Parade brachten. Wir fuhren zur viert zunächst zum Parlament, wo die Spieler von Regierungsmitgliedern und – zu unserer Überraschung und Freude – von Prinz Charles und Camilla empfangen wurden, die sich momentan auf einem Besuch Down Under befinden. Als die All Blacks schließlich auf den Vorplatz des Parlaments vor die Menschenmassen traten, kannten die Neuseeländer und die vier Au Pairs in der dritten Reihe kein Halten mehr und feierten ihre Nationalhelden. Man muss dazu sagen, dass Neuseeland Rugby noch mehr liebt als Deutschland seinen Fußball. Jeder der 4 Millionen Einwohner ist absolut verrückt nach den All Blacks und die Spieler sind beliebter als jede andere Berühmtheit der Nation, daher ist der Jubel natürlich kaum beschreibbar. Nachdem ein paar Spieler unter großem Gekreische der Menge ein paar Dankesworte gesagt hatten, begann die Parade durch die Stadt. Wir waren wirklich sehr von den Sicherheitsvorkehrungen überrascht, denn die Spieler befanden sich auf den Ladeflächen von etwa 8 Trucks, die durch eine von der Polizei geschaffenen Gasse durch die Menge fuhren. Allerdings ohne Absperrungen. Die Menschen liefen neben den Trucks her, berührten die Spieler, warfen ihnen Rugbyeier zum Signieren zu, oder drückten ihnen wie meine amerikanische Freundin ihre Handyhüllen für ein Autogramm in die Hand. Trotzdem war die Stimmung unfassbar locker und entspannt. Nach etwa einer halben Stunde hatten wir dann aber auch genug von der Feier und setzten uns mit einem Eis an den Hafen. Die Spieler schienen alle ziemlich müde und verkatert zu sein. Zudem waren wir etwas enttäuscht, da unser Lieblingsspieler trotz Schreien, Hüpfen und Winken mit den Plakaten unsererseits kaum ein Auge für die Fans hatte. Trotzdem hatten wir einen unfassbar guten Morgen.
Am Samstag danach schien endlich mal wieder die Sonne, was meine Freundin Natalie und mich auf die Idee brachte, nach unserer Thai Boxing Stunde an den Strand zu fahren. Und zwar mit unserem eigenen Auto! Ja, richtig gehört. Natalie und ich haben uns zusammen einen 18 Jahre alten Honda Odyssee für umgerechnet 1200€ gekauft, da wir damit im Januar mit zwei Freunden unseren Trip auf die Südinsel machen wollen. „Hondi“, wie wir ihn nennen, brachte uns sicher nach Titahi Bay, einer wunderschönen Bucht, von der man auf die 60km entfernte Südinsel schauen konnte. Da es leider ziemlich windig war, konnten wir es am Strand kaum aushalten, allerdings war es dort erlaubt mit seinem Auto auf den Sand fahren, weswegen wir uns in unseren Hondi setzten und den Strand einfach vom Auto aus genossen.
Am Abend stand dann das große Feuerwerk im Hafen von Wellington anlässlich des Guy Fawkes Day an. Da der Tag wegen der Verbundenheit zu England auch in Neuseeland gefeiert wird, schießen die Kiwis jedes Jahr ein riesiges Feuerwerk in den Himmel, welches sie extra von einem Experten aus Dubai inszenieren lassen. Es war wirklich ganz besonders das Feuerwerk, welches von Booten auf dem Wasser abgeschossen wurde, zu betrachten, während es sich im Wasser spiegelt.
Nach diesen vielen Eindrücken war ich dann aber auch froh am Sonntag einfach mal nur im Bett zu bleiben und gar nichts zu machen.
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Es ist jetzt schon etwas länger her seit ich auf einem längeren Trip gewesen bin. Letztes Wochenende haben wir hier in Neuseeland montags einen Feiertag gehabt, da musste ich das lange Wochenende natürlich mal wieder zum Reisen nutzen. Da meine Freundin Josi und ich ja bekanntlich große Mittelerdefans sind, weil wir ja auch schon zusammen die Movie Tour in Wellington gemacht haben, wollten wir unbedingt nach Hobbiton, dem Drehort des Auenlandes. Dieser ist sechs Stunden von Wellington entfernt und in der Nähe der Stadt Rotorua, weswegen wir beschlossen haben, das Wochenende an diesen beiden Orten zu verbringen.
Am Freitag ging es abends um 22 Uhr los. Wir hatten uns für einen Bus entschieden, denn diese sind in Neuseeland noch beliebter und günstiger als die Busse in Deutschland, die durchs ganze Land fahren. Nach einer fast schlaflosen Nacht im Bus und einer Stunde Verspätung, fanden wir uns schließlich früh morgens in Rotorua im McDonalds wieder und brauchten erstmal einen Kaffee, denn Ausruhen konnten wir vergessen. Nachdem wir nämlich die Taschen kurz im Hostel abgeliefert hatten, wurden wir um 8:30 Uhr schon von einem grünen Bus mit der Aufschrift "Hobbiton" abgeholt, der uns zum Drehort brachte. Das Auenland wurde auf einer Farm im Norden Neuseelands gedreht und nachdem der Hobbit gedreht worden war, ließ man das Filmset als Touristenattraktion stehen. Und genau das ist es auch. Eine richtige Touristenattraktion. Gut, das war zu erwarten, aber dass um 10 Uhr morgens ca 20 Gruppen mit je 30 Personen gleichzeitig durch dieses kleine Filmset geführt werden, hat uns schon etwas schockiert. Davon mal abgesehen kommen Fans von Frodo und Bilbo wirklich auf ihre Kosten. Man kann in die Hobbithöhlen gehen, ein Bier im Hobbitpub trinken und die ganze Anlage ist mit ganz viel Liebe und vielen kleinen Details gestaltet. Man fühlt sich dort wirklich wie ein echter Hobbit. Nach 2 Stunden war die Tour dann vorbei und zurück in Rotorua schafften wir es vor lauter Müdigkeit nur noch uns an den See der Stadt zu setzten und uns einen Käsekuchen zu gönnen.
Den nächsten Tag verbrachten wir komplett im Polynesian Spa in Rotorua. Die Stadt liegt in einem aktiven Vulkangebiet, das heißt überall qualmt und dampft es aus der Erde und es gibt heiße Quellen mit Thermalwasser. Der Spa bietet Zugang zu diesen 40 Grad heißen Pools und gleichzeitig einen wunderschönen Ausblick auf Lake Rotorua. Nach einem ganzen Tag im warmen Wasser, umgeben von fast ausschließlich japanischen Reisegruppen, fühlten wir uns einfach nur absolut tiefenentspannt.
Am nächsten Tag mussten wir mittags wieder den Bus zurück nach Wellington nehmen, doch wir nutzen den Vormittag um nach Wai-O-Tapu zu fahren. In diesem Thermalpark ist die vulkanische Aktivität am stärksten. Die natürlichen Seen dort sind 100 Grad heiß und haben alle Farben des Regenbogens aufgrund der verschiedenen Chemikalien und Metalle, die sich im Wasser befinden. Da der Park ca 30 km außerhalb der Stadt liegt und der Shuttleservice für die Touristen auch mal eben $33 kostet (umgerechnet 20 €), was Josi und mir zu teuer war, entschieden wir uns Trampen. Wir hatten uns bei unserem Hostel ein Pappschild organisiert, auf dem wir unser Ziel drauf schrieben und nach ein paar Minuten an der meist befahrenen Kreuzung in Rotorua fanden wir uns in einem Campervan von einem jungen Paar aus der französischen Schweiz wieder, mit denen wir dann auch den ganzen Tag im Park verbrachten, bevor sie uns auch wieder zurück nach Rotorua fuhren. Der Park an sich war ein wahres Zeugnis der vulkanischen Aktivität auf der Nordinsel Neuseelands und beeindruckte uns sehr. Aber einfach überall stank es nach Schwefel! Allerdings hatten wir uns nach drei Tagen in Rotorua fast schon daran gewöhnt, als wir mittags schließlich mit vielen tollen Erinnerungen im Gepäck wieder in den Bus nach Wellington stiegen.





