Aufatmen bei Eigentümern: Zahlungserleichterung für KAG-Betroffene im Rat beschlossen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

rat kag geb621AGDamit so lange wie möglich keine Zahlungspflichten für Straßenausbaumaßnahmen im Sinne des Kommunalabgabegesetzes entstehen, wird im Herbst mit einem umfassenden Instandsetzungsprogramm für fast 30 Straßen, darunter auch dem Mersch (Foto) begonnen. Foto: AG/Archiv KamenWeb.de

von Alex Grün

Kamen. Die gute Nachricht: für die nächsten Jahre sind keine Straßenausbaumaßnahmen auf Kamener Stadtgebiet fällig, die die anliegenden Eigentümer zur Zahlung von Abgaben nach Kommunalabgabengesetz NRW (KAG) verpflichten wird. Die schlechte Nachricht: das wird nicht immer so bleiben - und dann kann es für die Haus- und Grundbesitzer richtig teuer werden. Um die Eigentümer vor Härtefällen zu schützen, hat der Gesetzgeber eine Änderung im KAG vorgenommen. Mit einer entsprechenden Satzungsänderung trug der Rat der Stadt Kamen dieser Neuerung jetzt einstimmig Rechnung.

Schon die Abkürzung "KAG" jagt vielen Eigentümern Angst ein, weil sie nicht wissen, welche Kosten auf sie zukommen werden - nur, dass es sich meist um horrende Summen handelt. Zwar herrscht der Grundsatz "Eigentum verpflichtet", aber das Land habe auf den enormen finanziellen Druck auf die Betroffenen reagiert und die Zahlungsmodalitäten sozial verträglicher gestaltet, erklärte Kämmerer Tost in der Ratssitzung am Donnerstag. Grundsätzlich gilt: die Kommune unterliegt der Sollbestimmung, Straßenausbaubeiträge von den Eigentümern als Ersatz für den Aufwand für Herstellung, Anschaffung und Erweiterung öffentlicher Einrichtungen und Anlagen zu erheben - daran ändert sich nichts. Nach der Änderung von § 8 KAG sind jetzt aber Möglichkeiten der Zahlungserleichterungen gesetzlich verankert. In der geänderten Fassung heißt es, dass Straßenausbaubeiträge für wirtschaftlich schwächer gestellte Eigentümer auf Antrag ohne Festsetzung von Fälligkeiten ganz oder teilweise gestundet werden, wenn die Zahlung eine "erhebliche Härte" bedeutet. Heißt: wenn das Einkommen weniger als 20 Prozent höher ist, als der HartzIV-Regelsatz und auch kein anderes Vermögen da ist, welches die Beitragszahlung zumutbar macht. Auf Zinsen könne ganz oder teilweise verzichtet werden, wenn die Erhebung "nach Lage des einzelnen Falls unbillig wäre", heißt es in der geänderten KAG-Fassung. Stundung bedeutet, dass eine Zahlung mit einem Zinssatz von zwei Prozent über dem aktuellen Basissatz in höchstens 20 Jahresraten eingeräumt werden oder die Beitragspflicht verrentet werden kann.

So heißt es im Zusatz, dass bei Straßenausbaubeiträgen gemäß § 8 Absatz 2 auf Antrag eine Zahlung in höchstens zwanzig Jahresraten eingeräumt werden könne. Der jeweilige Restbetrag sei jährlich mit zwei Prozentpunkten über dem zu Beginn des Jahres geltenden Basiszinssatzes oder mit mindestens einem Prozent zu verzinsen. Wichtig: Die Zahlungserleichterung kann auch - wie es die Verwaltung ab einer Laufzeit von zwei Jahren im Beschlussvorschlag bevorzugt - in Form einer Verrentung der Beitragsschuld gewährt werden, die in höchstens zwanzig Jahresleistungen zu entrichten und deren jeweiliger Restbetrag im gleichen Modus zu verzinsen ist. "In diesem Fall wird, ähnlich wie bei einer Hypothek, das Grundstück belastet und nicht der einzelne Eigentümer", erklärt Tost. Dieser Baustein solle dem Bürger die Sicherheit geben, dass Mittel in die Refinanzierung fließen. Darüber hinaus wird den Beitragspflichtigen ein bedingungsloser Anspruch auf Ratenzahlung eingeräumt. Eine bislang gesetzlich vorgeschriebene Prüfung, ob ein Härtefall vorliegt, entfällt damit, was für Privatpersonen wie Gewerbetreibende gleichermaßen gilt. Die Satzung der jeweiligen Gemeinde könne hierzu Näheres bestimmen.

Damit sie das künftig auch in Kamen kann, stimmte der Rat der Satzungsänderung mit einer Enthaltung einstimmig zu. In der geänderten Satzung über die Erhebung von Beiträgen für straßenbauliche Maßnahmen der Stadt Kamen ist jetzt festgelegt, dass eine Zahlungserleichterung in Form von Jahresraten bis zu einer Laufzeit von zwei Jahren gewährt wird, über diesen Zeitraum hinaus wird die Zahlungserleichterung ausschließlich über die Verrentung der Beitragsschuld gewährt. Der Mindestbetrag für die jährlich zu leistenden Zahlungen darf dabei ein Zwanzigstel der Gesamtbeitragsschuld beziehungsweise den Betrag von 600 Euro nicht unterschreiten. Für viele dürfte der letzte Satz am interessantesten sein: "Dies gilt nicht, soweit eine hinreichende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht gegeben ist."

"Kritik am KAG wird es immer geben", so SPD-Fraktionsvorsitzender Daniel Heidler im Rat. Da es momentan aber keine Alternative gebe, sei die Ratenzahlung eine sozial verträgliche Maßnahme. "Die besten Abgaben nach KAG sind die, die gar nicht erst anfallen", stellte CDU-Fraktionschef Ralf Eisenhardt fest. Die gesetzliche Verankerung für die Möglichkeit der Ratenzahlung sei zu begrüßen, das Ziel müsse sein, die Bürger so wenig wie möglich zu belasten und durch investive Maßnahmen die Straßen möglichst lange in einem Zustand zu halten, der ohne Straßenausbaumaßnahmen und Pflichtbeiträge auskomme. Genau dafür seien gerade 1,3 Millionen Euro aus dem Gewinnvortrag der Stadtentwässerung bereitgestellt worden, bemerkte Erster Beigeordneter Dr. Uwe Liedtke - eine entsprechende Dringlichkeitsentscheidung wurde im weiteren Verlauf der Ratssitzung einstimmig beschlossen. Mit diesen Mitteln könne man über die gängige Behelfsmethode mit Kaltasphaltierung hinaus arbeiten und damit zumindest mittelfristig planen, so Liedtke. Nur eines stehe leider jetzt schon fest, wie Kämmerer Tost anmerkt: "Irgendwann ist jeder Untergrund hinüber" - und dann werde es "schwer, das über den Haushalt zu regeln."

Archiv: Sonderprogramm gegen Schlaglöcher im ganzen Stadtgebiet

Straßendeckensanierungen in einigen Kamener Straßen

 

Personelle Neuerungen im Rat einstimmig beschlossen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

ratssaal2020KWvon Alex Grün

Kamen. Eine Reihe von personellen Umbesetzungen in Ausschüssen und Gremien stand auf der Tagesordnung der letzten Sitzung des Rates der Stadt Kamen. Alle wurden einstimmig beschlossen.

Im Mobilitäts- und Verkehrsausschuss macht Gunther Heuchel (Linke/GAL) als sachkundiger Bürger Platz für Jana Bornemann, Andreas Meier überlässt Roswitha Hübel die Stellvertreterschaft. Auch sein Stellvertretermandat im Planungs- und Entwicklungsausschuss übergibt Heuchel, und zwar an Werner Hübel. Im Jugendhilfeausschuss umbesetzt werden Christina Pfingsten als stellvertretendes stimmberechtigtes Mitglied gegen Niclas Eckmann (beide Stadtjugendring), als bisher beratendes Mitglied wird Eckmann von Susanne Hartmann ersetzt. Im Partnerschaftsausschuss macht der Ratsdemissionär Kamil Kornek (Bündnis90/Grüne) als reguläres Mitglied seinen Platz für Anke Schneider frei. Kornek gibt auch seine Mitgliedschaft im Wirtschaftsausschuss an Peter Gerwin ab, der sein bisheriges Amt als stellvertretendes Mitglied an Sylke Heiber weitergibt. Auch im Schul- und Sportausschuss war Kornek stellvertretendes Mitglied, dieses Amt übergibt er an Karl-Heinz Stump. Im Wahlprüfungsausschuss tauschen die Bündnisgrünen Timon Lütschen und Anke Dörlemann das Amt des regulären Mitgliedes mit dem des stellvertretenden: Die Fraktionsvorsitzende ist jetzt reguläres Mitglied, Lütschen ihr Vertreter. Nachbesetzt werden musste auch die Stelle eines Vertreters der Stadt Kamen für die Verbandsversammlung des Lippeverbandes. Bürgermeisterin und bisherige Amtsinhaberin Elke Kappen übergab diesen Posten an den Ersten Beigeordneten Dr. Uwe Liedtke. Auch diese Umbesetzung wurde einstimmig, allerdings mit einer Enthaltung, beschlossen.

Sommerlernen gegen Corona-Defizite: Bericht im Schulausschuss

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

sus3 621SKDie Mitglieder des Schul- und Sportausschusses sowie einige Vertreter der Kitas und Schulen trafen sich nach ihrer Sitzung unter der am Rathaus gehissten Regenbogen-Flagge, um ihrerseits ein Zeichen von Toleranz und Respekt zu setzen - wenn es schon die UEFA nicht tut. Foto: Stadt Kamen

von Alex Grün

Kamen. 30 Dritt- und Viertklässler der Kamener Grundschulen, die nach Einschätzung ihrer Lehrkräfte in ihren Lebensverhältnissen besonders unter der Coronakrise zu leiden hatten, können kostenlos am diesjährigen Sommerlernen der Stadt Kamen und des Fördervereins für Jugendhilfe e.V. (FörJu) teilnehmen.

Das Sommerlernen in diesem Jahr steht natürlich - wie könnte es anders sein - hauptsächlich im Zeichen von Corona. Belastungen aus der Zeit der Isolation abfedern - das sei das erklärte Hauptziel des Sommerlernens 2021, erklärte Johannes Gibbels, Fachbereichsleiter Familie, Jugend, Schule und Sport der Stadt am Mittwoch im Schul- und Sportausschuss. Der ständige Wechsel zwischen Distanz- und Wechselunterricht habe seine Spuren ebenso hinterlassen wie die Einschränkung der sozialen Kontakte. Wichtige Erfahrungswerte durch Exkursionen und Klassenfahrten seien auf der Strecke geblieben. Zumindest sei das Problem vieler Familien, keinen Zugang zu digitalen Lerninhalten zu haben, weitgehend erledigt, so Gibbels. Alles in allem aber seien die psychosozialen Auswirkungen gerade für sozial benachteiligte Kinder längst nicht absehbar.

Obwohl sich das reguläre Angebot in diesen Sommerferien aufgrund von Coronamaßnahmen bei der Essensausgabe auf den Tageszeitraum von 8.30 bis 12.30 Uhr beschränkt, gibt es viele attraktive Angebote, die auch den Eltern die langersehnte Atempause von der "Dauerbelagerung" durch ihren Nachwuchs verschaffen. Die Kinder selbst sollen eine Stärkung des Selbstbewusstseins und des Wir-Gefühls erfahren und die Möglichkeit bekommen, ihre Talente zu erkunden und auszuleben. Unterstützung geben soll es dabei von drei Referendaren aus Bergkamen - die meisten Lehrer werden nach den aufzehrenden Corona-Monaten eine Verschnaufspause brauchen, die sie, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Daniel Heidler aus eigener Erfahrung im Schuldienst wisse, auch "bitter nötig" hätten.

Weitere Unterstützung gibt es von zwei Grundschullehrerinnen aus Methler, die sich zur großen Freude des Fachbereichs für Schwimmunterricht für die Maxi-Kinder aller Kitas und die Erstklässler der Grundschulen angeboten haben. Stattfinden sollen insgesamt 33 Kurse mit je acht Kindern von der ersten bis zur sechsten Ferienwoche. "Die interessierten Eltern rennen uns jetzt schon die Bude ein", sagt Gibbels, dem die Wichtigkeit von Schwimmunterricht angesichts steigender Badeunfälle von Nichtschwimmern bewusst ist. Ursprünglich habe man nur mit 77 Anmeldungen gerechnet, es werden wohl einige mehr werden. Zu verdanken sei diese Möglichkeit auch den Gemeinschaftsstadtwerken als Träger der Bäder. Der gewünschte Obolus pro Kurs beträgt 10 Euro.

Ein weiteres Highlight außerhalb des Regelangebotes verspricht ein Ausflug ins Weltall zu werden - allerdings nicht mit einem Raumschiff, sondern in einem „Mobilen Pop-Up-Planetarium“, das in der Sporthalle des Bürgerhauses Methler aufgestellt wird. Unter einer aufblasbaren Kuppel können ferne Planeten, Sterne und astronomische Ereignisse erforscht oder virtuelle Spaziergänge auf dem Mars im 360-Grad-Bild unternommen werden.

Täglich werden bis zu fünf Vorstellungen für verschiedene Altersstufen angeboten. Kitas, OGS-Gruppen, Ferienkinder oder Familien können die mobile Sternwarte während der ganzen vierten Ferienwoche von montags bis sonntags besuchen, wobei ab freitagnachmittags für Familien eine Gebühr von 3 Euro pro Kind und 5 Euro pro Erwachsenem fällig werde.

Die 30 Plätze im Regularbereich des Sommerlernens seien praktisch schon ausgebucht, das Potential sei ausgereizt, erklärte Fachbereichsleiter Gibbels. Bürgermeisterin Elke Kappen plädierte im Ausschuss dafür, die Regelangebote in den nächsten Jahren finanziell und personell zu stärken, um möglichst alle bedürftigen Kinder zu erreichen. Rückschritte seien durch die Pandemie deutlich zu beobachten, so SPD-Fraktionschef Heidler aus eigener Berufserfahrung als Lehrer. Diese Defizite könne man freilich nicht in ein paar Wochen aufholen. Daher sprach auch er sich für eine Ausweitung des Angebotes an, was aber nur mit mehr Personal machbar sei, so Heidler. Trotzdem sei er dankbar für das "klasse Angebot", das auch CDU-Fraktionsvize Ralf Langner als "mehr als reines Nachhilfeprogramm" würdigte.

Glückwünsche bekamen Lars Wollny für seinen offiziellen Dienstantritt als Leiter des Gymnasiums in der letzten Woche und Mirko Peters für den als stellvertretender Leiter der Jahnschule. Peters freue sich, wieder in Kamen zu sein, nachdem er bereits vor acht Jahren als Lehrer an der Jahnschule und danach in Dortmund tätig war und nun zurück ist.

Kampagne "Kamen bewegt!" vom Schul- und Sportausschuss einstimmig beschlossen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

kamen bewegt621AGVorgestellt wurde die Kampagne "Kamen bewegt!" der Öffentlichkeit in der letzten Woche erstmals von Bürgermeisterin Elke Kappen sowie von (v.l.) Johannes Gibbels (Fachbereichsleiter Familie, Jugend, Schule und Sport, Stadt Kamen), Markus Steinhoff (Mitarbeiter Bereich Schule und Sport, Stadt Kamen), Martin Kusber (Vorsitzender Stadtsportverband Kamen e.V.) und Peter Westermann (Vorsitzender VfL Kamen). Foto: Archiv

von Alex Grün

Kamen. "Kamen bewegt!" - gleich in doppelter Hinsicht bestimmte dieser Slogan sozusagen die einstimmigen Entscheidungen des Schul- und Sportausschusses am Mittwoch: Bewegen sollen sich Kamener Kinder und Jugendliche sowohl körperlich als räumlich.

Mit dem neuen Schülerticket will der Schul- und Sportausschuss Kinder und Jugendliche auf Rädern mobil machen, mit der ebenso einstimmig beschlossenen Sport-Kampagne "Kamen bewegt" auch zu Fuß. Mangelnde Fitness, Gewichtszunahme, psychische Störungen und Erkrankungen, Konzentrationsschwäche, Motivationsprobleme und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Entwicklung: die Corona-Pandemie und die damit einhergehende fehlende sportliche Betätigung haben erhebliche Folgen für Kinder und Jugendliche. Stadt und Vereine wollen dieser Entwicklung mit dem Programm "Kamen bewegt!" entgegenwirken (wir berichteten). Insgesamt 60.000 Euro setzen Verwaltung und Stadtsportverband für die Aussetzung von Mitgliedsbeiträgen für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren von September diesen Jahres bis Ende 2022 ein. Bis dahin brauchen sich also weder Eltern noch Kinder um ihre Mitgliedsbeiträge Sorgen machen, egal für welchen Verein, egal für welche Sportart.

Die in der Corona-Zwangspause bezahlten Beiträge hätten wegen der Gemeinnützigkeitsregeln aus juristischen Gründen nicht zurückgezahlt werden können, erklärt Stadtsportverbandsvorsitzender Martin Kusber. Daher sei es jetzt besonders schön, für alle ein kostenloses Angebot machen zu können. Das kann mit Blick auf die Mitgliederentwicklung hilfreich sein. Es habe zwar nicht so viele Abmeldungen gegeben wie zunächst befürchtet, aber dafür auch keine Neuanmeldungen, erklärt Kusber. Denn zeitweise wusste ja niemand, ob überhaupt trainiert werden durfte oder nicht. Die Übernahme der Jahresmitgliedschaft soll für alle Kamener Kinder und Jugendlichen gelten, Bedürftigkeit spiele dabei keine Rolle, versichert Bürgermeisterin Elke Kappen. Sie müssen sich nur zwischen dem 1. September und 31. Dezember 2021 anmelden. Und: "Sollte es jetzt tatsächlich einen derartigen Boom auf die Vereine geben, dass wir ihn mit den zur Verfügung gestellten Mittel nicht abdecken können, werden wir das finanziell auf andere Art lösen", so Kappen, womit sie in erster Linie Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft meint.

Ab Herbst solle auch mit entsprechendem Infomaterial und Aktionen bei Eltern und Kindern die Werbetrommel für die Kampagne gerührt werden. Letzteres brauchte die Verwaltung bei den Mitgliedern des Schul- und Sportausschusses wahrlich nicht. Diese waren vorm Zug von dem Projekt überzeugt - was wohl nicht zuletzt an einer geheim gehaltenen Abstimmung zwischen Ratsmehrheit und Stadtsportverband lag, die sich zunächst einmal gemeinsam über die Machbarkeit des Projekts klar werden wollten, bevor damit an die Öffentlichkeit gegangen wurde. Bündnisgrünen-Vorsitzende Anke Dörlemann störte sich an dieser Nebensächlichkeit nur wenig, statt dessen schloss sie sich der Meinung von SPD-Fraktionschef Daniel Heidler an, der die Aktion als "gewinnbringend und zielführend" bezeichnete. CDU-Fraktionsvize Ralf Langner sah es genauso. Über die Finanzierung der Mitgliedsbeiträge hinaus sollen die Vereine zur Mitgliederpflege und zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements einen Sockelbetrag von 500 Euro sowie pro 100 Mitglieder jeweils weitere 100 Euro erhalten. Damit sollen in erster Linie die Menschen, die den jeweiligen Verein mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit über die Krise hinweg die Stange hielten, entschädigt werden. Denn: "Wir wollen nicht nur Kinder und Jugendliche unterstützen, sondern ehrenamtliche Kräfte insgesamt", erklärt Kusber. Es gebe den Vereinen die Möglichkeit, Dankeschön zu sagen - etwa den Übungsleitern, die auf eingeplante Einnahmen verzichten mussten. Überhaupt solle, so Kusbers, bezogen auf die Nachwuchs-Frage "Was kommt von unten?", verstärkt auch Augenmerk auf die Frage gelegt werden: "Was kommt von oben?" - sprich: wo kommen die Vorstandsmitglieder her? Auch vor diesem Hintergrund sei die Kampagne eine sinnvolle Maßnahme, um dem Ehrenamt insgesamt ein Zeichen der Wertschätzung zu setzen, so Kusber. Die Ratsmehrheit und damit der Startschuss für "Kamen bewegt!" dürften dem Projekt nach dem eindeutigen Signal aus dem Ausschuss sicher sein.

Archiv: "Kamen bewegt": Stadt und Vereine starten Programm gegen jugendliche "Corona-Plauzen"

Neues SchülerTicketNRW überzeugt den Schul- und Sportausschuss

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

vku20kwMit dem neuen SchülerTicket NRW sind bald auch Fahrten mit Bus und Bahn im weiteren Umkreis möglich - rund um die Uhr.von Alex Grün

Kamen. Komplett einhellig stimmte der Schul- und Sportausschuss des Rates der Stadt Kamen am Mittwoch in der Stadthalle der Einführung des neuen SchülerTickets NRW zu.

Das "SchüTi", also das neue SchülerTicket Westfalen, soll zum Schuljahresbeginn auch den Kamener Schülern ganz neue Perspektiven in Sachen Mobilität mit Bus Bahn eröffnen und wurde fraktionsübergreifend freudig begrüßt. Der Vertragsunterzeichnung zwischen der Stadt Kamen und der VKU als Vertreterin der Tarifgemeinschaft Münsterland/Ruhr-Lippe dürfte also auch nicht der entsprechende Ratsbescheid im Weg stehen, der am Donnerstag ansteht und die Sache besiegeln soll. Das neue Schülerticket soll das vorhandene Ticketangebot für Schülerinnen und Schüler in ganz Westfalen optimieren und im Kreis Unna das FlashTicket beziehungsweise das entsprechende SchulwegMonatsTicket in Selm und Werne ersetzen. Der Radius und damit der Horizont der jugendlichen erweitert sich mit dem neuen Ticket erheblich: denn die Gültigkeit im gesamten Gebiet des Westfalentarifes ermöglicht künftig auch Fahrten in die umliegenden Oberzentren Dortmund, Hamm oder Münster. Und das auch noch an allen Tagen des Jahres "rund um die Uhr". Preisliche Vorteile für nichtanspruchsberechtigte Schülerinnen und Schüler, die zu nahe an der Schule wohnen, soll es im Freizeitbereich im Vergleich zu den bisherigen Erweiterungstarifen auch geben.

Der erweiterte Geltungsbereich des neuen Tickets sei "ein Quantensprung für junge Menschen", zeigte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Daniel Heidler begeistert über die "tolle Vorlage" und kündigte die Zustimmung seiner Fraktion direkt an. Genauso überzeugt waren Ralf Langner (CDU) und Anke Dörlemann (Bündnis90/Grüne): "Es vereinfacht die ganze Sache enorm", merkte Langner an. "Als Schülerin oder Schüler weiter fahren zu können, wird sich auf das zukünftige Mobilitätsverhalten auswirken", betonte Grünen-Fraktionsvorsitzende Dörlemann. Der Ratsentscheid ist damit nur noch Formsache.

Ina Scharrenbach als Vorsitzende der NRW-Frauenunion mit großer Mehrheit bestätigt

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

Kamen. (AG) Mit der satten Mehrheit von 96,1 Prozent wurde NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach als Vorsitzende des größten deutschen Landesverbandes der Frauenunion (FU) Nordrhein-Westfalen wiedergewählt.

„Wir Frauen sind sehr stolz, dass Ina Scharrenbach, die aus unseren Reihen kommt, die Frauenunion in Nordrhein-Westfalen weiter anführt“, erklärt die Vorsitzende der Kamener Frauenunion, Rosemarie Gerdes. Sie weist darauf hin, dass die Kamenerin Scharrenbach auch das Ressort Gleichstellung im Landeskabinett führt, in dem sie in den vergangenen vier Jahren einiges geleistet habe. So habe die Landesregierung unter anderem im März einen umfassenden Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in NRW veröffentlicht. Er gebe wichtige Impulse zur Verbesserung der Gleichstellung von Frauen und Männern und stoße neue Entwicklungen an. Gerdes will nach der durch die Pandemie bedingten Zwangspause nun auch die aktive Arbeit in der heimischen Frauenunion wieder aufnehmen. „Nach Corona bedeutet, wir werden uns wieder allgemeinen und auch insbesondere frauenpolitischen Themen widmen“, so Gerdes. Unter anderem plant sie, Ina Scharrenbach als Gast für einen Themenabend in Kamen einzuladen. Sie sei sich sicher, die Ministerin als "unsere FU-Landesvorsitzende bald zu einem politischen Abend begrüßen können", sagt Rosemarie Gerdes mit Zuversicht auf den Besuch aus Düsseldorf.

Anzeigen

kamenlogo  stiftungslogo rot200

kamengutschein240

ko logo

technoparkkamen